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Die Straßen Von Innsbruck – Die Andreas-Hofer-Straße

Die Straßen von Innsbruck – die Andreas-Hofer-Straße

Der Namensgeber dieser Straße wird vielleicht dem einen oder anderen Heimatgeschichte-Enthusiasten ein Begriff sein. Dem aufmerksamen Beobachter werden möglicherweise auch andere Spuren dieser wenig bekannten Figur der Tiroler Geschichte in Innsbruck auffallen.

Die Straße wurde 1886 angelegt und noch im selben Jahr erhielt sie ihren Namen durch eine Entscheidung des Wiltener Gemeinderates. Es war eine Zeit reger Bautätigkeit in Wilten, der Straßenbau war mit über 3.500 Gulden der mit Abstand größte Posten im Budget der Gemeinde.

In Mühlau gab es bis zur Eingemeindung im Jahr 1938 ebenfalls eine nach dem unbekannten Sandwirt benannte Straße, die heutige Haller-Straße.

(Gabelung der Mühlauer Auffahrt  (heute Anton-Rauch-Straße) und Andreas-Hofer-Straße (heute Hallerstraße) mit dem Gasthof Dollinger und noch mit jenen Gebäuden, die anlässlich des Baus der Mühlauer Brücke 1937/38 abgerissen wurden. Signatur Sommer-1-334)

(Blick aus der Andreas-Hofer-Straße auf den Westbahnhof, 1910, Signatur Ph-A-24684-153)

(Hotel Österreichischer Hof an der Ecke Staffler- und Andreas-Hofer-Straße, Signatur Ph-5336)

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare
  1. Jetzt waren wir doch gerade einmal noch 15 – 20m weiter westlich und haben am linken Bildrand die Quaderung der Nordwestkante des Hotels Veldidena gesehen – beim Rätselbild mit dem Bierdepot.
    Und ich dachte mir „Wann bringen die denn endlich etwas mit dem Westbahnhof?“
    Erstaunlicherweise habe ich den Westbahnhof tatsächlich erstmals am 13.6.1950 gesehen. Als wir im Auto nach dem Knick bei der Einmündung Schöpfstraße in die Andreas Hofer Straße darauf zufuhren, dachte ich mir aber.: „Das kenn ich doch – das hab ich schon irgendwo ganz ähnlich gesehen – auf den beiden Fahrten mit Papa nach Wien – 1946 und 1948“ – und Begriffe wie „Hadersdorf-Weidlingau“, „Hütteldorf-Hacking“ und „Penzing- Baumgarten“ wirbelten mir durchs Hirn.
    Es hat laaaange gedauert, bis bei mir „der Groschen gefallen“ ist – dieser „Point de vue“ der Andreas Hofer Straße…. wie eine kleine „Gloriette“ – die man halt zu einem einstöckigen Bahnhofs- und Wohngebäude „ver- mauert hat…
    Aber auch mit der Rückseite verbinde ich zumindest eine peinliche Erinnerung.
    Im Geschichteunterricht wollte uns die Lehrerin die Florentiner Renaissance näherbringen. Dazu hatte sie den Raum verdunkelt – und ein dickes Buch unters (oder „ins“?) Episkop gelegt.
    Und dann kam ein Foto von einer Palastfassade.
    Erdgeschoß: offene Bögen zwischen Säulen.
    Obergeschoß: rechteckige Fenster in regelmäßigen Abständen.
    Dachgeschoß: gerade zurückgehend, keine Fenster, etwa vielleicht halb so hoch (am Bild) wie das Obergeschoß.
    „D a s kenn ich doch…“ schoß es mir – und schon flüsterte ich der Traudl zu „Der schaugt ja aus wie der Westbahnhof von hinten!“
    Au weh!
    Ohren hatte sie gute, die Lehrerin. D i e hätten Sie toben hören sollen! Weißen Schaum hatte sie in den Mundwinkeln.
    Und das Episkop? Ich erinnere mich nicht, es jemals wieder in Funktion gesehen zu haben….
    Wann das war? Schuljahr 1953/54.
    (Ja, ja, gut. In Florenz waren die Säulen im Erdgeschoß aus Marmor, während es beim Westbahnhof grün – oder meinetwegen später grau- gestrichene gußeiserne Ständer waren, die ein Vordach hielten.
    Aber ich laß mirs nicht nehmen – die Proportionen….)

    1. Ergänzung:
      Erstaunlich, wie die 15 – 20m Abstand zum „Bierdepoträtselbild“ den Hintergrund (Steinbruck – Ferrariwiese) gleich verändern!

