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Einer Arbeitet …

Einer arbeitet …

… und Fünf schauen zu. Nein, wir befinden uns hier nicht – wie böse Zungen sagen könnten – in einer wohllöblichen Amtsstube, sondern wir sind mit Gottfried Newesely unterwegs. Und er hat für uns diese Szene im Bild festgehalten. Beim betrachten kommen uns aber gleich drei gewichtige Fragen in den Sinn:
1) Was tut der Arbeiter hier bloß bzw. was macht sein Tun so interessant?
2) Wo sind wir hier eigentlich (eine Hausnummer lässt sich zwar erahnen, der Straßenname aber wohl selbst mit Adleraugen nicht entziffern)?
3) Wie (genau) lässt sich diese Aufnahme zeitlich einordnen?

StAI, Slg Kreutz-Newesely (Sie haben richtig gelesen – in der Slg. Kreutz finden sich auch etliche Abzüge, die mit „Gottfried Newesely“ gestempelt sind.)

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Interessant ist auch die Vita des Fotografen:
    Hofrat Dr. Gottfried Newesely starb 1976 mit 79 Jahren. Er wohnte zuletzt am Silberweg 9 in Hötting.
    1916 wurde er als Kaiserjäger mit 29 Jahren schlimm verwundet und verlor ein Bein, welches amputiert werden musste. Später war er Beamter des Invalidenamtes und studierte Jus. Mit seiner Frau hatte er 6 Kinder.

  2. Was der Arbeiter macht? Er richtet die Abschalung zwischen Straßenbelag und Ritsche ein. Die Ritsche selbst (zwischen Belag und Randstein) wird nachträglich wahrscheinlich gepflastert werden.

    1. Froh bin ich für ‚meine‘ Bauarbeiter, dass die anderen Personen keine herumstehenden Bauarbeiter sind (der Mann daneben wird eher der Hausmeister sein) und somit niemand ‚dumm‘ daherreden kann.

      Weniger froh bin ich für den armen Bauarbeiter, der sich das meist besonders Gescheite Gerede der zuschauenden Passanten – meist alles ‚Fachleute‘ – anhören muss!

      1. Dem Blick des Hausmeisters folgend halte ich einen zweiten Arbeiter am anderen Ende der Ritsche für möglich.
        Ich nehme an, daß die Ritsche nach links bewegt werden wird und im Anschluß an die schon an der Bordsteinkante anliegende angefügt werden soll. Das Werkzeug ist in meiner Vorstellung so eine Art kurzer Zapin oder eine Stange mit Haken.

        Heute hätte jeder sein Handy gezückt und 20 Fotos getwittert. Oder ein Video gedreht. Und die Andreas Hofer Straße (wie sind Sie denn da draufgekommen?) wäre von März bis Dezember gesperrt.

        1. Wie ich da draufgekommen bin? Purer Zufall! Das Gefühl sagte mir zwar schon, es könnte in Wilten sein, in einer der ‚langen‘ Straßen. Habe mit der Andreas-Hofer-Straße begonnen und das Haus 45 auf Google angeschaut. Bingo!
          Das Werkzeug ist eine Brechstange – auf einer Seite spitz, auf der anderen ein gekrümmter Fuß, um die Hebelwirkung ausnützen zu können. Es ist eigentlich ein Steinbruchwerkzeug.

  3. Die Tätigkeit des Arbeiters lässt mich dem Anschein nach folgendes vermuten:
    Bei dem am Boden liegenden Werkstück könnte es sich um eine stählerne Straßenbahnschiene in Seitenlage handeln, und der Arbeiter versucht mit der Brechstange unter Ausnutzung der Hebelwirkung, die Schiene aufzurichten.

      1. Das glaube ich nicht, Herr Auer! Wenn es sich um eine Straßenbahnschiene in Seitenlage handeln würde, die der Arbeiter aufrichten möchte, dann würde er sie von der anderen Seite ’nehmen‘. Ich bleibe bei meiner Version mit der Ritsche bzw. dem Ausrichten des Randsteines – siehe oben).

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