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Die Steidlevilla

Die Steidlevilla

Eines der beeindruckendsten Häuser in der Leopoldstraße ist das Haus Leopoldstraße 22, die sogenannte Steidlevilla. Hier im Bild in einer historischen Aufnahme, wohl aus den späten 1960er Jahren. Das Haus wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut. Der barocke Ansitz wurde im 19. Jahrhundert schließlich zu einer klassizistischen Villa erweitert. In diesem Anblick präsentiert sich das Gebäude auch heute noch. Besonders auffällig ist der Mittelrisalit mit Giebel.

Der wohl bekannteste Bewohner des Hauses wird vor allem Geschichtsinteressierten bekannt sein: Seit seiner Berufung 1853 nach Innsbruck wohnte in diesem Haus der bedeutende Historiker Julius von Ficker mit seiner Familie. In diesem Haus verfasste er einige seiner wichtigsten Studien zur deutschen Reichs- und Rechtsgeschichte und wohl auch seine Beiträge im bekannten Streit mit Heinrich von Sybel in den 1860er Jahren. Dieser Ficker-Sybel-Streit kreiste vordergründig um die Italienpolitik der deutschen Könige im Mittelalter, die wissenschaftliche Auseinandersetzung war aber letztlich von der tagespolitischen Frage um die Stellung Österreichs zu Preußen beeinflusst, was der publizistischen Auseinandersetzung einige Resonanz verschaffte. In dem Haus wuchsen auch die Kinder Fickers auf: Ludwig, der sich als Verleger einen Namen machte; Heinrich, ein bekannter Meteorologe; Rudolf, der als Musikwissenschaftler Karriere macht und schließlich Cenzi Ficker, die eine bekannte Alpinistin war.

An Julius Ficker erinnert eine Gedenktafel am Haus. Auf dem Wiltener Friedhof befindet sich das Grab der Familie Ficker.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-7384)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Konnte man an der Tür bis zur letzten, irgendwann in den 2000er Jahren erfolgten Renovierung nicht auch noch gruselige Einschußlöcher sehen, die von einem Naziattentat herrührten?

    Die Schüsse fielen jedenfalls und galten dem Landesrat Dr. Richard Steidle, als er am 11 Juni 1933 vor seinem Haus (Steidle Villa) aus dem Auto gestiegen war und die Haustür aufsperren wollte:

    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=abd&datum=19331121&seite=1&zoom=33&query=„Steidle“&ref=anno-search

  2. Dazu passend zu den Taten der Nazis in dieser Zeit,
    ziemlich genau ein Jahr nach dem Anschlage auf den Sicherheitsdirektor Dr. STEIDLE, nämlich am 25.7.1934, verübten
    Friedrich WURNIG und Christian NEYER einen Mordanschlag auf den Polizeistabshauptmann Franz HICKL in der Herrengasse 1
    vor dem damaligen Polizeikommissariat, indem WURNIG ihm in den Rücken schoss. Hauptmann HICKL überlebte den Anschlag nicht.
    WURNIG wurde wegen Mordes zum Tod durch den Strang und NEYER wegen Mittäterschaft zu 20 Jahre schweren Kerkers verurteilt.
    Polizeistabshauptmann Franz HICKL wurde posthum zum Polizeimajor ernannt. Auf der Ehrentafel, im ersten Stock der Polizeidirektion Innsbruck, Kaiserjägerstr. 8, ist für im Dienst tödlich verunfallten oder getöteten Polizeibeamten unter anderen
    auch Major HICKL angeführt.

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