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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Das Schmiedehandwerk

Das Schmiedehandwerk

Es gibt wohl kaum ein altes Handwerk, welches prominenter in historischen Darstellungen auftritt als das des Schmieds. Auch in unserer Sprache ist es heute noch präsenter: Jedermann ist seines Glückes Schmied; das Eisen will geschmiedet sein, solange es heiß ist; jemand hat zwei Eisen im Feuer… Und wenn einmal ein Schuster im Sprichwort vorkommt, dann soll er bei seinen Leisten bleiben. Wie oft haben Sie auf einem Gemälde, einem Stich, einer Postkarte oder auch in einem Film Funken von einem Amboss stoben sehen, den Dampf aus dem Wassereimer emporschießen als das glühende Schwert darin versenkt wird? Und wie oft haben Sie einen Sattler, Böttcher, Plattner oder Schneider so dargestellt gesehen? Wenn jemand etwas schafft, dann wird er allegorisch als Schmied dargestellt. So auch im Titelbild, in dem Hötzendorf und Hindenburg die Zukunft der Mittelmächte schmieden (Enver Pascha darf im Hintergrund den Ofen anfachen).

Innerhalb des Schmiedehandwerks entwickelte sich im Laufe des Mittelalters ein hohes Maß an Ausdifferenzierung. Von den Plattnern haben wir schon einiges gehört, ebenso von den Goldschmieden, den Hufschmieden und kürzlich auch den Kaltschmieden. Aber seien wir ehrlich, jetzt reden wir von den richtigen Schmieden, den Waffenschmieden! Wer braucht schon Hufeisen oder Töpfe, wenn er ein Schwert hat? Zur Not kann man sich mit letzterem die ersten beiden auch nehmen.

(Signatur sommer 10_105)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Wunderbar, welche Pflege diese drei Schmiede ihren musterhaften Schnur(r)bärten nächtlicherweise angedeihen haben lassen.
    Ich wette – hier sollte „die Morgenfrühe eines NEUEN TAGES“ angedeutet werden, so sauber, gepflegt und adrett diese wackeren Hammerschwinger noch aussehen…
    Wenigstens scheinen Miss Austria und Fräulein Germania zu harmonieren – fürs Bild zumindest. Was die beiden wirklich voneinander halten, das wissen wir ja eh. Oder?

    1. Die Fixierung auf Willis Oberlippenschatten lässt schwer vermuten, dass diese Postkarte (?) im Ersten Weltkrieg – oder zumindest in dessen Vorlauf – entstanden ist. Der fezbekrönte Gehilfe im Hintergrund dürfte das osmanische Reich verkörpern.
      Ein Backenbart für den österreichischen Schmied war denn vielleicht doch zu plakativ. Oder ist vor dem Abpinseln dem allgegenwärtigen Funkenflug in der Schmiede zum vaterländischen Opfer gefallen.

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