skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Quod Licet Bovi? (III.)

Quod licet bovi? (III.)

Was tat man denn nun eigentlich vor Ort in Innsbruck gegen diese hohen Preise? In Tirol war die Situation ähnlich wie sie für die ganze Monarchie von Suske dargelegt worden war. Während die Bevölkerung stark gestiegen war, hatte der Viehbestand nicht mithalten können. Die Stadt konnte zwar keine neuen Herden herbeizaubern, aber man versuchte gegenzusteuern, indem eine Versicherung für Schlachtvieh geschaffen und ein großer Schlachthof errichtet worden. Der Beamtenverein errichtete ebenfalls eine Schlächterei, eine Vieh- und Fleischkasse wurde ins Leben gerufen. Man versuchte sich auch an Preiskontrollen, was allerdings rasch aufgegeben wurde.

Auch der damalige Bürgermeister, Wilhelm Greil, äußerste sich bei der erwähnten Veranstaltung im Adambräu zur Lage. Er betonte allerdings in erster Linie, dass es sich bei diesem Problem um ein landesweites handelte, und dass die Stadt demnach nur begrenzte Möglichkeiten hätte. Während der Gemeinderat Zösmayr verlangt hatte, den Export von Schlachtvieh nach Deutschland gänzlich einzustellen, argumentierte Greil, dass dies kein realistischer Vorschlag sei, man müsse einen Ausgleich suchen. Tatsächlich lauerte mit den überall auf dem Kontinent erklingen Rufen nach Exportverboten und leichteren Importen immer das gleiche Problem am Horizont: Wenn alle Staaten Exporte erschwerten und Importe zu erleichtern suchten, wo sollten dann die ganzen Importe herkommen? Letztlich drohte man damit nur zahllose komplizierte Handelsschranken zu schaffen, was den ganzen Markt nur ineffizienter machen würde.

(Signatur KR-PL-2780, der städtische Schlachthof, ca. 1910)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche