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Ein Musikalisches Denkmal Für Innsbruck

Ein musikalisches Denkmal für Innsbruck

„Innsbruck ich muss dich lassen“

Dieses sehr bekannte Lied wurde von Heinrich Isaac komponiert, vielleicht war er gerade auf der Durchreise durch Innsbruck. Doch wer war dieser Heinrich Isaac, der Innsbruck ein so schönes Denkmal setzte?

Heinrich Isaac wurde um 1450 in Flandern geboren und starb 1517 in Florenz. Er war in seiner Zeit der berühmteste Musiker und Komponist der Renaissance, berühmt v.a. für seine Messen und Motetten. H. Isaac war ab 1497 neben seinen hauptsächlichen Tätigkeiten in Florenz auch habsburgischer erster Hofkomponist von Kaiser Maximilian I, in dessen Gefolge er in den Jahren 1497-1502 auf vielen Reisen war. Er war der erste, der in den Archivalien als „Componist“ bezeichnet wurde. Dies war neu, wurde doch mit diesem Titel erstmals der Beruf eines Komponisten geehrt und anerkannt.

Mit dem Lied „Innsbruck ich muss dich lassen“ hat Heinrich Isaac ein Werk geschaffen, das nicht nur für InnsbruckerInnen bis heute unvergessen ist, sondern auch weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes bekannt und berühmt ist.

Gerne mag man der Legende glauben, dass der Text von Kaiser Maximilian verfasst wurde, er war ja auch oft ein Durchreisender, den Choralsatz schuf Heinrich Isaac, vielleicht anlehnend an Tiroler Volksweisen. Durch Isaac’s mehrstimmige Komposition wurde das einfache Lied zu einem musikalisch hochwertigen Kunstlied.

Innsbruck muss damals schon eine sehr schöne Stadt gewesen sein, wenn man bei der Durchreise eine so eingängliche, wehmütige Weise komponiert.

„Insprug“/Aquarell von Albrecht Dürer – 1494/95. In: Sonnewend-Hye, Innsbruck-Buch, S. 24.
  1. „Innsbruck, ich muss dich lassen,
    ich far dahin mein strassen,
    in fremde land dahin,
    mein freud ist mir genomen,
    die ich nit weiß zu bekomen,
    wo ich im elend bin.“

  1. „Groß leyd muss ich jetzt tragen,
    das ich allein thu klagen,
    dem liebsten bulen mein,
    ach lieb nun laß mich armen,
    im herzen dein erbarmen,
    das ich muß von dannen sei.“

Das Lied besteht aus drei Strophen und kann entweder vokal oder rein instrumental musiziert werden. Der vierstimmige Choralsatz ist in zwei Versionen überliefert, einmal in einem kanonisch versetzten Tenorlied und einmal als Diskantlied, welches in der Zeit der Renaissance eher selten war.

ChorliebhaberInnen und KennerInnen tradierter Innsbrucker Chöre kennen das Lied sehr gut, gehört es doch in vielen Chören schon seit Jahrzehnten zum Stamm-Repertoire (Kammerchor Walther von der Vogelweide, Wiltener Sängerknaben, …).

Die Beliebtheit des Liedes spiegelt sich in den unzähligen Umtextierungen wieder, auch die Liedweise wurde von vielen Komponisten adaptiert. Berühmte Versionen sind „O Welt ich muss dich lassen“ (Johannes Heß, sehr bekanntes protestantisches Kirchenlied), „In allen meinen Taten“ (J.S. Bach), „Nun ruhen alle Wälder“ (Paul Gerhardt), und viele andere…

  1. „mein trost ob allen weiben,
    dein thu ich ewig bleiben,
    Stet treu der ehren from,
    nun muss dich Gott bewaren,
    in aller tugend sparen,
    bis das ich wider kom.“

Von Durchreisenden ist Innsbruck und Tirol heute wohl eher geplagt…

Viele Musikwissenschaftler haben über das Lied geforscht, weil man hinterfragt, wieso eine so einfache Weise so bekannt werden konnte. Es liegt wohl an der zeitlosen, sehnsüchtigen, wehmütigen und einprägsamen Melodie Heirich Isaacs. Das Lied erreicht uns, egal wo wir sind.

(Text: S. Bader; Bild Postkarte Ph-18827, Stadtarchiv)

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