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Alles Einsteigen!

Alles einsteigen!

Die Begeisterung für die Luftfahrt war groß im 19. und 20. Jahrhundert. Heißluftballone fanden schon in den Koalitionskriegen (zumindest experimentell) Verwendung und beflügelten die Fantasie der Menschen – man denke etwa an The Unparalleled Adventure of One Hans Pfaall von Edgar Allan Poe, eine der erste Science-Fiction Geschichten, die von einer Heißluftballonfahrt zum Mond handelt.

Aber um die Jahrhundertwende fachte der technische Fortschritt diese Begeisterung neu an – 1900 stieg der erste Zeppelin in die Höhe, 1903 wagten die Gebrüder Wright ihren ersten erfolgreichen Flug. Doch nicht überall gab es nur Begeisterung, u.a. hierzulande gab es auch manchen Spötter, wie der Urheber dieser 1911 erschienenen Karikatur – dabei währe eine Zeppelin-Linie sicher schön.

(Signatur Ph-31199)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Als Vorlage für Meran diente hier wohl der Klassiker unter den Ansichtskarten-Motiven „Blick auf Meran vom Tappeinerweg“. Viele nette Details gibt es an dem Luftschiff zu entdecken, wie den kleinen Nager, der sich offensichtlich nicht an das Absprungverbot hält. Oder die Reisetasche, die sich ebenfalls auf den Weg nach unten macht. Ob sie der Dame mit dem großen Hut oder dem Herrn mit dem Zylinder gehört, der noch versucht, die Tasche aufzufangen?
    Was die Ausstattung betrifft hat sich der Zeichner wie es scheint nicht nur an Schiffen orientiert, sondern auch Anleihen bei anderen Fahrzeugen genommen – ein richtig bunter Mix. Auch die Passagiere. Einem Mann aus der 4. Klasse scheint übel zu sein, vielleicht wirft er aber auch nur einen Kontrollblick nach unten. Ein netter Zug des Künstlers, dass er den Frauen ein eigenes Abteil gegeben hat. Ganz bestimmt aus Sicherheitsgründen! Aber warum hat er sie ausgerechnet in der 2. und 3. Klasse Platz nehmen lassen?
    Bleibt noch die Frage nach der Fahne. Sind ihre Streifen blau weiß rot oder schwarz weiß rot, und was verbindet sie mit der Linie Meran – Innsbruck – Wien? Womöglich ist sie überhaupt nicht zuordenbar und nur angebracht, weil jedes Schiff ein Hoheitszeichen braucht.

    Die Karikatur und ihre Freiheiten – diese hier lässt jedenfalls rätseln und – noch wichtiger – schmunzeln …

  2. Ich glaube fast, man hat zum copy paste mittels ausgeschnittenem Zeppelin gegriffen, beim abspringenden Tier (Hund?) sieht man es.

    Die Funktion der Notbremse würde mich interessieren. Löst sie den Anker aus?

    Die Flagge ist die deutsche Reichsflagge, Schwarz Weiß Preußen und Rot-Weiß die Hanse. Das Copy zum Paste stammt vermutlich von einem deutschen Druck.

    Wenn ich eine Lanze für die alleinreisenden Damen brechen darf: Die Nachbarschaft zum grölenden und speibenden Vierte-Klasse-Pöbel ist für das Damenabteil eine heutzutage nicht mehr geduldete Zumutung.

    Die Fahrt im vielleicht 30kmh schnellen offenen Luftschiff, welche von Innsbruck per Luftlinie nach Meran knapp 2 Stunden dauert, wäre bei weniger Gedränge und festgebundenem Gepäck eine feine Sache.

    1. Ah, eine Collage meinen Sie. Das ist natürlich naheliegend, Herr Hirsch. Ich dachte, der Künstler hat direkt auf den Druck gezeichnet. Aber die kleine Mogelei, auf die Sie hingewiesen haben, lässt mich diesen Gedanken nun verwerfen. Und die vermeintliche Ratte, die ich aus dem Frachtraum stürzen sah, ist tatsächlich eher ein Hund, schon aufgrund der großen Ohren. Bei aller künstlerischen Freiheit.

      Die Fahne und Ihre Schlussfolgerung (deutscher Druck) leuchtet mir nun auch ein, und deshalb: danke für Ihre interessanten Hinweise! Und auch für die humorigen. Die Notbremse für den Anker – der war gut!

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