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Digitales Innsbruck, XIX.

Digitales Innsbruck, XIX.

Vorneweg, ich verspreche feierlich, dass dies bis auf weiteres der letzte „Rotlichtbeitrag“ meinerseits ist. Ich hoffe aber, die werten LeserInnen haben für den Umstand Verständnis, dass der Ausstieg nicht so leicht fällt, wenn man einmal ins Thema „Ampeln“ eingestiegen ist.

Die Geschichte die sich hinter unserem Titelbild verbirgt, hat vielleicht nicht direkt etwas mit Digitalisierung zu tun, aber es geht um eine handfeste technische Sensation. Wenn man dem Amtsblatt glauben will, wurde 1981 in Innsbruck die erste blindengerechte Ampelanlage Österreichs in Betrieb genommen.

Die Kreuzung vor der Hofkirche wurde für 270.000 Schilling neu gestaltet. In Zuge dessen wurde neben einer rollstuhlgerechte Gehsteigkante für knapp 10.000 Schilling auch eine damals noch neuartige Zusatzeinrichtung installiert. Das im Bild zu sehende kleine Kästchen, signalisierte zum einen mittels Summton die Grünphase und man konnte außerdem an dem Plastikgehäuse auch die Richtung des freigegebenen Überwegs ertasten. Die Eröffnung der Anlage wurde natürlich wie immer Medien wirksam mit dem damaligen Obmann des Tiroler Blindenverbandes Klaus Martini in Szene gesetzt. Nicht fehlen durfte selbstverständlich auch die politische Repräsentation, in diesem Fall durch Vizebürgermeister Obenfeldner.

Besagte Ampelanlage ist heute schon wieder Geschichte, doch die blindengerechten Ampelanlagen haben sich in unserer Stadt erfreulicherweise weitgehend durchgesetzt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-15774)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ferdinand Obenfeldner war von 1962 bis 1985 als Vizebürgermeister von Innsbruck. Er ist 2009 verstorben. Heuer wäre er 105 Jahre alt geworden.

  2. Danke für die interessante Serie!
    Kleine Ergänzung: alle, nicht nur die meisen Zufußgehenden-Ampeln sind in Innsbruck schon seit vielen Jahren sehbehindertengerecht. Das akustische Signal, das leider auch Potenzial zum Anlieger:innen-Stören hat, wurde inzwischen weitgehend durch ein geräuschloses Signal ersetzt oder ergänzt, das Sehbehinderte mit ihren eigenen speziellen Devices nutzen können.
    Für das Geräuschproblem gab und gibt es anderswo aber auch originelle Lösungen, in San Francisco und der Bay Area etwa zwitschern die Ampeln wie Vögel (selbst erlebt), und in Japan zirpen sie wie Zikaden oder spielen Melodien. Bei uns gibt es einige, die herzschlagähnlich klopfen.

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