Das Waldhüttl oberhalb von Mentlberg
Das Waldhüttl oberhalb des Schlosses Mentlberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Im 16. Jahrhundert als Unterkunft für den Waldwächter errichtet, übernahm das Anwesen ab 1890 den Restaurantbetrieb des Schlosses und wurde 1907 um ein Ökonomiegebäude erweitert.
In historischen Wanderführern und -empfehlungen fand das Waldhüttl regelmäßig als Station für gemütliche Spaziergänge Erwähnung. Im Winter gab es zudem eine eigene Rodelbahn, die vom Waldhüttl zum Peterbründl und vom Eichhof zum Waldhüttl herabführte.
Für die FIS-Wettkämpfe 1933 war geplant, die Slalomstrecke mit Start bei der Mittelgebirgsterrasse nächst dem Eichhof und mit dem Ziel beim Waldhüttl oberhalb des Schlosses Mentlberg zu führen. Der akute Schneemangel machte den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Das Rennen musste auf die Seegrube verlegt werden. Ein zweiter Anlauf, ein internationales Slalomrennen am Mentlberghügel auszutragen, folgte schließlich bei den FIS-Wettkämpfen 1936.
Heute ist das Waldhüttl ein Ort der Solidarität. Seit das Stift Wilten das leerstehende Gebäude samt Zuhäusl im November 2012 kostenlos zur Verfügung gestellt hat, dient es als Herberge für Menschen, die es nicht leicht im Leben hatten und haben. Roma und Helfer:innen der Vinzenzgemeinschaft sanierten das Haus gemeinsam und rodeten das verwachsene Gelände.
Derzeit bietet das Projekt Wohnraum für 30 Bewohner:innen, die sich im Gegenzug an der Haus- und Gartenarbeit beteiligen. Ergänzt wird das Wohnprojekt der Vinzenzgemeinschaft durch das Gemeinschaftsprojekt „WALDhüttlGARTEN“ sowie eine eigene Kulturscheune, die Raum für Begegnung schafft.
Morgen, Samstag, 13. Juni findet in der Kulturscheune das traditionelle Filmfestival statt.
(Der Spazierweg führte direkt oberhalb des Waldhüttls vorbei – eine ideale Gelegenheit, um sich im Gastgarten zu stärken. Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-31441, um 1910)
Die Wege sind noch immer die gleichen. Von Mentlberg hinauf steht am Wegrand noch immer die alte gemauerte Einfriedung mit dem Gitter zwischen den Ziegelpfosten, die ich von Kinderzeiten her kenne, stammt wohl aus der Glanzzeit um 1900 herum. Auch die Fortsetzung hinauf zum Eichhof ist schon immer gleich geblieben.
Eine Fitness verlangende Direttissima gibt es, gegenüber vom Waldhüttl beginnend, an den Mentlberger Quellen vorbei hinauf zur Eichhofwiese, wo man bei der alten Natterer „Schodagruam“ endlich wieder auf einen ordentlichen Weg gelangt.
Komplizierter ist es, vom Mentlberger Kirchl zum Waldhüttl zu gelangen. Der seit ewigen Zeiten offene Weg am ehemaligen Sportplatz vorbei zum Eichhofweg hinauf ist seit ein paar Jahren vom Bauern (Stolz?) versperrt worden, wie auch die kleine Allee vom Tierheim herauf. Privat! Zuwiderhandelnde Anzeige wird gestört oder wie der Standardspruch heißt. Man muß jetzt neben der Kapelle hinauf und schauen, wo da das Gatter ist. Der Weg ist frei. Aber in der umgekehrten Richtung findet man diesen Schleichpfad leichter.
Die Veranstaltungen hab ich oft schon besucht, zu Fuß, retour mit Stirnlampe. Hab mich immer sehr wohlgefühlt.
Die Beschreibungen in alten Fremdenführern kenn ich, „Zum Waldgasthof zur Eiche (Eichhof) in einer halben Stunde (naja) durch wunderschönen schattigen Wald (teilweise vom Harvester abgebissen), im Sommer ein Meer von Pfifferlingen (längst schon von den Innsbruckern abgebissen)“. Aber der Eichhof ist für eine Jause im Gastgarten oder auf der Veranda immer noch empfehlenswert.