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Die Fleißigen Wäscherinnen

Die fleißigen Wäscherinnen

In Zeiten, bevor ein fast jeder Haushalt eine eigene Waschmaschine besaß, war das Waschen von Wäsche ein aufwendiger Prozess. Begüterte Haushalte gaben daher die Wäsche an Wäscherinnen ab, die die Arbeit für sie erledigten. So hatte sich im Laufe der Zeit ein eigener Gewerbezweig dafür in der Stadt herausgebildet. Ein Besonderheit war dabei, dass ein nicht unerheblicher Teil der Innsbrucker Wäsche im Sellrain gewaschen wurde, ja das Sellrain galt sogar als Waschkuchl Innsbrucks. Anders als das Innsbrucker Quellwasser, das wie auch heute von den Abhängen der Nordkette in die Stadt fließt, war das Wasser der Melach nicht so hart und damit blieb die Wäsche weicher und ergraute zudem nicht so stark.

Das im Titelbild abgebildete Gasthaus Weißes Rössl spielte für dieses Wäschegewerbe dabei eine nicht unwichtige Rolle. Im Gasthaus war einer von mehreren Umschlagplätzen für das Einsammeln der dreckigen Wäsche, überdies stellten die Wäscherinnen und die Kutscher Pferde, Fuhrwerke und Handwagen dort ein. Wer Zeitungsannoncen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg aber auch noch in der Zwischenkriegszeit durchsieht, wird zahlreiche Angebote für diesen Service finden, wobei es durchaus auch Nachahmerinnen gab, die zwar nicht im Sellrain wuschen, aber eine ähnliche Qualität bzw. Preise garantierten.

Innsbrucker Nachrichten, 22. Juli 1901.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-27496)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Ein sehr interessantes Bild, weil die beiden Häuser inzwischen glatte, nackte Fassaden haben. Der historische Stuck wurde entfernt.

  2. Interessant ist, dass in diesem Haus Kiebachgasse 8 anscheinend das Vorgängergeschäft der „Keramik“ unter den Lauben war.
    Die „Keramik“ war für uns das Geschäft, in dem bei uns sämtliche Haushaltsartikel, von Geschirr bis zum Kartoffelschäler, gekauft wurden. Bei uns in Alt-Pradl war es ja früher so, dass wir wohl ein Überangebot für Waren des täglichen Bedarfs hatten, es gab mehrere Metzger, Lebensmittelgeschäfte etc. und einen Bäcker – eh schon wissen – aber für gewisse Waren musste man ‚in die Stadt hinein‘. Anlaufstelle für normale Haushaltsartikel war eben die „Keramik“ unter den Lauben, wenn man schöneres Geschirr oder Glas für Geschenke brauchte, einer der beiden Sporer.
    Besonders nett auf diesem Bild finde ich die Schilder in der Mitte dieses Bildes: „Keramik Niederlage.“, den Kaffeehafen mit der Acht (Hausnummer 8?!), „Einsied Glaser“, „Aluminium Sportartikel“ und das Waschlavor.

  3. Wegen der Keramik habe ich noch etwas herumgestöbert: Im Adressbuch 1938 ist noch der Eintrag „Keramik“, Stadler Paul &Co Schöpfstraße 21 und Kiebachgasse 8, Pächter „Keramik, Vollhuber&Co, im Adressbuch 1940 nur mehr „Keramik“ Herzog Friedrichstraße 23

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