Ende
Dies wird mein vorerst letzter Beitrag auf diesem Blog sein – nach knapp fünf Jahren wechsle ich nun wieder auf die andere Seite, die der Leser:innen.
Mein erster Beitrag datiert vom 15. Mai 2021 und behandelte die Wahlen der Österreichischen Studentenschaft, die damals gerade wieder einmal anstanden. Nach knapp 500 Beiträgen, die ich seither verfasst habe, möchte ich ein wenig zurückblicken.
Ich hatte den Blog von Beginn an verfolgt, als dieser während der Covid Pandemie im März 2020 aus der Taufe gehoben wurde. Der Wechsel auf die andere Seite – nun als Schreiber – war zu Beginn gar nicht so einfach, vor allem weil ich die Bestände des Stadtarchivs zu Beginn meiner Arbeit dort noch nicht so gut kannte und das Schreiben, wie ich es aus der in der Uni gewohnt war, anders war (und ist).
Mit der Zeit habe ich Bestände des Archivs besser kennengelernt, mir Themen und Epochen der Stadtgeschichte erarbeitet und neues Wissen angeeignet. Ich konnte in verschiedenste Winkel der Vergangenheit unserer Stadt vordringen, wurde oft überrascht, staunte regelmäßig und konnte tief in die Geschichte der Stadt und einzelner Stadteile (Wilten mon’amour) eintauchen. Der Blog bot Raum für abseitiges und randständiges und oftmals, wenn es schnell gehen musste, auch für banales. Ich habe beim Verfassen eines jeden Beitrags etwas dazugelernt – und noch viel öfter durch das Lesen von den Beiträgen der Kolleginnen und Kollegen und natürlich der Kommentare der Community. Das Erarbeiten von Beiträgen für Innsbruck erinnert war eine der schönsten Tätigkeiten im Stadtarchiv/Stadtmuseum, wenngleich es manchen Tag gab, an dem das Schreiben mühsam war und der Bildschirm sich einfach nicht füllen wollte. Dennoch erachtete ich es immer als Privileg.
Vor fünf Jahren war die Welt irgendwie noch eine andere. Bilder waren zwar schon damals nicht neutral, aber heute ist ihre Wirkung noch deutlich problematischer geworden. Erst kürzlich hatten wir in diesem Blog Beispiele für KI-generierte Bilder – und es ist absehbar, dass wir künftig überall mit solchen Bildern konfrontiert sein werden.
Der Grund ist einfach: Bilder wirken unmittelbar glaubwürdig. Sie sprechen unsere Intuition an und werden oft weniger hinterfragt als Texte. Das macht sie zu einem idealen Werkzeug für Desinformation. Unterschiedliche Akteure – ob Einzelpersonen, Unternehmen oder staatliche Stellen – haben ein Interesse daran, visuelle Inhalte gezielt einzusetzen, um Meinungen zu beeinflussen. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI wird es gleichzeitig leichter, solche Bilder zu erzeugen und in Umlauf zu bringen. Dadurch steigt nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität potenziell irreführender Inhalte erheblich. In diesem Sinn empfand ich die Arbeit an diesem Blog auch so etwas wie visuelle Aufklärung mit echten Bildern und deren Geschichten, damit wir in der Flut der Bilder an richtigen Bildern geschult werden.
Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen im Stadtarchiv/Stadtmuseum für die tolle Zeit. Ein großer Danke geht freilich auch an die Leserinnen und Leser für das Interesse an meinen Texten und die Rückmeldungen und Anmerkungen dazu.
Christof Aichner
(Im Titelbild die Badgasse, für fünf Jahre mein Arbeitsplatz. Foto von Georg Nußbaumer, Ph-A-24469-16)