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Das Palais Ferrari, Außen

Das Palais Ferrari, Außen

Für die meisten vermutlich immer schon als „Ferrarischule“ in Erinnerung, blickt das Palais Ferrari auf eine lange Bestandsgeschichte zurück. In zwei Beiträgen betrachten wir das Gebäude einmal von außen und einmal von innen. Den Start macht, wie der Titel preisgibt, das Äußere des Gebäudes sowie die wechselnden Besitzverhältnisse. Im nächsten Teil blicken wir auf das Innere – sprich die Nutzung des Gebäudes bis heute.

Die Baugeschichte startet mit dem Verleihbrief vom 6. Februar 1686, als Kaiser Leopold I. den bislang als „Plachenstadel“ („Plache“ war ein Stück grober Leinwand) genutzten Grund an Hieronymus Bernard Graf Ferrari d’Occhieppo (auch Girolamo Bernardo) übergab. Hieronymus war ein piemontesischer Edelsmann, der in den Dienst des Hauses Habsburg kam und neben seinem Dienst am Innsbrucker Hof als Obersthofmeister noch weitere hohe Ämter bekleidete. Hieronymus ließ das Palais an seinem heutigen Standort nach Plänen von Johann Martin Gumpp durch Georg und Veit Span errichten. Die Errichtung begann im Jahr 1686 und kam 1692 zum Abschluss. Die Kosten dafür beliefen sich auf 35.000 Gulden.

Das Palais verblieb bis 1893 für acht Generationen im Familienbesitz. In diesem Jahr erwarb das angrenzende Militärspital über eine Versteigerung das Areal für 62.000 Gulden und nutzte es als Militärspital und Magazin. Erst in den 1920er Jahren (siehe Titelbild, um 1915-1920) wurden Pläne für die Übernahme des mittlerweile verwahrlosten Gebäudes mit Areal durch Adolfine Sieberer (Leiterin der „Vereinigten Frauenberufsschulen“) für Schulzwecke forciert und durch Bürgermeister Greil tatkräftig unterstützt. Seit diesem Zeitpunkt fungiert das Gebäude fortan für schulische Zwecke – aber dazu im nächsten Teil mehr!

Kehren wir wieder zum Gebäude zurück, dann bin ich noch eine Beschreibung des Äußeren schuldig. Diese ist aus der Österreichischen Kunsttopographie entnommen und wird kurz wiedergegeben. Das dreistöckige Gebäude, wobei Erdgeschoss und erster Stock die gleiche Höhe haben und der zweite Stock wesentlich niedriger ist, besitzt fünfzehn Fensterachsen, von denen die mittleren drei durch größere Abstände betont sind. Dem mittelachsigen Portal sind toskanische Säulen vorgestellt, die einen ausladenden Balkon mit schmiedeeisernem Korbgitter tragen. Darüber befindet sich in der Nische auf niederem Sockel eine barocke Statuette der Maria Immaculata. Die Fenster der ersten beiden Geschosse sind hochrechteckig und alle in geohrten, profilierten Stuckrahmen mit Brüstungsgesimsen und barockisierenden, kartuschenförmigen Bekrönungen. Die Fenster des obersten Geschosses sind fast quadratisch.

Das Palais im Jahr 1968

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-18495 und Ph-1462)

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Auf dem oberen Foto aus früheren Jahren schaut es vor dem Palais nach Gartenbeeten aus, in denen im Sommer schönes Gemüse wachsen wird.
    Die Damen (und auch etliche Herren), die heutzutage diese Schule verlassen, werden leider damit nur mehr wenig am Hut haben!

  2. 1925 veranstaltete der Gartenbauverein mehrere Kurse im Ferrari-Garten:

    „Von Mittwoch, den 15., bis
    Samstag, den 18. April, täglich von 3 bis 6 Uhr nachmit­-
    tags, findet im Garten, des Ferrari-Hauses, Dreiheiligen-
    straße, ein Garten- und Gemüsebaukurs statt, welchen die
    Fachlehrerin der Mädchenhaushaltungsschule leiten wird.
    Anmeldung bis spätestens Samstag, den 10. April, schrift-
    lich beim Obmann, Höttingergasse 20.“

  3. 1860 war im Garten des Palais Ferrari sogar eine Gärtnerei untergebracht:

    „Unterzeichneter empfiehlt seine Pflanzen-Dekorationen,
    Blumen-Bouquets, schön gepflanzte Hängelampen und
    Topf-Pflanzen, Gemüse- und Blumensämereien, wie
    auch alle Gattungen Garten-Gemüse zu den billigsten Preisen.
    Anton Karl im gräfl. Ferrari’schen Garten in Innsbruck.“

  4. Danke für die interessante Beschreibung!
    Schade, dass die Ferrarischule bzw. der schöne Park nicht öffentlich zugänglich sind (z.B. in den Ferien Führungen innen bzw. Bankln aussen), schade auch um den südlichen Teil des ehem. Parks, der in den Siebzigerjahren dem damaligen Baustil entsprechend mit einem Schulgebäude verb(s)aut wurde und so eine „Faust aufs Aug“ ist zu dem herrlichen barocken Ensemble, dass so eingepfercht nicht voll zur Geltung kommen kann….

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