Eine mächtige Flotte
Als Binnenstadt hat Innsbruck nicht einmal mehr den „Hafen“. Auch sind bereits seit einigen Jahren (leider?) keine neuen, kreativen Ideen aufgetaucht, eine Form der Innschifffahrt in Innsbruck vom Stapel laufen zu lassen. Auch die private Befahrung unseres Namensgebers ist inzwischen leider selten geworden. Da wird gleich der Ruf nach der Polizei und der Wasserrettung laut.
Unsere städtische Flotte war früher großteils in Cremefarbe gehalten: Die Flotte des städtischen Fuhrparks, die hier im Bild auf dem Areal des ehemaligen Zentralhofes, der heutigen IIG, aufgereiht ist. 45 Fahrzeuge wenn ich richtig gezählt habe. Ich weiß, jetzt zählen Viele nach…
Die Autofreaks können hoffentlich einige der Fahrzeugmodelle benennen.
Dann bleibt noch die Frage, warum es mitten drin drei andersfarbige VW-Busse gibt. Alle sind gleich, manche sind gleicher.
Für mich ist überraschend, dass es so viele Wasserspritzwägen gibt. Ähnlich viele wie Müllfahrzeuge.
Heute ist die Flotte wesentlich differenzierter. Die Müllabfuhr ist ausgelagert. Viele Aufgaben haben sich geändert. Und inzwischen fahren ziemlich viele Elektrofahrzeuge durch die Straßen Innsbrucks. Es ist bewundernswert wie virtuos die Piloten viele dieser komplexen Maschinen durch die Straßen und über die Gehsteige manövrieren.
An dieser Stelle darf aber auch nicht vergessen werden, dass wir uns bei dieser fröhlichen Aufstellung mitten auf dem Areal des ehemaligen Lagerkomplexes Reichenau befinden. Wenige Jahrzehnte davor wurden hier Menschen mit Gewalt festgehalten, gequält und zumindest 115 ermordet und Zahllose in den Tod weiter geschickt.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-5424)
Sehr Steyr-dominiert, der Fuhrpark. 5 Unimog und ein Rundhauber von Mercedes. Der Hauptteil der Flotte besteht aus Steyr 680 Modellen. Drei OM Lupetto, zwei Steyr 90plus, ein 780er und einige Steyr 380/480/ 586-Hauber sowie der Haflinger sind auch zu erkennen. Die Radlader von Volvo, früher öfter auch auf Baustellen und Sägewerken anzutreffen, sind auch von der Bildfläche verschwunden.
Mein Favorit ist die Faun Kehrmaschine in der drittletzten Reihe, in meiner Erinnerung hatte die 2 Lenkräder.
Den Zeitraum der Aufnahme würde ich auf 1970/1971 eingrenzen. Hochhaus Schützenstraße 10 schon bewohnt, das Sternhochhaus An-der-Lanstraße 18 noch in Bau und die von Hern Roilo immer wieder erwähnte 110 kV-Leitung der Tiwag steht noch nordseitig.
Die drei andersfarbigen (Rassismusalarm!) stechen natürlich heraus. Während die beiden Blauen leicht als Personentransporter und Kleinlastwagen erkennbar sind, läßt der zweifarbige Bulli mit dem Dachzelt an wichtige Dienstfahrten an den Gardasee denken (Studium der Müllabfuhr in Saló, Vergleich der Schneeräumverfahren in Peschiera und Lazise). Ich glaube aber, mich erinnern zu können, dass das so eine aufklappbare Projektionsfläche gewesen ist. Aber mit welchem Programm? Jenseits des Erinnerungshorizonts.