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Gleißende Häuserschluchten

Gleißende Häuserschluchten

Der Flug geht weiter, ob es der selbe Ausritt wie beim letzten Luftbild war, als dieses Bild entstand, ist schwer zu sagen; die Sonne steht jetzt tief im Westen und der Pilot dreht auf Ost-Nord-Ost; ins Bild geraten Fassaden und Innenhöfe, die man so noch nicht genauer betrachten konnte. Der Innenhof des Meinhardstraßen-Blocks und die beiden an der Gilmstraße gelegenen Höfe lassen rätseln wer da die Stöcklgebäude wie nützte.
Im Bildhintergrund sieht man das alte Höhere-Töchter-Gymnasium Sillgasse. Rechts der angeberisch weiß ins Bild leuchtenden Messehalle zeigt sich ein gerader Gleis-Strich, unter dem verborgen die Viaduktbögen zur Rauchmühle führen. Rechts davon der Stadtteil Dreiheiligen, der es fast nie auf Ansichtskarten und in Reiseprospekte geschafft hat. Hier wohnten die Industrie-Arbeiter*innen der Rhomberg-Fabrik, viele Eisenbahner und Handwerker*innen.

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Ein gut datierbares Luftbild, zumal das 1930/31 erbaute Nationalbankgebäude in der Adamgasse noch fehlt.
    Der neuerbaute Nordtrakt des Akadamischen Gymnasiums leuchtet jedoch in hellem Weiß bereits aus dem Stadtbild hervor. Dieser Teil des Gymnasiums mit seinen fünf Fensterachsen wurde erst um 1928 dazugebaut.
    Das Bild muss demnach ca. 1929/30 aufgenommen worden sein….

  2. Ein auffälliges Detail ist auch die Schuttrampe, welche beim Gebäude der Theologischen Fakultät aus dem 1. Stock ins Freie führt und wohl auf Renovierungsarbeiten hindeutet.

  3. Die Benutzer und Bewohner der Stöcklgebäude kann man vielleicht aus einem Adressbuch ermitteln.

    Was man einwenig sieht, wenn man weiß, wo man hinschauen muß, sind ein paar Meter Sillkanal gegenüber der Lücke, die heute von der Nationalbank ausgefüllt wird, ehe er untertaucht und erst (hier unsichtbar) in der Meinhardstraße wieder ans Tageslicht trat. Man sieht dann den schmalen Schluf bei der Einmündung des Klara Pölt Weg mit einer Mühle anstelle der Krankenkasse, und – es kann täuschen – man sieht ihn nohmals als Gerade neben dem langen Wohngebäude in der Kapuzinergasse jenseits der Bahn.
    Ein alter Bekannter – das Dreieck – scheint noch in einer Urform vorhanden zu sein, mehr Grün als Mauerwerk zu Begrenzung.
    Was noch lange unverändert zu bestaunen war und ich selber noch als junge Erwachsener gekannt habe, ist das zum Bürgerbräu gehörende Stöcklsammelsurium in dem zum Teil auch Brauereiangestellte wohnten.
    Ebenfalls bekannt ist mir ein weiteres, noch lange bestehendes,die Lücke gegenüber der Gilmschule bildendes ebenerdige Gebäude. Es beherbergte bis Ende der 70er, wenn nicht länger, den CK Keller (ein Pleonasmus: Central Keller Keller), ein beliebtes Tanzlokal.

    Noch eine (um himmelswillen unpolitische!) Frage: Mußte man um Gegensatz zu den rhombergschen Textilarbeiterinen damals schon Handwerker gendern? War glaub ich noch ausschließliche Männerdomäne. Oder kennt wer ein Gegenbeispiel?

    1. Bei weiblichen Handwerksberufen denke man z.B. an Schneidergesellinnen und Schneidermeisterinnen, Modistinnen, Pfaidlerinnen = Hemdenmacherinnen usw. die es damals natürlich schon auch gab. Nichtsdestotrotz waren wohl 95% der Handwerksberufe eine Männerdomäne…..

      Laut dem Gewerbe-Adressbuch von 1878 gab es in Innsbruck sogar eine Lithografin namens Friederika Perkmann.

  4. Was mir auch noch auffällt: Draußen beim Flugülatz/Gutshof besteht bis auf die Hangars noch die alte Bebauung. Schon wenige Jahre (1928?) nach der Eröffnung des Flughafens wurde die Lodenfabrik errichtet, deren hoher Schlot ein äußerst unwillkommenes Hindernis in Flughafennähe darstellte und auf dem Foto noch fehlt.

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