  2. Noch etwas fällt mir ein:
    Bei den 2 Fenstern Andreas Hofer Straße 53/II – ganz am linken Bildrand! – wohnte die Familie Sporner. Schon die Eltern der Frau (geb.Moser) hatten dort gewohnt.
    Die Tochter, die Sporner Gitta, Jahrgang 1936, war eine quicklebendige, lebhafte gute Turnerin. Sie hat mir einmal erzählt, sie sei einmal „ausgekommen“ aus dem Hof – und einfach weiter – und weiter – und weiter gegangen, bis ihr alles sehr fremd vorkam („da muaß i scho irgendwo im Saggen g’wesn sein!“) – und Passanten sich ihrer annahmen und sie fragten „Ja, wo wohnsch denn du, Mädele“ und sie konnte gerade noch hervorstammeln „Hoferstraße“
    „Ah“, dachten sich die guten Leute, „Die wird von Mühlau ummer kemmen sein“ – und führten sie ans andere Ufer hinüber in die dortige Andreas Hofer Straße „Und wo wohnsch du jetz? Zoag ma’s amal!“ und da habe sie zu weinen begonnen, daß man sie „auf die <Polizei" (wo immer die war) gebracht habe.
    Dort wurde dann herumtelefoniert – und – ja- endlich! – die Wachstube Schöpfstraße (die es also damals schon gegeben hat!) meldete ein vermißtes Kleinkind, blond, 2-jährig, mit vermißtem Spielzeugtier…
    Ja, im Alter von 2 Jahren bekommt mancher einen Wandertrieb! In Pradl zum Beispiel… aber das gehört nich t hierher!

  3. Meiner Meinung nach hätten Sie, Herr Permann, auf den ersten Absatz Ihres Begleittextes verzichten können! Auch den „unbekannten Sandwirt“ möchte ich übersehen!

    1. Ich glaub, das war ironisch gemeint. Tatsache ist aber doch, daß unser geliebter Ander erst viel später durch deutsche Revolutionsstudenten (wer sonst?) unter dem Mantel des Vergessens hervorgeholt wurde und sich die Vorläufer der Touristiker gedacht haben, die Idee ist nicht schlecht. Leider ist die Vorbildwirkung für die Jugend, sich nicht alles gefallen zu lassen, bis auf einige politisch gewünschte und daher erlaubten Frechheiten bis heute nicht richtig herübergekommen.

      1. Vielleicht gefällt Ihnen die Antwort eines Eisenbahners (in den 50-er Jahren) auf die Frage eines Gastes aus Deutschland („Ja, was halten Sie vom Andreas Hofer, diesem großen Helden…“ oder so), die da lautete:
        „Ja mei! A Kriegsherr war er halt aa! Die oan hat er in Kampf aussigschickt – wer woaß, wiaviele da g’falln sein- und er isch in der Hofburg g’hockt und hat sein Wein trunkn und a paar Brief gschriebn…“

      2. Ironisch? Entweder unwissend oder provokant. Ersteres kann man bei einem Stadtarchiv-Menschen ausschließen, das andere passt nicht hierher.

        1. Lieber Herr Roilo,
          es war in keiner Weise provokant gemeint, tut mir leid, wenn es so verstanden wurde. Ich habe mir nur diesen ironischen Satz erlaubt, weil es mir aufgrund seiner großen Bekanntheit nicht sinnvoll erschien, hier eine Kurzbiographie von Andreas Hofer anzuführen. Wäre ich bei dieser Serie zuerst zur Kaiser-Franz-Joseph-Straße gekommen, hätte ich vielleicht dabei einen ähnlichen Satz geschrieben.
          Beste Grüße,
          Pascal Permann

          1. Also hat Herr Hirsch (wieder einmal) Recht gehabt und ich glaube es Ihnen auch (ohne Ironie!). Ich hatte halt andere Befürchtungen! Tut mir ebenfalls leid! Schöne Grüße nach Innsbruck

  4. Die Gemeinde Wilten hat es jedenfalls für Wert gefunden, die großen Tiroler Helden der Zeit um 1809 in Straßennamen würdig und pietätvoll zu Ehren, damit sie niemals vergessen werden.
    Man kann ja von einem richtigen „Freiheitskämpfer“-Viertel sprechen, wie die Namen von Andreas Hofer, Haspinger, Speckbacher, Peter Mayr beweisen.
    In Wien gibt es sogar eine Sandwirtgasse im 6. Bezirk und auch noch eine Andreas-Hofer-Straße im 21. Bezirk.

      1. …..und zufällig sind wir (nach dem Grablgießen am Wiltener Friedhof) am Berg Isel zurecht gekommen, um bei den Filmaufnahmen zu einem Remake eines Luis-Trenker-Films zuzusehen.
        Der Andreas Hofer am Denkmal war „eine glänzende Erscheinung“
        Auf einer Holzplattform auf Rädern – das war also der „Kamerawagen“, der auf Schienen lief – schräg Richtung Südwest – stand die Kamera – und das Ganze wurde je nach Bedarf vor – gefahren und wieder zurück – gezogen.
        Ein Fräulein „hielt die Klappe“ – und schon mußte die Schauspielerin, die Marianne Hold, das ihr vorher wieder in die Hände gedrückte Blumenbukett vom Westen her zum Denkmalsockel tragen, es dort deponieren, drei Schritte „hinterschi“ gehen, träumerisch hinaufblicken – und „AUS!“
        Zwischenzeitlich verlor das Denkmal ein wenig an Glanz – worauf der Andreas Hofer mittels eines langen schwarzen Gartenschlauchs wieder naßgespritzt wurde, daß ihm das Nasentröpfl nur so herunterrann.
        Lange haben wir – ich gestehe: einigermaßen amusiert – zugesehen, bis wir das FEld räumen mußten…
        Aber. Unvergeßlich! (und: Sehr lehrreich!)

        a

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