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Die Zeichen- Und Malschule Toni Kirchmayr

Die Zeichen- und Malschule Toni Kirchmayr

Der Tiroler Künstler Toni Kirchmayr (1887 – 1965) war ein Tausendsassa: Kirchenmaler, Freskenmaler, Porträtmaler, Landschaftsmaler und gewerblicher Maler.

Mit 31 Jahren eröffnet er zusätzlich eine eigene Zeichen- und Malschule in der Erlerstraße. Sein Lehrziel war es Anfänger bis zur Akademiereife sowie Fortgeschrittene auszubilden. Im Dezember 1918 suchte er schon per Inserat Modelle.

Allgemeiner Tiroler Anzeiger, 3.12.1918

Aufgrund des großen Andrangs wurde die Schule im darauffolgenden Herbst bedeutend erweitert.
Zur Unterstützung holte sich Toni Kirchmayr für das Malen den Kunstmaler Arthur Nikodem. Den kunstgewerblichen Teil übernahm die Keramikerin Rosa Bayer und Richard Quandes unterrichtete praktische Lithographie. Universitätskurse über praktische Anatomie und Vorträge über Kunstgeschichte und Stillehre vervollständigten den Lehrplan.
Die Erweiterung des Kursangebotes und die große Schülerzahl machten eine Übersiedlung zunächst in das leerstehende Stöcklgebäude der damaligen Handelskammer in der Meinhardstraße notwendig. Das Lokal stellte die Handels- und Gewerbekammer in Würdigung des Werkes der Kunstschule für die Hauptstadt und das Land zur Verfügung. 1920 überließ die Stadt Innsbruck Kirchmayr den ersten Stock des Ferrari-Palais.

Einige Jahre später zog die Malschule in den zweiten Stock in der Herzog-Friedrich-Straße 21, heute bekannt als Bürgersaal.
Dort wurden folgende Kurse angeboten:
Zeichnen und Malen nach der Natur und zwar: Kopf, Ornamentik, Landschaft und Blumen, sämtlich 2-5 nachm. Abendakt 8-10 Uhr abds. Kopf und Akt nach lebendem Modell. Jeden Dienstag findet von 9-10 Uhr im anatomischen Institut an der Leiche, sowie jeden Samstag von 8-10 Uhr abends ein Perspektive-Vortrag statt. Der Kinderkurs im Zeichnen und Aquarellieren, Mittwoch und Samstag von 2-5 Uhr, wird in vollen Ausmaße wieder aufgenommen. Unterricht für Anfänger, Vorbereitung für die Akademiebesucher, Talentproben, Übungsschule für Fortgeschrittene und Berufskünstler. Bei günstiger Witterung auch Malen im Freien.

Ab 1925 fand in einem Nebenraum die Fortbildungsschule für Maler, Vergolder und Lackierer einen Platz.

Die Malschule Kirchmayr zählte zu den bedeutendsten Ausbildungsstätten, in denen Tiroler Künstlerinnen und Künstler auf ihren Besuch an einer Kunstakademie vorbereitete wurden. Zu den Schüler:innen gehörten unter anderem Hilde Nöbl, Inge Höck, Max Weiler, Elmar Kopp, Josef Prantl und Ernst Schroffenegger.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Toni Kirchmayr, Meine Malschule, Öl, 1946, Bi-169_Inv. 8919)

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