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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Die Bahnpost

Die Bahnpost

Vor einigen Wochen hatte ich hier ein schönes Bild vom Hof der Bahnpost veröffentlicht. Grund genug, das Gebäude auch in seiner vollen Pracht zu zeigen. Schon im Jahr 1867 war im Innsbrucker Bahnhof ein Postamt eigenrichtet worden. Mit dem zunehmenden Postaufkommen wurden die Klagen über die Raumnot dieses Postamtes allerdings immer größer. Daher wurde in den Jahren 1907/08 ein neues Post- und Telegraphenamt in Bahnhofsnähe errichtet. Die gewachsene gesellschaftliche Stellung der Post zu dieser Zeit lässt sich daran ermessen, dass die Postverwaltung damit in Innsbruck innerhalb von einem Jahr zwei neue große Postgebäude errichten hat lassen – das Hauptpostamt in der Maximilianstraße wurde 1907 eröffnet. Dazu auch ein paar Zahlen, die das meiner Meinung nach ganz gut illustrieren: Die Österreichische Statistik weist für das Jahr 1891 567.622.350 Briefpostsendungen (Briefe, Korrespondenzkarten, Drucksachen und Sonstige) in allen Ländern der Österreichischen Reichshälfte auf; im Jahr 1907 betrug derselbe Wert bereits 1.517.815.970. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahrzehnten ist damit der jährliche Briefverkehr allein in der österreichischen Reichshälfte um fast eine Milliarde Sendungen gestiegen – Pakete nicht eingerechnet.

Es verwundert daher nicht, dass für Organisation und Abwicklung dieser großen Zahl an Sendungen auch entsprechende – funktionale und repräsentative – Gebäude notwendig waren. Eine Beschreibung des neuen Bahnpostamts finden sich hier. Die Bahnstraße, in der sich das Gebäude befand – heute Brunecker Straße – war damals sogar eine kleine Allee. Bei den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Gegend um den Bahnhof schwer getroffen, so auch das Postgebäude und auch die Häuser in der Museumsstraße erlitten Treffer. Die Post wurde zwar rasch wieder errichtet, in den 1970er Jahren aber durch ein neues funktionales Gebäude ersetzt. Im Jahr 1975 zeigt sich die ganze Szenerie daher etwas nüchterner.

Mittlerweile ist, wie Sie wissen, auch das schon wieder Schnee von gestern und heute erhebt sich dort ein Büro- und Hotelkomplex, in dem unter anderem das Bezirksgericht und die Tiroler Tageszeitung untergebracht sind.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-6966;

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Bah – war das ein Prunkbau (von außen zumindest)
    Mir waren die nach außen gebauchten Fenstergitter im Parterre des Gebäudes noch in Erinnerung, als wir 1950 nach Innsbruck zurückkehren konnten-
    Bei den drei – oder vier – nördlichsten Parterrefenstern gab es sie ja noch. Die südlicheren Fenster bis zum damaligen Eckeingang waren vereinfacht wiederhergestellt.
    Und – als Verbindung zum Uhrturm – war damals das Delikatessengeschäft, der „Schlesinger“.
    Vielleicht hat Herr Roilo noch dunkel in Erinnerung, daß mein Mann, der Heini, hier am „Einzahlungsschalter“ seine Postlaufbahn begonnen hat – am 8.11.1962…
    Nach drei Wochen erfolgte dann die „Dienstzuteilung“ ans PTA Bregenz.
    Das war damals so üblich. Denn welcher junge Vorarlberger passenden Alters und passender Qualifikation wollte denn ausgerechnet bei der Post „anheuern“, wenn man in der Schweiz drüben das (mindestens!) Anderthalbfache verdiente?!!!
    Und so kam damals mein Mann in den unvergeßlichen Genuß des Seegfrörnewinters – mit Sonntag in Innsbruck – zum Holzhacken für den Heizbedarf der kommenden Woche…
    Unvergeßlich! Gell, Herr Roilo – Sie stimmen mir zu.

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