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Naturgewalten

Naturgewalten

Große, teils vom Wind verfrachtete Schneemengen auf den Bergen und hohe Temperaturen führten rund um die Osterfeiertage des Jahres 1907 zu zahlreichen Lawinenabgängen im ganzen Land; auch an den Hängen der Nordkette gingen enorme Lawinen ab. In den Mittagsstunden des 29. März lösten sich die Schneemassen vom Gleirschjöchl und stürzten über die Quellen des Wurmbachs und weiter durch die Mühlauer Klamm ins Tal; dabei verlegte sie den Wasserbehälter der Gemeinde Arzl. In der Mühlauer Klamm türmten sich die Schneemassen meterhoch; das E-Werk blieb glücklicherweise verschont.

Nur wenige Tage später löste sich beim Roßfall eine „kolossale Lawine“. Wie die Innsbrucker Nachrichten am 3. April 1907 berichteten, reichte diese Lawine „bis zu dem Stege, der bei der Kapelle über den Graben zum Höttingerbild hinüberführt. Die Lawine hat eine Länge von ungefähr 600 Metern, der vertikale Durchmesser des Schnees beträgt an manchen Stellen 40 und 50 Meter. Die Lawine ist von der Anhöhe links vom Gramartboden sehr gut und in ihrem ganzen ungeheuren Umfange zu sehen.“

Zahlreiche Schaulustige strömten herbei, um sich diese Lawine näher anzusehen. Darunter war auch ein uns namentlich leider nicht bekannter Fotograf, der diese drei Aufnahmen machte. Der Andrang und Leichtsinn am Lawinenkegel muss groß gewesen sein, denn am 5. April 1907 warnten die Innsbrucker Nachrichten ihre Leserinnen und Leser eindringlich vor einem Besuch im Höttinger Graben, da die alljährliche Lawine vom Brandjoch noch nicht abgegangen sei.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-1719-1721)

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