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Halblustige Radler

Halblustige Radler

Die „Radfahrer-Riege im Verein der Deutsch-Südtiroler in Innsbruck“ begeht um 1940 vermutlich eine Fahnenweihe. Im Zuge der „Option“ der Südtiroler wuchs die Zahl der BewohnerInnen aus dem ehemaligen südlichen Landesteil auch in Nordtirol sprunghaft an. Entsprechend wurden auch die Südtiroler-Siedlungen in vielen Orten Nordtirols errichtet. Es ist nur folgerichtig, dass sich diese NeubürgerInnen in Vereinen organisierten. Bezeichnenderweise ist der Fotograf Hugo Jäckel aus der Gumppstraße 16 der Künstler der Aufnahme.

Eine dieser Organisationen war die Radfahrer-Riege. Die 23 Personen, die in einem bekannten Innenhof Platz genommen haben, feiern vermutlich ein Fest. Die Fahne, die einheitliche Kleidung, der würdige Blick. Und da sind wir nun.

Aber wenn man in die Gesichter der Radfahrerinnen und Radfahrer blickt, so kommt man schon ins Grübeln, ob diese schon über die neue Fahne begeistert sind. Nur die Wenigsten lächeln. Die Meisten schauen ernst oder neutral in die Kamera. Das ist aber im kulturellen Kontext zu sehen, dass es bis nach dem Zweiten Weltkrieg eher unüblich war, dass Menschen bei Fotoaufnahmen gelächelt oder gar gelacht haben. Bis dahin war ein ernster Blick bei den meist gestellten Aufnahmen normal, um die Würde des Moments zu unterstreichen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-31.286)

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