Der Bau der Nordtiroler Eisenbahn – Nächster Halt Wörgl-Kundl
Bereits Titel und Foto dieses Beitrags dürften bei manchen Leser*innen für Irritation gesorgt haben. So zeigt das angeführte Bild gar keinen Bahnhof und auch die Benennung Wörgl-Kundl wirft sicher Fragen auf. Die Haltestelle heißt doch gar nicht so, oder?
Tatsächlich kennt man den Bahnhof im Alltag ausschließlich unter dem Namen Kundl. Vor Ort ist diese Bezeichnung auf den Schildern zu lesen, im Fahrplan der ÖBB wird die Station ebenfalls schlicht als „Kundl“ geführt. Die Erklärung für die ungewohnte Namensgebung ist technischer Natur, betriebsintern trägt die Station heute die Bezeichnung „Wörgl Kundl“, da sie organisatorisch und signaltechnisch dem Bahnhof Wörgl Hauptbahnhof zugeordnet ist. Für Fahrgäste blieb der Name jedoch unverändert derselbe wie seit der offiziellen Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1882.
Unklar ist hingegen, in welcher Form der Bahnhof bereits vor dieser offiziellen Eröffnung existierte. Laut Literatur soll es den Bahnhof bereits in der einen oder anderen Form seit Eröffnung der Strecke gegeben haben, aber gesicherte Informationen dazu konnte ich auf die Schnelle nicht finden. Möglicherweise können unsere Leser*innen hier ergänzende Hinweise liefern?
Bleibt noch die zweite naheliegende Frage: Warum zeigt das Titelbild keinen Bahnhof?
Der Grund ist schlicht: Im herangezogenen Gedenkalbum findet sich kein historisches Foto des Bahnhofs Kundl, was bei einer vergleichsweise späten Eröffnung nicht ungewöhnlich ist. Auch die eigene Sammlung enthält weder eine Aufnahme des Bahnhofs noch ein aussagekräftiges historisches Bild des Ortes selbst. Das verwendete Titelbild ist somit das einzige verfügbare Motiv mit lokalem Bezug. Ich mache aber aus der Not eine Tugend und frag einfach unser Publikum, warum ich ausgerechnet diese Bild genommen habe? Wo sind wir denn hier überhaupt?
Abschließend noch ein Hinweis am Rande der Recherche: Im Zusammenhang mit dem Bahnhof Kundl stößt man unweigerlich auf eine kleine, liebenswerte Episode aus jüngerer Zeit, eine Gedenktafel, die einem tierischen Stammgast gewidmet ist. Wo am Bahnhof die Tafel ist, sieht man leider nicht. Sollte jemand zufällig in Kundl vorbeikommen und Gelegenheit haben, davon ein Foto zu machen und mir zukommen zu lassen, würde mich das sehr freuen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, GoNe-019725)
Die Rattenberger Burg und den Kirchturm von Radfeld erahnt man gut.
Und als Innsbruckerin (ohne familiäre Verbindung ins Unterland) kann man an den Fingern einer Hand abzählen, wie oft man an diesen drei Bahnhöfen aus- oder eingestiegen ist:
Brixlegg – 1x aus – (Schul-)Ausflug auf die Gratlspitze, herunter über die Holzalm und Saulueg nach
Kundl – 1x ein (die Begleitlehrerin klagte, wie weit der Bahnhof vom Ort entfernt sei) und
Rattenberg – 1x aus – und nach dem Spaziergang nach Radfeld und zurück wieder
1x ein.
Schade, gell… Hoffentlich kann Herr Hirsch auch diesmal etwas auftreiben.
Ja. Man ist bestenfalls immer im Schnellzug durchgefahren. Oder – eben – überhaupt nicht mehr…
Zuerst einmal, das ist St. Leonhard BEI Kundl. Ein immer noch relativ alleinstehendes Kleinod. Bin extra einmal mit dem Auto hingefahren, nachdem ichs immer nur on der Bahn aus gesehen hab. Und früher natürlich mit dem Auto vorbeigebraust bin, verärgert wegen des dortigen 50ers und voll Hoffnung, auf der folgenden Chaussee wieder Gas geben zu können.
Zur Sache: Eine einzige Mehrbildpostkarte mit entsprechend kleinen Einzelbildern habe ich gefunden. Auf Google sieht man, dass sich bis auf die Aufstockung der Seitenteile nicht viel getan hat. Von der Farbe ist noch was für den Mittelteil des einst gleich ausschauenden Brixlegger Bahnhof noch was übrig geblieben.
https://postimg.cc/WFb0K1nF
Das ging aber schnell! – vielen Dank dafür!!!
Als es noch keine Autobahn gab und ich mit meinem Vater in den Ferien Mitte der Sechziger mit dem LKW ins Unterland gefahren bin, hat er immer gesagt, in St. Leonhard muß gut und preiswert essen sein, weil mittags immer so viele LKW dort parkten. Wir haben es nie erfahren, da für uns beide das sehr gute Beuschel in der Bahnhofsreste Wörgl auf uns wartete. Als ich mit meiner Frau 1991 vorbeikam wollten wir es genau wissen, es war sehr nett und neu eingerichtet, das Essen war fast das Gegenteil wie beim Bucherwirt (damals und heute) – einigermaßen, riesige Teller kleine Portionen und eher teuer, ein typisches Gourmet-Gasthaus. Wie es heute ist entzieht sich meiner Kenntnis.
Wie es heute dort aussieht ist schnell erzählt. Den Gasthof St. Leonhard gibt’s nicht mehr, er wurde abgerissen.