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Wind & Wetter Zum Trotz I

Wind & Wetter zum Trotz I

In dieser dreiteiligen Serie begleiten wir eine 28jährige Innsbruckerin bei einer Tour auf den Habicht, die sie gemeinsam mit fünf Freunden im August 1934 unternahm. Auch wenn die Wetterbedingungen alles andere als ideal waren, wagten sie doch die anspruchsvolle Tour. Und hier ist ihr Bericht:

Freitag abends gingen wir zur Anny wegen der Habichttour bitten, auch ich im Geschäft um [einen] freien Nachmittag. Endlich hatten wir alles. Samstag 3/4 6 h abends Abfahrt. Wir freuten uns schon sehr. Langsam verging der Vormittag, ich richtete alles her, der Nachmittag ging aber trotzdem schnell vorbei. Es donnerte und blitze auch fing es zu regnen an, ich war sehr nervös. Endlich wars Zeit zum Gehen, ich war im Zweifel, ob die anderen bei dem Wetter gehen würden. Pepi hatte mir um ca 3h den Rucksack gebracht und war dann mit den anderen 2 mit die [sic] Räder gefahren
Den Weg zum Bahnhof werd ich nicht vergessen, voll Zweifel, Wut auf das Wetter und dazu schauten einen die Leute so komisch an, denn ich war bereits in der Hose und den großen Rucksack am Buckel. Es regnete fast nichts mehr. Die Anny war bereits am Bahnhof mit ihrer Mama. Ein Lichtblick!
Bald kam auch die Betty. 3/4 6h fuhr der Zug, die Fahrt verging rasch. Um 6:20 waren wir in Steinach, wo uns unsere Bergkameraden bereits patschnasser [sic] erwarteten. Wir Mädeln fuhren mit dem Auto weiter bis Trins. Jetzt gings eigentlich erst los. Es wurde[n] die Rucksäcke auf die Räder geschnallt wir hinauf gesetzt und dahin gings. Nach 1/2 Std. um 1/2 8h waren wir in Gschnitz. Ich bin recht gut gesessen, Anny und Betty jedoch jammerten wegen der Sitzfläche, diejenigen aber die vielleicht Ursache gehabt hätten (Pepi, Hansl u. Franz) sagten nichts. Wir stellten die Räder ein, tranken Schnaps und rüsteten uns zum Gehen. Das Wetter schien sich zu bessern. Einige Schritte hinter Gschnitz zweigt der Jubiläumssteig genannt[e Weg] auf die Innsbrucker Hütte, unser heutiges Ziel, ab. Um 8 1/4 gingen wir, zuerst war der Weg nicht schön, später besserte er sich und führte uns endlos über Serpentinen dahin. Es dunkelte bereits. Hie und da sprang eine Kröte zu Annys und Bettys Entsetzen…

Ob der nächtliche Aufstieg zur Innsbrucker Hütte noch mehr Unbill für die sechs Freunde breit hielt? Das wird sich erst im nächsten Teil zeigen …

(Foto: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-1414 / Text: Tourenbuch im Besitz von G. Amor, Innsbruck)

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