Johannes von Nepomuk: Das Symbol der Verschwiegenheit.
Als klassischer Brückenheiliger ist Johannes von Nepomuk im öffentlichen Raum zu finden. Die fünf Sterne seines Heiligenscheins symbolisieren das lateinischen Wortes tacui („Ich habe geschwiegen“). Der Legende nach bestimmte die böhmische Königin Johannes Nepomuk zu ihrem Beichtvater. Weil er sich standhaft weigerte, das Beichtgeheimnis König Wenzels preiszugeben, wurde er gefoltert, in die Moldau geworfen und ertränkt.
Seine Verschwiegenheit wird bildlich oft durch einen Zeigefinger auf den Lippen oder einen begleitenden Putto dargestellt, der den Schweigegestus ausführt.
Auf einer weiteren Zeichnung in der Ausstellung „Weltentfaltung. Zeichnungen des Tiroler Barock“ ist der Heilige Johannes Nepomuk gemeinsam mit solch einem Putto zu entdecken, der mahnend einen Finger vor dem Mund hält. Es handelt sich um einen Entwurf von Michelangelo Unterberger für die Piaristenkirche im tschechischen Kroměříž.
Welches Geheimnis wird uns hier nicht verraten?
(Tiroler Landesmuseen, TBar-728)
Dass es den Heiligen als Erfindung der Gegenreformation in realo gar nicht gegeben hat?
Duck und weg.