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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Eine Winterreise Durch Tirol, Teil 1

Eine Winterreise durch Tirol, Teil 1

In der Sammlung Walter Kreutz habe ich kürzlich eine Reihe wunderschöner Glasplatten-Winterfotografien entdeckt. In der Serie „Winterreise durch Tirol“ möchte ich Ihnen einige davon vorstellen. Das Titelbild dieses Beitrags entstand im Voldertal. Es zeigt im Bildvordergrund drei Rodler, zwei Männer und ein Kind. Dahinter ist das – ab der Mitte des 15. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts – bei vielen Kurgästen beliebte Volderwildbad zu sehen. Ende der 1960er Jahre wurde der Badebetrieb geschlossen. Rechts im Bildhintergrund ist die den Heiligen Kosmas und Damian – den Schutzpatronen der Bader, Ärzte und Apotheker – geweihte Barockkapelle zu erkennen. Die Kapelle entstand zwischen 1625 und 1660. Die Baupläne sollen von dem berühmten Arzt, Schriftsteller und Architekten Hippolyt Guarinoni, der auch die Karlskirche in Volders plante, stammen.

Die Gegend um das Volderwildbad war nicht nur bei Sommerfrischlern beliebt, sondern bot auch Fans des Rodelsports ausgezeichnete Bedingungen. So wurde zum Beispiel in den Innsbrucker Nachrichten vom 4. Jänner 1908 über einen für den Dreikönigstag geplanten Rodelausflug der Alpenvereins-Sektion Innsbruck informiert: „(Rodelausflug der Alpenvereins-Sektion Innsbruck.) Wir erhalten die Mitteilung, daß die Sektion am Montag (Hl. Dreikönigtag) einen gemeinsamen Rodelausflug ins Volderwildbad veranstaltet, an dem sich auch Damen beteiligen werden. Die Abfahrt erfolgt mit dem Südbahnzug um 1 Uhr 14 Min. nachmittag nach Hall, von dort Aufstieg zum Volderwildbad, wo eine Jause eingenommen wird. Vor Einbruch der völligen Dunkelheit erfolgt die Rodelabfahrt auf dem neuen, ausgezeichneten Rodelwege nach Volders. Nachher findet dort eine gemütliche Zusammenkunft der Sektionsmitglieder und Gäste statt, die bis zur Abfahrt des Zuges nach Innsbruck bis 8 Uhr 12 Minuten währen wird. Die Leitung des Ausfluges erfolgt durch den Sektionsausschuß. Mitglieder des Alpenvereins, sowie Gäste sind herzlich willkommen!“

(Stadtarchiv Innsbruck, KR-PL-2305)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Schade, daß die Auflösung schon im Text steht!
    Als schon längst kein „Badebetrieb“ mehr existierte, konnte ich bei einer Wanderung hierher ( in der ersten Hälfte der 60-er Jahre) durch die Fenster im Inneren eines der Gebäude noch die Badewannen sehen.

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