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Deutscher Kaffee?

Deutscher Kaffee?

1845 eröffnete Frau Josefa Wisiol ein neues Café in der Museumstraße Nr. 20 – es wurde etwas wenig originell als „Wisiol’sches Kaffeehaus“ bekannt. Ab 1858 wurde es von Johann B. Kraft geführt, der bald darauf auch zum Besitzer wurde. Er taufte das erfolgreiche Lokal in „Deutsches Kaffeehaus“ um. Johann Nepumuk Munding, Gründer des Cafés, das bis heute seinen Namen trägt, arbeitete im Deutschen Kaffeehaus nachdem er nach Innsbruck gezogen war, ehe er das erwähnte eigene Gewerbe gründete.

Das Café konnte viele Prominente zu seinen Gästen zählen und bot häufig auf der „Kraftschen Veranda“, dem von Kraft eingerichteten Veranstaltungsraum, besondere Events. Neben Konzerten und ähnlichem wurden dort auch Séancen gehalten; ebenso konnte man sich gelegentlich von Wahrsagern die Zukunft vorhersagen lassen – und das nur für 50 Kronen!

Am 1. Juni 1907 wurde das Lokal nach umfassenden Umbauten neu eröffnet, dabei wurde die Kraftsche Veranda zum hier zu sehenden Apollosaal. 1923 wurde das Lokal geschlossen und eine Bankfiliale nahm seinen Platz ein.

(Signatur Ph-22521)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Mich hat der nicht näher erläuterte, auf der Abbildung zu lesende Name Steden zu Peter Walder-Gottsbachers Buch „Vom Wirtshaus zum Grandhotel“ greifen lassen. Das war tatsächlich der spätere Wirt des Gasthauses in der Anichstraße. Er war eine Zeitlang Pächter des Deutschen Cafes. Besitzer war seit 1898 die Münchner Firma Maffei.
    Interessanterweise erwähnt der Autor anstelle des Apollosaals einen Fortunasaal .

  2. „Deutsches Kaffeehaus“ war also 1858 ein trendiger Markenname.
    Da kommt mir das DEZ in den Sinn, das uns 1970 als „Deutsches Einkaufs Zentrum“ beglückte. Zumindest wurde es in der Bevölkerung so übersetzt. Das meine ich gar nicht ironisch denn es war seinerzeit das erste Einkaufszentrum in Österreich.
    Heute es ist einfach nur “ das DEZ“ und niemand interessiert es welche Namen hinter den vielen Abkürzung stehen die uns heute umringen. Wahrscheinlich sind es einfach zu viele.

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