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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Kein Halt Mehr Blumau/Prato Tires

Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr Blumau/Prato Tires

Unser heutiges Titelbild, ein Glasnegativ aus der Sammlung Kreutz, zeigt den Bahnhof Blumau/Prato Tires in einer wunderschönen Gesamtansicht. Mitten im Tal steht das stattliche Empfangsgebäude, davor ziehen sich die Gleise durch die noch weitgehend landwirtschaftlich geprägte Umgebung. Besonders schön lässt sich auf der Aufnahme erkennen, wie eng hier alles zusammengedrängt ist: Eisack, Straße, Bahn und Siedlung müssen sich den schmalen Talboden teilen.

Der Bahnhof entstand mit der Brennerbahn und wurde 1867 eröffnet. Das Empfangsgebäude geht auf die Typenentwürfe des Südbahnarchitekten Wilhelm von Flattich zurück und gehört zur gehobenen Variante der Bahnhöfe der Klasse II/III. Anders als bei den kleinen hölzernen Haltestellen, die wir auf unserer Reise bereits kennengelernt haben, erhielt Blumau ein repräsentatives, zweigeschossiges Gebäude aus Granit mit hölzernem Dachaufbau.

Neben dem Empfangsgebäude sind weitere Bahn- und Nebengebäude zu erkennen, während sich die Strecke in einem weiten Bogen nach Norden durch das Eisacktal zieht. Verglichen mit der romantischen Darstellung aus unserem Erinnerungsalbum ist diese für Eisenbahnfreunde die viel interessantere Version von Blumau.

Heute sieht es an dieser Stelle grundlegend anders aus. Mit der Eröffnung des rund 13,3 Kilometer langen Schlerntunnels 1994 wurde die alte Strecke nördlich von Blumau aufgegeben. 1998 folgte südlich des Bahnhofs der knapp vier Kilometer lange Kardauntunnel. Damit liegt Blumau heute wie ein kurzer Lichtblick zwischen zwei langen Tunnelstrecken. Der historische Bahnhof ist noch vorhanden, wird aber nicht mehr im regulären Personenverkehr bedient.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-PL-3146)

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