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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Aus Leserkreisen – Verkehrswimmelbilder

Aus Leserkreisen – Verkehrswimmelbilder

Inzwischen wurde ja die Quelle dieser kleinen Serie bekannt. Aber das soll uns nicht daran hindern noch das ein oder andere Bild zu präsentieren.

Heute ist es eine Örtlichkeit, die wir schon mehrfach besprochen haben: Die Grassmayr-Kreuzung vor ihrem Umbau. Das ist aus heutiger Sicht so unglaublich, dass man sich daran eigentlich nicht satt sehen kann.

Diesmal stehen wir etwas nördlicher. Links ist schon die Unterführung unter Grund.

Jenseits des Querverkehrs erkennen wir eine Bier-Werbung. Nur, was ist das für eine Biermarke? Oder muss man zuerst viel davon getrunken haben, dass man es versteht?

Nördlich der Eisenbahn steht links ein kleiner Kiosk (?) mit einer Aufschrift (?). Oder sind es doch nur Lüftungsschlitze? Irgendwie erahnt man das Wort „Zigarren“. Aber lesen kann man es nicht.

Und zum Schluss schauen wir noch auf den schwarzen Mann am rechten Straßenrand. Was ist das für eine Figur?

Und hier noch ein Nachtrag von heute: Endlich einmal eine Aufnahme, bei der man in die Unterführung hineinsieht. Diese wirkt sehr kurz, sehr steil, einspurig und gepflastert. Der Laie wundert sich, wie man das mit 10-PS-Boliden diese Herausforderung erklimmen konnte. Es scheint fast so, als würde ein Auto unten aufsitzen. Und zuletzt: Warum hat der Richtung Süden Durchfahrende eigentlich Nachrang?

(Fotos: Privat)

Dieser Beitrag hat 19 Kommentare
  1. Danke für diese sehr interessanten Farbaufnahmen. Die zweite dürfte etwas später entstanden sein, ich kann bei der Bahnstrecke keine Fahrleitung mehr erkennen und die Schranken sehen bereits kaputt aus. Die Straßenbahnstrecke scheint auch nicht mehr in Betrieb zu sein, zu erkennen an dem Auto, das im Gleisbereich parkt. Es könnte 1956-1959 sein.

  2. Ich glaub auch, dass das untere Foto das neuere ist, obwohl das obere aufgeräumter ausschaut. Das Auto hat schon die damals moderne „Pontonform“ (man frage den Autoverkäufer heute einmal, ob das begehrte Auto schon die Potonform habe) und die Bierreklame hat der wesentlich wichtigeren Autoservicewerbung weichen müssen. Die Schranken scheinen aber noch rege in Betrieb zu sein, so zerfleddert sie auch ausschauen. Aber wer richtet die noch kurz vor dem Auflassung im doppelten Sinn. Die eine scheint nicht mehr ganz synchron zu sein. Wobei mir einfällt, dass ich mir nie Gedanken gemacht habe, dass sich der Schwenkbogen oder wie man das nennen soll mit dem Fahrdraht der Straßenbahn ausgegangen ist. In https://innsbruck-erinnert.at/von-der-konzert-kurve-und-der-grassmayr-kreuzung/ sieht man das Foto s/w und etwas schärfer.
    Das Haus im Hintergrund ist wüst und ist so halb zerstört noch lange stehen geblieben.

    Ich les „Bier Wippl Krugg“. Hab aber nix getrunken.

      1. Hab auch schon dran gedacht. Einige der Buchstaben oder Teile davon werden Beschädigungen sein, die die Schrift völlig verfälschen.

  3. Ich bitte um Verzeihung – aber die Formulierung „Links ist schon die Unterführung unter Grund“, die stößt mir ein bißchen sauer auf.
    Warum?
    Weil die für mich „immer schon“ da war und ich als (Vorschul-)Kind, also „vor den Bomben“ durchgegangen bin. Mit meiner Mama. Am Weg zum Berg Isel. Zweimal zum Natterer Boden. Ob auch im April 1943 am Weg zur Kirche und zum Friedhof? Vielleicht war der Schranken da offen??
    Und ja – sie war steil. Und vielleicht war auch das der Grund, warum die zwei „Tantnen“ vom NSV-Kindergarten oben vorm Schranken warten ließen. Denn wenn „diese Neutautgaßler“ blindlings hinuntergestürmt wären und dabei das eine oder andere Tschappele umgestoßen und überrennt hätten… (Dieses Schreckensszenario samt Lärmentwicklung ist m.E. durchaus vorstellbar!). Und dazu die blauen Flecken und die abgeschürften Knie und die Lärmentwicklung, wenn dann „Rotz und Wasser“ geheult wurde.

