Im Rennfieber VI – Aldrans Calling
Das Pfingstwochenende 1966 stand ganz im Zeichen des Motorsports. Am Sonntag ging in den USA das Indy 500 über die Bühne, während am Crystal Palace Circuit in London ein Formel-2-Rennen ausgetragen wurde, das Jack Brabham gewann; Jochen Rindt landete auf Platz 4.
Am Pfingsmontag stand dann „das 1. Aldranser Bergrennen um den Bergpreis von Tirol“ am Programm. „Zirka 4000 Zuschauer umsäumten die 3,2km lange kurvenreiche Strecke, die eine durchschnittliche Steigung von 5,8 Prozent“ auswies. Die schnellste Zeit brannte der Deutsche Hubert Hahne (1935-2019) auf den Asphalt. Er bewältigte die Strecke mit seinem BMW in einer Zeit von 1:46,1 Minuten. Das entsprach „einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108,5 Stundenkilometer.“ Hahne hatte allerdings Pech. Während des zweiten Durchgangs musste er aufgrund eines Getriebeschadens aufgeben und damit auch seine Hoffnungen auf den Tagessieg begraben. Den holte sich schließlich der Schweizer Harry Zweifel (McLaren Oldsmobil) vor dem Vorarlberger Rudi Lins (Porsche 904). Die Motorsportfans kamen jedenfalls auf ihre Kosten:
Dramatische Duelle gab es bei den Tourenwagen, vor allem zwischen den beiden BMW-Fahrern Dieter Quester (Oesterreich) und Richard Stenzel (Deutschland) sowie dem Innsbrucker Ing. Gert Greil auf Ford-Lotus-Cortina. Sieger der Kategorie Tourenwagen wurde Dieter Quester auf BMW vor Richard Stenzel und Ing. Greil; dem Innsbrucker gelang allerdings in seiner Klasse bis 1600 ccm mit 4:01,1 Minuten [eine] überlegene Klassenbestzeit. In der Kategorie Spezialtourenwagen fuhr der Innsbrucker Markus Meisinger auf NSU ein überlegenes Rennen. Bei den Sportwagen gelang es Rudi Lins (Vorarlberg), das übrige Feld zu distanzieren. Die Kategorie Formel VEE konnte Günther Hueber (Oesterreich), dicht gefolgt von Ing. Robert Rojkowski, für sich entscheiden. Das Rennen der Motorräder gewann der Wiener Ferdinand Kranawettvogel auf BSA Goldstar mit 4:08,1 Minuten.
Wie schon aus diesem Zeitungsbericht (TT v. 31.5.1966) ersichtlich, wurde den heimischen Motorsportfans bei der Premiere allerhand geboten. Diesen Eindruck bekommt man auch beim Betrachten der hier gezeigten Kontaktbögen, die aus dem Archiv von Richard Frischauf stammen.

(StAI, ohne Signarur. Fotos: Richard Frischauf)