Aus der guten alten Zeit
Bei einer Recherche fiel mein Blick auf die folgende Notiz in den Tiroler Nachrichten vom 5. Mai 1952, die ich Ihnen nicht vorenthalten will:
„Freche Lausbuben. Ein Ingenieur des Stadtbauamtes beobachtete am Samstag nachmittag am sogenannten „Wiesele“, zwischen Hohem Weg und St. Nikolaus, mehrere halbwüchsige Burschen, die am Innufer lagernde große Bruchsteine des Stadtmagistrates in den Inn kippen wollten. Der Ingenieur stellte die Burschen zur Rede, worauf er nur freche Antworten erhielt. Als er darauf einem 17jährigen Burschen eine Ohrfeige versetzte, schlug dieser mit mehreren Boxhieben auf ihn ein und verletzte ihn im Gesicht. Das herbeigerufene Überfallskommando nahm einige der frechen Burschen fest. Sie werden sich wegen ihres ungebührlichen Treibens zu verantworten haben.“
Was soll man dazu noch sagen? Das waren halt noch Zeiten, als man als Ingenieur des Stadtbauamtes noch ungestraft Ohrfeigen versetzen konnte! In dem Fall halt leider mit Folgen, aber zumindest gab es damals noch das Überfallskommando (ein Schelm, der Böses bei dem Namen denkt).
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-9882)
Ich glaube 1952 hat nicht der Ingenieur ohne jegliche Skrupel Ohrfeigen ausgeteilt. Auch die „gesunde Watsche“ (eine der blödesten Rechtfertigungen der Menschheit) hat sicher eine wesentlich spätere „Geburtsstunde“.