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Der Innsbrucker Künstler Franz Köberl

Der Innsbrucker Künstler Franz Köberl

Die als Titelbild dieses Artikels gewählte Bleistiftzeichnung zeigt die Innsbrucker Johanneskirche im Winter. Angefertigt wurde sie von dem am 27. Dezember 1889 in Innsbruck geborenen Maler und Graphiker Franz Köberl. Der vielseitige Künstler und Kunstpädagoge verbrachte seine Kindheit und Studienzeit in Wien. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung übersiedelte er nach Innsbruck, wo er den Lehrberuf ergriff.

In der Sammlung des Innsbrucker Stadtarchivs befinden sich einige seiner Werke, so auch das folgende Aquarell, das den Stadtturm in der Innsbrucker Altstadt zeigt.

Franz Köberl zeigte seine Werke immer wieder in Einzel- und Sammelausstellungen. So berichteten zum Beispiel die Innsbrucker Nachrichten vom 17. April 1925 , dass er im Jahr 1925 an einer Sammelausstellung in Wien teilnahm und dort für sein künstlerisches Schaffen den „Ehrenpreis der Stadt Wien“ erhielt.

Das Museum Ferdinandeum widmete Franz Köberl zwei größere Ausstellungen: Die erste fand im Jahr 1923 statt, die zweite, bei der seine Werke gemeinsam mit den Arbeiten von Ernst Degn präsentiert wurden, im Jahr 1937. Im Allgemeinen Tiroler Anzeiger vom 12. November 1937 wurde diese Gemeinschaftsausstellung ausführlich besprochen und Vergleiche zwischen den beiden Künstlern gezogen. Der Schreiber des Artikels kam zu folgendem, doch eher überraschenden Schluss: „Es sind doch zwei durchaus verschiedene Temperamente, die uns da begegnen. Köberl ist weicher, sanfter, fraulicher könnte man sagen, Degn ernst und männlich, zuweilen düster und immer kraftvoll.“ Ob sich Franz Köberl über diese Aussagen des Kunstkritikers ärgerte, ist leider nicht überliefert.

Franz Köberl beschäftigte sich mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken: Er schuf Aquarell- und Ölbilder, Rohrfederzeichnungen und Holzschnitte. Die folgende Abbildung zeigt einen seiner Holzschnitte. Auf der linken Seite ist die in das strahlende Licht eines gigantischen Sterns getauchte Heilige Familie dargestellt, rechts davon drei herbeieilende Hirten, die nur als dunkle Silhouetten zu erkennen sind, mit ihrer Schafherde.

Franz Köberl entwarf auch zahlreiche „Ex Libris“. Ein Beispiel dafür ist das hier abgebildete „Ex Libris“ für die Buchsammlung von Helmut Peer.

Franz Köberl erhielt im Laufe seines Lebens mehrere Auszeichnungen und Preise und war Mitglied in einigen Künstlervereinigungen wie dem „Dürerbund“. Bis März 1938 war er Vorsitzender des Landesauschusses Bildender Künstler Österreichs. Franz Köberl verstarb am 3. Februar 1967 in Innsbruck und wurde am Städtischen Westfriedhof beerdigt. Die folgende Todesanzeige erschien am 6. Februar 1967 in der Tiroler Tageszeitung.

(Stadtarchiv Innsbruck, Bi-3516, BI-0129, Bi-k-1520, Ho-Ex-0591)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ein sehr informativer Beitrag zum künstlerischen Schaffen Köberls, vielen Dank! Der Sohn Wolfram Köberl war ein bekannter Kirchenmaler. Er ist erst kürzlich am 17. November 2020 mit 93 Jahren verstorben.

  2. Wolfram Köberl schuf auch die Kreuzwegbilder in der Alten Höttinger Kirche,
    sein Bruder Oswald war unter anderem beim ORF Landesstudio Tirol u. am Tiroler Landestheater tätig.

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