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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Catch Up On Recreation: Nachkriegsidyll Am Patscherkofel

Catch up on recreation: Nachkriegsidyll am Patscherkofel

Auch wenn das Tiroler Landesarchiv als Archiv der Landesregierung und -verwaltung primär Schriftgut verwahrt, gibt es in der überschaubaren Lichtbildsammlung das ein oder andere Schmankerl. Angelehnt an den Blog „Kriegsende Tirol/Südtirol 1945“ vom Institut für Zeitgeschichte und damit passend zum Themenschwerpunkt „Kriegsende 1945“ von Innsbruck erinnert sich, habe ich mich als Gastbeitrag für dieses Freizeitfoto amerikanischer Soldaten entschieden.

Die Aufnahme vom 13. Mai 1945, also nicht ganz zwei Wochen nach der Befreiung der Landeshauptstadt und erst wenige Tage nach Ende des Zweiten Weltkriegs, zeigt lachende und grüßende Soldaten der Seventh United States Army in der Patscherkofelbahn kurz unterhalb der Bergstation am Weg ins Tal. Die blumige Bildbeschreibung der U.S. Army Bildstelle auf der Rückseite zeigt gut, was das Ziel dieser und anderer Freizeitaufnahmen der Besatzer war:

With the battle over in Europe, American soldiers […] catch up on recreation they’ve been without so long. Special services, VI Corps, arranges excursions to a famous pre-war tourist resort in the Tyrol mountains near Lans, Austria. Here, soldiers hop on a cable car for trip back to camp after a full day of recreation at the resort.

Die Bürger*innen zuhause in den Staaten sollten sehen, dass die tapferen Soldaten, ihre Brüder, Männer und Söhne, nach Kriegsende für ihren Dienst entsprechend gut behandelt wurden. Ein Ausflug zum Patscherkofel-Berghotel, auf dessen Terrasse die G.I.s anderen Fotos der Serie zufolge Karten spielten und sich sonnten, vermittelte genau diese Botschaft.

Abgesehen von den Passagieren gibt es auf dem Foto weitere interessante Details zu entdecken. Da wäre natürlich einmal die Kabine der Patscherkofelbahn – 1928 eröffnet beförderte sie Wanderbegeisterte und Sonnensuchende in nur 25 Minuten knapp 1.000 Höhenmeter nach oben. Hier stehe ich jedoch vor einem kleinen Rätsel: Der Literatur konnte ich entnehmen, dass die ursprünglichen mit Holz verkleideten Gondeln erst 1946, also ein Jahr nach der Fotoaufnahme, durch die bekannten und hier abgebildeten Leichtmetall-Kabinen ersetzt wurden – handelt es sich um einen Datierungsfehler der Fotostelle der US Army, ein früh eingesetztes Modell oder gar um eine zeitreisende Gondel?

Im Bildhintergrund zu sehen ist das noch deutlich landwirtschaftlicher geprägte Nachkriegs-Innsbruck. Nicht nur das erst drei Jahre zuvor eingemeindete Dorf Igls ist noch deutlich dünner besiedelt, im Tal erkennt man die beinahe unbebaute Höttinger Au mit der markanten Kranebitter Allee.

Im Vordergrund des Bildes zu sehen sind die letzten Schneefelder des Jahres. Dass diese bereits Anfang Mai auf knapp 2.000 Höhenmetern so klein geworden sind, deutet auf den ungewöhnlich warmen Frühling des Jahres 1945 hin. Der Tag der Fotoaufnahme ist mit 32,3 Grad auch tatsächlich der heißeste gemessene 13. Mai in Innsbruck seit Aufzeichnungsbeginn 1906.

Archivale: AT-TLA/SAM FOFI Lichtbilder 067.12
Autor: Maximilian Vonach

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