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Ein Koffer Mit Geschichten 2

Ein Koffer mit Geschichten 2

Auch wenn Ernst Muigg seiner Rosa am 18. April 1945 erklärt hatte, dass man sich über Politik in Briefen nicht unterhalten soll, äußerte er sich tags darauf in seinem nächsten Brief überraschend offen: Ich „gehöre nur Dir und sonst niemand auf dieser Welt und will nur das tun, was für uns recht ist, was zu unserem Wohl ist“. Keine Spur von Volk und Führer. Vorsichtig formuliert Ernst, er könne sich „nicht denken, daß es eine Regierung geben könnte, die so niederträchtig lügen würde, nur um sich selbst noch zu halten, obwohl sie weiß, daß alles verloren ist“. Ob Ernst aus Angst vor Zensur und Konsequenzen zumindest noch vordergründig den Anschein wahren wollte, an das Regime zu glauben, oder ob er tatsächlich noch auf den „Endsieg“ hoffte und die Realität lieber nicht wahrhaben wollte, kann man nicht mit letzter Gewissheit sagen. Aber die Lage war Ernst schon recht klar, wenn er schreibt, „den Wehrmachtsbericht darf man heute nicht mehr hören, sonst verliert man den Glauben, das heißt die Hoffnung“.

Brief von Ernst Muigg an Rosa Muigg, 19. April 1945 (Ausschnitt)

(Bild: Privat; Soldaten aus dem Umfeld von Ernst Muigg posieren mit ihren Waffen; Ort und Dargestellte sind unbekannt)

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