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Ins Stubai!

Ins Stubai!

Bereits seit 1904 fährt die Stubaitalbahn vom Innsbruck bis nach Fulpmes. Die ersten Ideen gehen bereits auf das Jahr 1888 zurück. Damals wollte man noch am Talboden das Stubaital mit seinen eisenverarbeitenden Betrieben erschließen. In etwa einem Jahr war die Strecke dann gebaut, wobei es allerlei technischer, geologischer und elektrischer Kinderkrankheiten zu überwinden gab. Die ursprüngliche Fahrzeit für die etwa 18 Km vom eigenen Stubaitalbahnhof in Wilen bis Fulpmes betrug 75 Minuten.

Die Aufnahme dürfte bald nach der Inbetriebnahme gemacht worden sein, sind doch die Abbruchkanten an den Böschungen noch ganz frisch.

Doch schauen wir noch auf den Triebwagen. Im Führerstand ein Fahrer, der aber – sicher unrechtmäßig – nicht nach vorne schaut, sondern sich während der Fahrt zu den Passagieren umdreht. Im Wagen dürften sich einige Personen aus der Stadt befinden, was man an den ausladenden Hüten der Damen erkennen kann. Genau die richtige Adjustierung für eine Wanderung. Das Highlight ist aber sicherlich der besonders coole Mann auf der hinteren Plattform: Rauchend, mit einer Art Cowboy-Hut auf dem Kopf lehnt er sich gegen die Absperrkette und neigt sich so in der Kurve aus dem Wagen.

Viele von uns werden von der eigenen Kindheit noch ähnliche Erinnerungen haben. Es war ein echtes Abenteuer draußen zu stehen oder gelegentlich vom Schaffner hochgehoben zu werden, um das an der Wagendecke befindliche Seil mit der Klingel als Signal für die Abfahrt zu ziehen. Auch die letzte Abfahrt von der Mutterer Alm so zu gestalten, dass man in letzter Sekunde noch in den Zug springen konnte war eine echte Heldentat…

Heute ist diese wunderbare Bahn leider etwas aus dem Bewusstsein der Innsbrucker Bevölkerung gerutscht. Dabei ist eine Fahrt über die Wiesen mit den zahlreichen Wandermöglichkeiten einer der schönsten Ausflüge, die Innsbruck zu bieten hat. Wann waren Sie das letzte Mal auf der Kreither Alm oder sind die Bahntrasse entlang nach Innsbruck gewandert?

Ich bin aber sicher, dass die Spezialisten, die das Bild sehen noch zahlreiche Details beitragen können, über die wir uns sehr freuen!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Kr/Pl-653)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Ich frage mich, wo der Sonnenburgerhof geblieben ist bzw. ob der damals noch so klein war, dass er von links nichts ins Bild ragen konnte?

  2. Auch ich frage mich, wo der Sonnenburgerhof abgeblieben ist. Am Luftbild von 1940 wäre er jedenfalls genauso direkt hinter dem Triebwagen wie heute. Der erste, aber eher holprige Erklärungsversuch, den ich nun hätte, wäre, dass irgendwann vor 1940 die Trasse und die Straße ein Stück nach Westen verschoben wurden.
    Laut Kreutz, Straßenbahnen, Busse und Seilbahnen, 3. Aufl., S.194 wurde die Haltestelle „Plateau“ der Stubaitalbahn erst per Beschluss der Gesellschafterversammlung am 4. Mai 1907 auf „Sonnenburgerhof“ umbenannt. Das könnte bedeuten, dass der Sonnenburgerhof in den ersten Betriebsjahren der Stubaitalbahn noch gar nicht existiert hat. In dieser Zeit sind außerdem noch einige andere derartige, wohl von den Städter*innen für die „Sommerfrische“ genutzte kleine „Waldhotels“ um Innsbruck herum entstanden (das eine oder andere davon gibt es noch in leider verfallendem Zustand, hier habe ich ein paar Fotos von einigen davon veröffentlicht: https://www.facebook.com/urbanexploringinnsbruck/ ). Dieser zweite Erklärungsversuch erschiene mir plausibler.

  3. Vielleicht ist der Triebwagen gerade bei der Haltestelle Plateau zum Stillstand gekommen und der unvorschriftsmäßige Fahrer schaut nur, ob wer aussteigt?

    Interessant ist im Hintergrund der Kunstbau des Retterschlößls, damals noch viel auffälliger auf einem Felsen thronend. Gut sichtbar ist auch der durch den Föhrenwald schräg nach unten zur Brennerstraße führende Weg, der an einem „Burgtor“ oder besser Törchen endete, welches heute noch besteht. Man gewahrt es kaum, wenn man mit dem Auto vorbeiflitzt. Aus dem selben Grund wäre es sehr unklug, dieses Tor als Ausgang zu benutzen um dann die Straße überquerend, auf der jenseitigen, kaum mehr erkennbaren Fortsetzung des Weges zum ehemaligen Ferrarihof zu gelangen.
    Der Weg ist im Zuge einer großangelegten Abholzung des Waldes wieder sichtbar und theoretisch begehbar geworden, beim Tor herrscht aber undurchdringliche Wildnis.
    Die jetzigen Bewohner des damals noch nicht existenten Sonnenburger Hofes erfreuen sich jedenfalls immer noch einer nahegelegenen Straßenbahnhaltestelle.

    1. Die Bahn hat hier nur stadtwärts gehalten, da sie beim anfahren in der Steigung Probleme hatte bzw die Motoren damit sehr stark belastet wurden. So sind auch alle alten Haltestellen der Stubaitalbahn annähernd in der Ebene gelegen. Im Gegensatz dazu, wurde zB die Haltestelle Tenniscamp (heute Stubay) nur talwärts bedient und nicht stadtwärts.
      Auf jeden Fall ist der Fahrhebel in Stellung „Fahrt“, allerdings ist die Bahn gerade nicht sehr schnell, sieht so wie die dritte oder vierte Fahrstufe aus… Bei maximal 25km/h auf der höchsten Stufe…
      Ein weiterer Hinweis auf den frühen Aufnahmezeitpunkt ist auch noch der zweite Bügelbock am Dach, der für den Stadtbetrieb gedacht war. Ursprünglich wollte man schon mit den Stubaier Triebwagen das Straßenbahnnetz mit verwenden und hatte hierfür einen zweiten Bügel für die geplante geringere Spannung in der Stadt vorgesehen. Aufgrund des großen Erfolgs der Wechselspannung auf der Stubaitalbahn entschied man sich aber, doch lieber Gleichspannung in der Stadt zu verwenden, womit die Verlängerung zum HBF erst 1983 mit der Umstellung der Stubaitalbahn auf Gleichspannung erfolgte.

      1. Hier muss ich nachbessern. Die Haltestellen Sonnenburgerhof, Gärberbach, Nockhofweg und Außerkreith sind bergwärts erst 1918 aufgelassen worden. Bis auf Sonnenburgerhof wurden sie ab 1919 als Bedarfshaltestellen in beide Richtungen geführt, beim Sonnenburgerhof blieb die Regelung bestehen.

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