    Wie gesagt: War schon da. Und: War gefährlich steil.

    1. Das war aber nicht für den motorisierten Verkehr offen, sondern ausschließlich für Zufußgehende und Radfahrende, oder?

      1. Ja mei, des Hauses nördlich der Bahn wegen wäre eine Zufahrt von Norden her schwer möglich gewesen – und von Süden her sowieso nicht.
        Aber wir wissen ja nicht einmal, ab wann es diese Unterführung (schon) gab.
        wichtig könnte sie geworden sein als Weg zum Luftschutzstollen neben dem Bierstindl – oder?

  4. …also, wenn man hier nicht 24 Stunden online ist, verpasst man ja alles.
    Jetzt habe ich die „Pontonform“ von Herrn Hirsch erst einmal googeln müssen. Ich bin in Autoangelegenheiten mehr vom Typ „mein Auto ist weiß und hat vier Räder“.
    Aber die Grassmayrkreuzung ist ein Phänomen! Zahlreiche Umbauten im Kreuzungsbereich und Bombenschäden an den umliegenden Häusern und doch immer wieder gut für archäologische Überraschungen (etwa das römische Bad unmittelbar südlich Leopoldstraße 54) . Kürzlich kam zwischen der alten Unterführung und der Glockengießerei ein Abschnitt der Ritschen Richtung Innenstadt ans Tageslicht.

  5. Interessant. Auf dem 2. Bild besteht die Schrift rechts am Haus lediglich aus wahllosen Buchstaben, während am Schwarzweißfoto deutlich GLOCKENGIESSEREI zu lesen ist. Die Bier-Reklame ist auch unleserlich, genauso das Autokennzeichen. Fast wie KI-generiert.
    Nichtsdestotrotz sind es überaus interessante Aufnahmen!

    1. Interessant ist, dass Sie hier scheinbar durcheinandergeratene Buchstaben erkennen. Ganz so unmöglich ist das jedoch nicht. Kürzlich bin ich zufällig darauf gestoßen, dass bei einigen Xerox-Scannern tatsächlich genau solche Fehler auftraten.

      Hier der Vortrag zu diesem Thema:
      Traue keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast:

      https://www.youtube.com/watch?v=7FeqF1-Z1g0

    2. Zu dem Schluss, dass die die KI hier zum Buntmachen von SW-Fotos verwendet wurde, komme ich auch.

      Beim ersten Foto ist das noch besser gelungen. Hier verrät uns der Buchstabensalat der Bier-Reklame, dass das Bild manipuliert wurde.

      Das zweite Foto ist schlechter geraten. Zu glatt, rein gar kein Filmkorn sichtbar. Beschriftungen bestehen nur aus wirren Buchstaben – oder wurden gleich mitsamt dem Rest der Reklame weggerechnet. Da, wo die nächsten Häuser in der Leopoldstraße bzw. die Nordkette stehen sollten, gibts ein paar Schleierwölkchen vor blauem Himmel. Die Farben alle so nostaligsch pastellig verblasst, ja nix knalliges – die beiden sichtbaren Verkehrszeichen bleiben einfach grau…

  6. Die Anmerkung von Herrn Scheitnagl bezüglich KI könnte meiner Meinung nach zutreffen. Wäre es möglich, dass hier schwarzweiße Aufnahmen eine KI-Restauration und KI-Kolorierung durchlaufen haben? Die Pastellfarben deuten ebenso darauf hin wie die unleserlichen Beschriftungen. Aus der Bier-Reklame ist absolut nichts Sinnvolles herauszulesen, welchen Zweck sollte so ein Werbeschild haben? Auch die KI findet keinerlei Ähnlichkeit mit damals bekannten Marken. Wieselburger hatte, und hat noch immer, ein anderes Logo und hat außerdem zur damaligen Zeit unter der Marke „Kaiser Bier“ verkauft und der Schriftzug schaut wie ein typisches KI-Artefakt aus. Das Auto im zweiten Bild hat kein für mich irgendwie plausibles lesbares Kennzeichen, und die Ladenschilder rechts sind ebenfalls KI-typisch unleserlich, und beide Fotos sind, soweit ich das sehe, vollkommen frei von Alterserscheinungen, was bei Dias (?) dieses Alters ohne aufwändige manuelle digitale Restaurierung, oder eben KI-Restaurierung, doch sehr unwahrscheinlich ist. Bei historischen Fotos ist KI-Restaurierung aber eigentlich keine Option, weil die KI das Foto vollständig neu generiert und dabei Details einfach hineinhalluziniert.
    Auch die Farben sind typisch für KI-Kolorierung, Kodachrome oder Agfachrome schauen ganz anders aus; klar, das Colorgrading kann auch manuell so angepasst werden, aber warum sollte man das, ich bin doch froh wenn ich ein Dia mit kräftigen Farben habe. In diesem Sinn wären auch kritisch zu betrachten die Farbe des Autos und des „Einfahrt verboten“-Schildes. Beim Pixel Peeping erhärtet sich der Verdacht etwa bei dem kahlen Baum hinten rechts oben im zweiten Bild, wo in einem absolut kahlen und blattlosen Baum grüne Schleier zu sehen sind – auch typisch für KI-Kolorierung.
    Solange ich nicht die originalen Farbdias sehe oder Herr Morscher mir sagt, dass diese definitiv existieren, glaube ich, dass das Schwarzweißbilder waren und auf den Originalen wahrscheinlich auch die hier vermissten Details zu erkennen wären.

