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Die Sängerin Sophie Schoberlechner

Die Sängerin Sophie Schoberlechner

Sophie Schoberlechner, die auch unter dem Künstlerinnennamen Sophie Cittadini bekannt war, wurde am 20. April 1825 in Moskau geboren. Sie stammte aus einer Künstlerfamilie: Ihr Vater Franz Schoberlechner war Pianist und Komponist, ihre Mutter Sophie Dall’Occa -Schoberlechner Sängerin. Im Jahr 1841 heiratete Sophie den Geschäftsmann Wilhelm Schoberlechner, der ein Cousin ihres Vaters war. Der Ehe entstammten die beiden Söhne Wilhelm und Julius.

Sophie Schoberlechner wurde in einem Institut in Florenz erzogen. Gesangsunterricht erhielt sie nicht nur von ihrer Mutter, sondern auch von der Opernsängerin Marie Malibran und dem Komponisten Saverio Mercandante. Ihr Debüt im Hofoperntheater in Wien wurde am 20. November 1845 in der Zeitung „Der Wanderer“ folgendermaßen angekündigt: “ Mad. Sophie Schoberlechner, Tochter der berühmten Sophie dall‘ Occa Schoberlechner, wird dieser Tage im Hofoperntheater als Alice in „Robert der Teufel“ debutieren.“

Am 10. Dezember 1845 erschien in der Zeitung „Österreichisches Bürgerblatt für Verstand, Herz und gute Laune“ ein kurze Notiz, in der recht wohlwollend vom Debüt der jungen Sängerin berichtet wurde: „Die Tochter der berühmten Sängerin Schoberlechner debutierte als Alice in Meyerbeer’s „Robert“. M. Sophie Schoberlechner besitzt ein schönes, dramatisches Gesangs-Talent. Ihre Stimme klingt angenehm und hat einen hübschen Umfang. Ihr Spiel steht mit dem Gesange auf gleicher Höhe.“

In der Saison 1846/1847 trat Sophie Schoberlechner mehrfach am Innsbrucker Landestheater auf. Das weiter unten abgebildete Programmheftchen, das auch ein paar Liedtexte in italienischer Sprache enthält, stammt aus dem Jahr 1846.

Da Sophie Schoberlechner aber gesundheitliche Probleme bekam, beendete sie ihr Engagement in Innsbruck vorzeitig. Im „Kais. Kön. Priv. Bothe von und für Tirol und Vorarlberg“ ließ sie am 28. Jänner 1847 folgende Danksagung an das Innsbrucker Publikum veröffentlichen: „Öffentlicher Dank. Durch anhaltende Kränklichkeit sah ich mich gezwungen, Hrn. Direktor um meine Entlassung von der hiesigen Bühne zu ersuchen, welche mir von diesem auch mit humaner Bereitwilligkeit ertheilt wurde. Ich kann von hier nicht scheiden, ohne dem hiesigen verehrungswürdigen Publikum meinen innigsten Dank für das mir während eines neunmonatlichen Aufenthaltes bezeigte Wohlwollen und für die gütige Nachsicht, welche meinen ersten Schritten auf der dramatischen Laufbahn zu Theil wurde, auszusprechen. Dieses Gefühl der Dankbarkeit und der freundlichen Erinnerung an die edlen Bewohner Innsbrucks wird mich überall hinbegleiten; – möge auch mir von ihnen ein wohlwollendes Andenken bewahrt werden! Sophie Schoberlechner.“

In der Saison 1847/48 war Sophie Schoberlechner am städtischen Theater in Graz engagiert. Von 1849 bis 1850 sang sie in Viterbo, Perugia, Mailand und Florenz. Im Jahr 1850 trat sie mehrmals an der Wiener Hofoper auf, zog sich dann aber noch im selben Jahr – angeblich auf Wunsch ihres Ehemannes – von der Bühne zurück. Sophie Schoberlechner starb am 8. August 1892 In Wien.

Das Titelbild zeigt Sophie Schoberlechner, die in einem weit ausgeschnittenen Kleid mit eng geschnürtem Mieder an einem Tischchen sitzt. Die Lithographie dürfte um 1840 herum entstanden sein und ist mit Armani [Basilio ?] signiert. Herausgegeben wurde das 24 x 34,8 Zentimeter große Blatt von Franz Unterberger, gedruckt wurde es in der Lithographie-Anstalt Carl A. Czichna in Innsbruck.

(Stadtarchiv Innsbruck, Bi-k-1076, FW-M-525-1, FW-M-525-2)

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