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Anna Caterina Gonzaga – Stifterin Mehrerer Kirchen Und Klöster

Anna Caterina Gonzaga – Stifterin mehrerer Kirchen und Klöster

Das Titelbild dieses Beitrags zeigt Anna Caterina Gonzaga, Prinzessin von Mantua und Montferrat mit ihren Töchtern Anna und Maria. Zwischen ihnen steht das Modell eines Klosters. Es dürfte sich dabei um die Darstellung des von Anna Caterina gestifteten Servitinnenklosters, das sich gegenüber dem Kapuzinerkloster befand, handeln.

Anna Caterina Gonzaga wurde am 27. Jänner 1566 in Mantua geboren. Sie war die jüngste Tochter des in Mantua und Montferrat herrschenden Herzogs Guglielmo Gonzaga und dessen Ehefrau Eleonore von Österreich, die eine Tochter Kaiser Ferdinand I. und Schwester Erzherzog Ferdinand II. war. Anna Caterina heiratete als Sechzehnjährige im Mai 1582 ihren 52-jährigen Onkel Erzherzog Ferdinand II. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Anna Eleonore, die nur ein halbes Jahr alt wurde, Maria und Anna. Der erhoffte männliche Nachfolger – Ferdinands Söhne aus seiner morganatischen Ehe mit der 1580 verstorbenen Philippine Welser waren nicht erbberechtigt – blieb aber aus.

An der Seite ihres Mannes, der ein eifriger Verfechter der Gegenreformation war, führte Anna Caterina ein eher zurückgezogenes und frommes Leben. Auf ihr Betreiben hin soll Ferdinand II. mehrere Kirchen- und Klosterstiftungen veranlasst haben: Die Heiliggrabkirche, der Vorgängerbau der Siebenkapellenkirche, in Innsbruck (1583/84), die Marienwallfahrtskirche Maria Loretto bei Hall (1587) und das Kapuzinerkloster mit Kirche in Innsbruck (1593/94).

Am 24. Jänner 1595 starb Ferdinand II. Die junge Witwe Anna Caterina ging keine neue Ehe mehr ein. Sie führte ein streng religiöses Leben und tätigte weitere Klosterstiftungen. Gegenüber dem Kapuzinerkloster, im südöstlichen Teil des Hofgartens, ließ sie ein Doppel-Frauenkloster errichten: Es bestand aus einem sogenannten „versperrten“ Servitinnenkloster mit strenger Klausur und einem sogenannten „Regelhaus“ für in Ordensgemeinschaft lebende Frauen ohne Ablegung strenger Gelübde. Nach der Fertigstellung im Jahre 1612 trat Anna Caterina unter dem Ordensnamen Anna Juliana zusammen mit ihrer Tochter Maria in das „Regelhaus“ ein. Das Frauenkloster wurde unter Joseph II. 1783 aufgehoben, die Gebäude dienten daraufhin als Militärdepot. Rund hundert Jahre später wurden sie abgerissen und das Grundstück für den Bau der „Klosterkaserne“ verwendet.

Anna Caterina stiftete ein weiteres Kloster in Innsbruck, nämlich das Servitenkloster für Männer in der heutigen Maria-Theresien-Straße, das 1616 geweiht wurde. Bei einem Großfeuer brannte das Kloster vier Jahre später komplett nieder. Anna Caterina initiierte den Wiederaufbau, konnte aber die Fertigstellung des erweiterten Neubaus (1626) nicht mehr erleben, da sie am 3. August 1621 verstarb. Sie wurde in der Gruft der Kirche des Servitinnenklosters begraben. 1693 wurde der Sarg gemeinsam mit dem ihrer 1648 verstorbenen Tochter Maria in die Jesuitenkirche übertragen. 1906 erfolgte die Umsiedlung der beiden Särge in den Kreuzgang des Männerklosters der Serviten in der Maria-Theresien-Straße.

(Stadtarchiv Innsbruck, Bi-K-322)

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