Ein blumiges Bild
Als Pergament noch der beliebteste Stoff für das geschriebene Wort war, wurde manchmal die Tinte abgekratzt, um eine Seite neu beschreiben zu können. Pergament war so teuer und auch widerstandsfähig genug, um diese Prozedur anwendbar zu machen. In im heutigen Fachjargon werden so recycelte Seiten als Palimpsest bezeichnet. Manche verloren geglaubte Texte wurden wiederentdeckt (darunter auch Teile von Ciceros De re publica) als es gelang, die so überschriebenen Zeilen wieder lesbar zu machen.
Hier zu sehen ist ein Objekt, das gewissermaßen ein modernes Pendant zu dieser Praxis darstellt, obgleich die Rückseite nicht ganz so unschuldig wie ein eine Cicero-Passage ist. Die Vorderseite sehen Sie hier auf dem Titelbild, ein rosafarbener Blumenstrauß. Spannend wird es auf der Rückseite:

Die Geschichte dieses Doppelgemäldes kennen wir leider nicht – man kann nur spekulieren…
Ja, in den ersten Nachkriegsjahren wußte man vielerlei wiederzuverwenden.
Da hatte wohl eine Familie von Cineast:innen ein Profilporträt von Sir Charles Spencer Chaplin an der Wand hängen. Oder es waren doch einfach Nazis oder rückgratlose Mitläufer:innen, wer weiß das schon.