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Nicht Eine, Nicht Zwei…

Nicht eine, nicht zwei…

… sondern gleich drei Fahnen – eine Herz Jesu-Fahne, eine Schützenfahne und eine Bergsteiger-Fahne – ließ der katholische Arbeiterverein Innsbruck (gegr. 1892) am 17. Mai 1903 feierlich weihen. Bereits in der Früh versammelten sich Vereinsmitglieder und Festgäste aus Nord- und Südtirol in der Anichstraße, von wo sie – begleitet von den Musikkapellen von Rum und Thaur – zur St. Jakobs-Pfarrkirche zogen.  

Unser Foto zeigt den Beginn des Festzuges. Neben einzelnen Abordnungen, darunter jene aus Bozen und Brixen, und zahlreichen Schaulustigen sind auch einige interessante Firmenschilder zu erkennen, darunter jenes der Schirmmacherin Marie Mayr (Anichstraße 3).

Nach der Ankunft in der Kirche hielt ein Pater der Redemptoristen die Festrede, ehe Monsignore Hillmann – zugleich Präsident des katholischen Arbeitervereins – die Fahnen weihte. Nach dem Hochamt zog man in den Saggen, um den drei Fahnenpatinnen – Prinzessin Mathilde von Sachsen-Coburg-Gotha, Luise Gräfin Thurn und Taxis und Maria Theresia Gräfin Salis – „prächtige selbstgepflückte Alpenbouquets“ zu überreichen. Mit einem Mittagessen im Gasthof Zum goldenen Stern in der Innstraße schloss der erste Teil der Feier.

Um 20 Uhr fanden sich Mitglieder und Gäste dann zu einer Festversammlung im Leosaal in der Anichstraße ein. Am Programm standen neben einigen Ansprachen auch das volkstümliche Theaterstück „Der neue Gmoarat“ und Gesangsvorträge.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-35937)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Sehr geehrter Herr Friesenbichler,

    wir freuen uns über jeden Kommentar und nehmen die Diskussion gerne auf.

    Im Fin de Siècle begannen sich die Grenzen zwischen den jeweiligen politischen Milieus zu verfestigen. Die Gründung eines eigenen Arbeitervereines war die Antwort des katholischen Milieus auf die sozialdemokratische Arbeiterbewegung. Auch die Freizeitgestaltung organisierte sich immer stärker entlang der jeweiligen politisch-weltanschaulichen Ausrichtung. Man blieb auch hier unter sich. Beispiele hierfür sind etwa die Gründung der Naturfreunde (sozialdemokratisch) oder eben auch die Schützen- und Bergsteigerabteilungen des katholischen Arbeitervereins.
    Was die Wahl einer Herz Jesu-Fahne als Vereinsfahne anbelangt, so erscheint mir diese – vor dem Hintergrund der Herz-Jesu-Verehrung – bei einer katholisch-politischen Vereinigung in Tirol nicht außergewöhnlich.

    Mit freundliche Grüßen,
    Matthias Egger

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