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Frauen-Power

Frauen-Power

Im ersten Moment ist dieses eine durchschnittlich interessante Aufnahme von der Innstraße. Man kennt die Häuserzeile. Man kennt diese sympathische Szenerie.

Und dann schauen wir nochmals. Es sind ausschließlich Frauen im Bild zu erkennen. (Naja, ganz links dürfte sich auch ein Mann im Anzug ins Bild drängen.) Doch zurück zu den Frauen: Am interessantesten scheint die gebückte Frau zu sein, die in der Bildmitte in einen Hauseingang tritt. Sie trägt einen schweren Rucksack aus dem oben irgendwelche Stangen oder Äste herausragen. Was könnte denn das sein? Wie das weiße Wickeltuch und der überdimensionierte Gehstock zu der Frau passen, ist nicht ganz geklärt.

Am rechten Bildrand steht eine Frau, die einen Hut in der Hand hält. Vermutlich ist sie eine bürgerliche Bewohnerin der Gegend. Ebenso die weiteren Frauen, die hier abgebildet sind.

Übrigens: Wieder eine besonders schöne Straßenlaterne. Aber was sonst noch?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-21.137)

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Das ist nicht die Innstraße, sondern die Mariahilfstraße bzw. vormalige Innbrückenstraße, im Franziszeischen Kataster als Obere Innbrückenstraße verzeichnet.

  2. So geht´s wenn man mehr auf dem Menschen als auf die Häuser schaut. Das ist natürlich die Mariahilfstraße! War ganz klar mein Fehler!

  3. Rechts erkennt man das alte Hufschmiedhaus in der Mariahilfstraße 14.
    Schräg ober dem Haustor sieht man ein Holzrelief mit dem hl. Eligius, eine Schnitzarbeit aus dem 15. Jahrhundert.
    Zu diesem Haus gibt es in der Tiroler Schützenzeitung von 1865 den aufschlussreichen Artikel „Ein Innsbrucker Altertum: Das Hufschmiedhaus an der oberen Innbrückenstraße“