  7. Danke für die Hinweise!
    Ich habe die Bilder übernommen, kurz angeschaut und unkritisch eingestellt. Und: ich bin ganz sicher, dass die Bilder nachbearbeitet sind. Dr. Aichner hat es als erster erkannt: Beim unteren Bild fehlt der gesamte Bildhintergrund!
    Meine Erkenntnis daraus: Wir alle müssen unsere Sehgewohnheiten und den Glauben an die „Richtigkeit“ von Fotos kräftigst hinterfragen. Das gilt übrigens auch für den anderen Beitrag.
    Ich finde es interessant, wie leicht man darauf hineinfällt. Zukünftig werden wir bearbeitete Bilder weglassen oder als solche markieren. Auch wenn wir wissen, dass Fotobarbeitung so alt ist wie die Fotografie. Hier ist es eine andere Dimension.
    Beste Grüße,
    Lukas

    1. Danke, Lukas, für die Aufklärung – ich finde, das ist auch wieder einmal ein gutes Beispiel für Schwarmintelligenz, weil vielen ungefähr zeitgleich aufgefallen ist, dass hier etwas nicht stimmt, aber die Leute auch ganz unterschiedliche Fehler bemerkt haben. Die geradezu pannonisch weite Nordkettenebene im unteren Bildhintergrund habe ich zum Beispiel einfach gar nicht bemerkt.
      KI-Bildbearbeitung ist ja nochmal ein ganz anderes Kaliber als klassische Photoshop-Bearbeitung oder manuelle Fotomontagetechniken von früher. Da werden Bildteile oder wie in diesen Fällen auch das gesamte Bild von der KI interpretiert und dann mit den gewünschten Änderungen vollkommen neu generiert, und was die KI nicht kennt oder versteht, fakt sie einfach, genauso wie ein Sprachmodell Antworten fakt. In irgendwelchen Illustrationen praktisch bis egal, da sind wir ja jetzt schon überall von KI-Slop umgeben, bei dokumentarischen Fotos aber ein absolutes No-Go. Ich verwende für meine hobbymäßige digitale Restauration historischer Bilder Photoshop, aber keines der generativen KI-Features. Ich will ja sehen, was damals war, und nicht, was eine KI aus ihren Trainingsdaten an „passender“ Halluzination herausgebärt.

  8. Noch einmal auf die Unterführung zurückkommend: Ich hab schon gelesen, dass dieser Schluff für Pkws befahrbar gedacht war. Und im oft zitierten Beitrag https://innsbruck-erinnert.at/von-der-konzert-kurve-und-der-grassmayr-kreuzung/ sieht man am zweiten Foto in Fahrtrichtung durch. Auf der rechten Seite sieht man zwei Verkehrstafeln, die obere verbietet die Durchfahrt für Fahrzeuge über 2,2 Tonnen, die untere – die Kapriolen der Navis vorwegnehmend – schließt alle Lastkraftwagen kategorisch von der Durchfahrt aus.
    Die Nachrangtafel am anderen Ende gibt dem aus dem Roten Gassl kommenden Fahrzeugen eine kleine Chance, von den schon Südluft witternden aus dem Schluf herausschießenden noch gesehen zu werden.
    Ob die Unterführung schon zur Zeit des Linksverkehrs bestanden hat?

      1. Richtig.
        Aber 2.21 wird schon auch noch gehen.
        Und eine kleine Leiter.
        Sogar beide kleine Leit…kchchschtscht! Öha.

        Die Breite scheint kein Thema gewesen zu sein.

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