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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Franzensfeste

Erinnerung an die Brennerbahn – Franzensfeste

In unserem Erinnerungsalbum fehlt Franzensfeste natürlich nicht. Doch wie wir es aus der Serie inzwischen fast schon gewohnt sind, steht auch hier nicht die Bahn im Mittelpunkt sondern die namensgebende Festung selbst. Wenn man es jedoch ganz genau nimmt, könnte die Festung selbst auch als eine Art Bahnhof durchgehen, da sie über eine eigene Militärhaltestelle verfügt, wobei diese allerdings im Kupferstich wiederum keine Rolle spielt.

Die Franzensfeste entstand bereits vor dem Bau der Brennerbahn zwischen 1833 und 1838. Mit Kosten von rund 2,6 Millionen Gulden galt sie als eines der teuersten Militärbauwerke der Habsburgermonarchie. Gedacht war sie als nahezu uneinnehmbare Sperre zum Schutz der wichtigen Nord-Süd-Verbindung über den Brenner. Ihre Wehrhaftigkeit musste sie jedoch nie unter Beweis stellen.

Nur wenige Jahrzehnte später bekam die Anlage eine neue Bedeutung. Beim Bau der Brennerbahn zwischen 1864 und 1867 musste im engen Eisacktal eine geeignete Trasse gefunden werden. Die Ingenieure führten die Strecke unmittelbar durch das Festungsareal: Die Bahn wurde in den unteren Bereich der Anlage integriert und verlief fortan direkt an den mächtigen Mauern vorbei.

1867 erhielt Franzensfeste mit der Eröffnung der Brennerbahn auch einen eigenen Bahnhof. Spätestens mit der hier abzweigenden Pustertalbahn entwickelte sich der Ort zu einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Tirols. Während die Festung ihre militärische Bedeutung nach und nach verlor, gewann Franzensfeste als Verkehrsdrehscheibe immer mehr an Gewicht.

Nach dem Ersten Weltkrieg, der Angliederung Südtirols an Italien verlor die Festung weiter an militärischer Funktion. Bis 2003 wurde sie noch als Munitionsdepot des italienischen Militärs genutzt. Seit den Sanierungsarbeiten ab 2007 ist die Franzensfeste öffentlich zugänglich und dient heute als Ort für Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und museale Nutzungen.

Ein kleines Rätsel möchte ich unseren Leser*innen dennoch mitgeben: Auf dem zweiten Bild scheinen Gleise aus der Festung herauszuführen. Ich bezweifle allerdings, dass es sich dabei um die Brennerbahn handelt. Ist hier vielleicht die Pustertalbahn zu sehen oder doch etwas ganz anderes?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-A-24611-15, KR-NE-9555)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. „Als die Pustertalbahn gebaut wurde, verlief die Trassenführung mitten durch die untere Festung“
    (SÜDTIROL A-Z, Eduard Widmoser, Band 1, A-F, Seite 465)
    „Ursprünglich war eine Ausdehnung des Festungswerkes bis gegen die Schabser Höhe hin geplant, mußte aber wegen zu hoher Kosten aufgegeben werden. Kaiser Ferdinand, der höchstpersönlich zur Einweihung der Festung gekommen war, habe gefragt, ob die Festung aus SILBER erbaut worden sei.
    Ja mei – der „Brixner Granit“aus dem nahen Grasstein, der sei den Festungs-Erbauern nicht hart genug gewesen – der aus Pfalzen bei Bruneck mußte her…“
    Eigentlich „verdanken“ wir die Franzensfeste „dem Napoleon“ und „den Franzosen“ – sie sollte einen Einfall feindlicher Truppen von Süden her stoppen.
    Inzwischen mußte sie ja mehrfach untertunnelt und unterhöhlt werden und steht als bestaunenswerte Talsperre mehr oder weniger nutzlos in der Gegend herum.
    Da paßt der schöne alte Reim:
    AM ABEND WIRD MAN KLUG
    FÜR DEN VERGANGNEN TAG,
    DOCH NIEMALS KLUG FÜR DEN,
    DER KOMMEN MAG.

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