Ein fast schon intimes Foto
Historische Fotos – so es nicht Privat- oder Atelier-Aufnahmen sind – zeichnen sich dadurch aus, dass man mit großem Abstand auf eine Straße blickt. Gerne von etwas weiter oben. Die Maria-Theresien-Straße hat schon unendlich viele dieser Straßenflucht-Fotos gesehen.
Umso verwunderlicher ist unsere heutige Perspektive. Auf Kopfhöhe. Fast hören wir die Gespräche der drei Personen rechts mit. Der Mann in Knickerbockern hilft schon einmal bei der datumsmäßigen Annäherung: um 1930.
Aber diese Aufnahme bietet so viele Details: Der Mann in der Haller, der auf der hinteren Plattform cool eine Zigarette raucht. Vielleicht im Frühling. Einen Mantel hat er dabei, aber er braucht ihn nicht. Vielleicht ändert sich das bei dem Fahrtwind bei rasendem Tempo.
Für die Manni Schneiderbauers und Andere könnte die ästhetische Verlegung der Straßenbahnschienen. Auf wenigen Meter gab es da drei Schienenstränge neben einander. An der Seite der 4er befindet sich eine große Werbung der Firma Graf. Den Text kann ich nicht entziffern.
Die übrigen Menschen verdienen auch den ein oder anderen Blick. Dann entdecken wir auch den (vermuteten) Dackel.
Ganz besonders interessant sind natürlich die zahlreichen Firmenschilder. Von Spielwaren Hammerl, Parfumerie Epp und der Meinl. An den kann ich mich noch erinnern. Ich glaube, die Filiale gab es bis ca. 2005. Die Aufschrift Danubius auf dem Donau-Hof gibt es in dieser Form heute nicht mehr.
Was entdecken Sie? Ich hoffe, Sie teilen ihre Beobachtungen mit uns.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-5314)