  4. Jedenfalls ein herrliches Bild, das einen tief in Nostalgie schwelgen lässt, vielen Dank!

    Die Tiroler Schützen-Zeitung vom 1. Feber 1865 berichtet über das Hufschmiedhaus und die Schmiedhütte:
    „(Ein Innsbrucker Alterthum.) An der obern
    Innbrückenstraße steht das hohe, aber schmale Haus eines
    Schmiedes mit zwei antiquarischen Merkwürdigkeiten. Die
    eine dieser Merkwürdigkeiten ist die ober dem Eingang des
    Hauses angebrachte Handwerkstafel mit Relieffiguren, welche
    einen ehrsamen Hufschmiedmeister vorstellen, wie derselbe
    eben seinem Berufe gemäß einem Pferde das Eisen an den
    Huf nagelt. Es ist dies nebenbei bemerkt, eines der wenigen
    älteren Denkmäler Innsbrucks, und verdient erhalten zu wer-
    den. Diese Tafel ist offenbar viel älter als das Haus,
    und die darunter stehende Inschrift. Letztere verkündet ein
    Stück Geschichte des Hauses und lautet:
    „Anno 1621 hat Martin Wieser, Hufschmiedmeister,
    dies Haus gebaut.“ Darunter stehen die schönen Worte:
    „Segen ströme über dieses Haus von Oben;
    Alle Hammerstreiche sollen den, der segnet, loben.“
    Die andere antiquarische, der Erhaltung aber ganz un-
    würdige Merkwürdigkeit ist die vor dem Hause an der Straße
    stehende hölzerne Hütte zum Beschlagen der Pferde. Die
    Antiquität dieser Hütte ist, wie wir sehen werden, gerade
    so alt als das Haus, und was die Merkwürdigkeit anbe-
    langt, so ist sie eine doppelte, denn erstlich ist es gewiß merk-
    würdig, daß eine solche Hütte auf einer Hauptstraße, und
    zwar auf einer der belebtesten der Stadt steht, und zweitens
    ist es nicht weniger merkwürdig, daß eine solche Hütte allen
    Anstrengungen der Behörden und Verschönerungskommissio-
    nen der Stadt durch drei Jahrzehnte schon getrotzt hat. Sie
    steht freilich auf unantastbarem rechtlichen Fundament, und
    ihre Unsterblichkeit zeugt ebenso für die bestehende Achtung
    vor dem Gesetze, wie von der Solidität der Bewohner Inns-
    brucks, welche es bis zur Stunde verschmäht haben, den
    gordischen Knoten der Hauptstadt auf gewaltsame Weise zu
    lösen.– Zu den vielen gründlichen Untersuchungen und
    Verhandlungen über diese merkwürdige Hütte wollen wir
    nun auch einen historischen Beitrag liefern.
    : Im April des Jahres 1620 verordnete der Landesfürst
    Erzherzog Leopold, welcher für die Verschönerung der Stadt
    und für die Versicherung derselben vor Feuersgefahr sehr
    besorgt und thätig war, mehrere hölzerne Häuser in der
    Neustadt, und zwei solche an der obern Innbrücke abzutragen,
    und sie gemauert aufzuführen. Die landesfürstliche Ver-
    ordnung wurde von der obersten Regierungsbehörde dem
    Bürgermeister und Rath der Stadt mitgetheilt, welcher sofort
    die betreffenden Hausbesitzer vorrief und vernahm. Unter
    diesen befand sich nun auch Martin Wiser, Hufschmied
    an der obern Innbrückenstraße. Es ist dies derselbe, welcher
    in Schmids Roman „Wilhelm Biener,“ eine (erdichtete)
    Rolle spielt. Wiser erklärte nun, daß er schon lange Willens
    gewesen wäre, sein Haus neu und von Mauerwerk zu bauen,
    allein seine Nachbarschaft habe ihm nicht erlaubt, „seine
    Hufschmidtenwerkstatt herfür an der Gassen zu bauen.“
    Wenn ihm nun dies Bürgermeister und Rath bewillige, so
    werde er gerne dem gestellten Ansinnen entsprechen, nur sei
    ihm dies binnen sechs Wochen zu thun unmöglich, da alle
    Werkleute beim Bau des abgebrannten Klosters und meh-
    rerer „fürnember Häuser“ in der Neustadt, sowie bei dem
    „von den Herren Jesuitern vorgenommenen großen Kirchen-
    bau gar stark angestrengt seien.“ Wiser baute, wie die In-
    schrift unter dem Handwerksschilde besagt, sein Haus 1621,
    also bald nach den stattgehabten Verhandlungen, und es
    folgt daraus, daß seinen Bedingungen entsprochen worden
    ist. Die hölzerne Pferdebeschlaghütte datirt somit ihre Ent-
    stehung wohl von dieser Zeit, ist also 244 Jahre alt und
    es dürfte, obwohl die Verhandlungen über deren Abbruch noch
    fortgesetzt werden, deren Stunde noch nicht geschlagen haben.“

  5. Ja, was macht das alte(?) Weibele denn anderes als Holz heimbringen? Damals mußte man das ganze Jahr über ein Feuer machen, in der warmen Jahreszeit wenigstens nur im Herd. Vielleicht hat man auch im Winter nur den Herd beheizt. Anscheinend hat die Frau Äste und Reisig eingesammelt, dafür mußte sie nichts bezahlen. Und der herabgefallene dürre Ast ging auch gleich mit. Das Wickeltuch wird vielleicht ein zu warm gewordenes Kopftuch gewesen sein, oder sie hats auch wo aufgeklaubt.

    Die Verwunderung über die Männerlosigkeit ist keine so große. Die Männer hatten, wenn sie keine Straßenarbeiter waren, am hellichten Vormittag auf der Straße nichts zu tun. Ein paar Laufburschen vielleicht, ein Arzt, und die Feuerwehr, wenn es wo brannte. Und Akademiker auf dem Weg zur Frühvorlesung um zehn Uhr, c.t. natürlich.

    Ob Innstraße oder Mariahilfstraße ist mir garnicht aufgefallen, man sieht es ja, wo man sich befindet, Interessanter als die Holzfuhre der Frau ist das stadtauswärts daran anschließende Gebäude, welches im Gegensatz zur üblichen Vorgangsweise später einmal statt der direkt, hier noch zu sehenden „modern“ anmutenden Klotzbauwise mit drei Giebeln versehen wurde.
    Hier sieht man den alten Zustand noch auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1900.
    https://www.bildarchiv-kulturforschung.at/t-i-r-o-l/innsbruck-mariahilf-st-nikolaus-dreiheiligen-schlachthof-saggen/

    Zu klären wäre noch, ob es sich um eine offizielle oder eine private Aufnahme handelt. Die Frau, die den Hut abgenommen hat, vielleicht damit man das Gesicht besser erkennt, und in die Kamera blickt, könnte zum Fotografen gehören.

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