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Die Schwarzen Mander (X.)

Die Schwarzen Mander (X.)

Die erste der Figuren, die in Nürnberg gegossen wurde, während Sesselschreiber noch in Innsbruck arbeitete, ist die hier zu sehende Statue Theoderichs des Großen. Der Entwurf für diese Figur stammt von Albrecht Dürer, der bereits zuvor für Maximilian gearbeitet hatte. Die Ausführung der Statue lag beim Nürnberger Rotschmied (einem Schmied der sich auf Messing spezialisierte) und Bildhauer Peter Vinscher. Dieser war wohl einer der bedeutendsten Handwerker/Künstler der Stadt, die an sich schon besonders in diesem Gewerbe prominent war. In seiner Bekanntheit liegt vielleicht paradoxerweise der Grund dafür, dass er nur zwei Figuren für das Grabmal fertigte. Zur selben Zeit als ihn Maximilian beauftragte, hatte er auch einen Auftrag aus der Stadt Nürnberg bekommen; er sollte das Grabmal des Heiligen Sebaldus fertigen.

Theoderich ist unter den Schwarzen Mandern derjenige, der zeitlich am weitesten von Maximilian entfernt steht. Geboren in den 50er Jahren des 5. Jahrhunderts n.Chr., war Theoderich als Sohn eines Anführers der Ostgoten in Byzanz aufgewachsen. Er folgte seinem Vater im Alter von etwas über 20 Jahren als König nach und wurde 489 von Kaiser Zeno nach Italien entsandt um das Reich Odoakers zu erobern. Er war erfolgreich, doch die von ihm errichtete Herrschaft der Ostgoten in Italien überlebte ihn nur um wenige Jahre.

Die Statue wird oft auch als Dietrich von Bern bezeichnet, was auf den ersten Blick seltsam erscheint. Theoderich ist jedoch die historische Figur, die hinter dieser Sagengestalt steht, die bereits im Hildebrandslied und auch im Nibelungenlied auftaucht. Bern war der bis in die frühe Neuzeit gebräuchliche deutsche Name für Verona, wo Theoderich seine Kämpfe gegen Odoaker gewann. Von der ursprünglichen Heldensage, die einen historischen Kern hatte, entwickelte sich über die Jahrhunderte ein großer Reichtum an Geschichten – ein Chronist fasste die Sagen abschätzig zusammen, indem er berichtete, wie man sich erzählte „(…) wie her Dietrich von Berne und sin meister hiltebrant vil wurme und drachen erslugent und wie er mit Ecken dem rysen streit und mit den querhen und in dem rosengarten (…)“[1]


[1] Zitiert nach Achim Masser, Von Theoderich dem Großen zu Dietrich von Bern, Bozen 1989.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Einspruch, lieber Herr Wirth! Sie meinen als Schöpfer der Statue wohl nicht einen Peter Vinscher, wie im Text geschrieben steht, sondern Peter Vischer.

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