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Wo Ist Linda? Mit Den Augen Des Unbekannten Fotografen XIV

Wo ist Linda? Mit den Augen des unbekannten Fotografen XIV

„Wo ist Linda?“ Diese Frage drängt sich bei dieser Aufnahme eigentlich nicht wirklich auf. Und dennoch beschriftete unser Fotograf diese Platte mit „Linda am Gang“. Von der uns schon bekannten Linda ist hier aber doch gar nichts zu sehen! Oder versteckt sie sich irgendwo zwischen den Büschen und Bäumen? Büsche und Bäume, ja, die sind zu sehen – einen „Gang“ sucht man aber eigentlich ebenso vergeblich wie Linda. Oder enthalten die Häuser im Hintergrund irgendwo einen offener Gang, den sie entlang schreitet? Wohl eher nicht. Naheliegender ist da schon, dass hier eine Fotoplatte in den falschen Umschlag gerutscht ist.

Aber wie dem auch sei, wir wissen ja inzwischen: Wo Linda ist, ist auch unser Fotograf oft nicht weit. Wenn wir wissen, wo unser Fotograf hier steht, wissen wir auch, wo Linda ist. Oder umgekehrt. So einfach ist das. Also hat die Frage „Wo ist Linda?“ schon auch irgendwie ihre Berechtigung.

Vor eineinhalb Wochen hat uns ebenfalls ein Gartenblick mit Bergpanorama beschäftigt. Zwar noch ohne definitive Auflösung, aber mit sehr raschen und einhelligen Kommentaren, dass wir uns im Saggen nahe des Hofgartens befinden. Und das, obwohl man damals abgesehen vom Patscherkofel fast nur Gras, Büsche, Bäume und Gartenmauern sehen konnte. Das heutige Bild gibt hingegen viel mehr her. Und wenn ich nicht ganz irre, sind das doch die selben Gartenmauern und -zäune, oder nicht!? Aber an dieser Stelle muss ich jetzt leider passen, die Arbeitswoche war lang und ich kann mir nicht mehr zusammendenken, wie das alles passen soll. Können Sie es?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-Pl-638)

Auflösung: Wie man den Kommentaren entnehmen kann, konnte Herr Martin Schönherr das Rätsel im Nu lösen – der Garten gehört zum Palais Tannenberg-Enzenberg in der Universitätsstraße 22-24.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare
  1. Wenn ich mich nicht täusche – findet man auf der Homepage eines bekannten Tiroler Architekten diesen Büroausblick….
    Das weitere Recherchieren überlass ich jetzt anderen, sonst machts keinen Spass mehr.
    Wenn man den Hausnahmen und Linda googelt, findet man ein Theodolinda…ob die wirklich dazu Bezug hat?

      1. … und gestern in Tirol Heute wurde ein Ausschnitt eines Interviews mit Arch. Schlögl ausgestrahlt, das auf der Veranda seines Büros aufgenommen war, wo mir sofort das aufwändige Muster des schmiedeeisernen Geländers ins Auge gesprungen ist. Somit war auch für mich die kryptische Andeutung von Martin Schönherr aufgelöst, mit der ich davor nichts anfangen konnte. Naja, eigentlich hatte es bereits bei einer früheren Szene im Büro mit einem bombastischen Deckengemälde geklingelt.

  2. Ist denn das die Möglichkeit, dass es bei zwei Fotos mit einer markanten Situation keine Lösungen gibt? Und nachdem ich keine Ahnung habe, wo die meisten bekannten Architekten Innsbrucks ihre Büros haben, nützt mir der Tipp von Martin Schönherr auch nichts.
    Also versuche ich es noch einmal systematisch mit dem zweiten Foto:
    1. Die Bebauung sieht eher innerstädtisch aus, Blickrichtung ist Südwesten zur Nockspitze.
    2. Auffälligstes Bauwerk ist ein Fabriksschlot, von denen es im zentralen Bereich Innsbrucks nicht allzu viele gegeben haben dürfte. Mir fallen nur vier ein, nämlich Bürger- und Adambräu, Rhombergfabrik und Gaswerk.
    3. Beim Adambräu wären die Gleisanlagen des Bahnhofs im Vordergrund, beim Bürgerbräu wären die Viaduktbögen zu sehen. Auch das Gaswerk schließe ich wegen der fehlenden Gasbehälter aus, dasselbe dachte ich vorerst auch bei der Spinnfabrik.
    4. Ebenfalls markant ist ein Walmdach mit vier regelmäßig angeordneten Gaupen, auf dem Foto unterhalb der Pfriemeswand. Ein solches hätte laut Luftbildern von 1940 das nordöstlichste Gebäude der Rhombergfabrik.
    5. Bei der Blickrichtung des Fotografen müsste dann der parkähnliche Garten im Bereich der Schmiedgasse zu finden sein, wo es ja auch am östlichen Sillufer ein Wohnhaus der ehemaligen Spinnfabrik gibt. Das unscharfe 1940er Luftbild war für mich hier aber nicht besonders hilfreich.
    6. Also suchte ich in Josef Schöneggers Werk „Innsbruck im historischen Kartenbild“ nach genaueren Plänen. Auf Seite 232 fand ich einen Plan „Situation der k.k. priv. Maschinen- und Spinn-Fabrik und dessen nächste Umgebung zu Innsbruck“ von 1853. Dort ist das „Wohnhaus für die zur Fabrik gehörenden Beamten“ eingezeichnet und südlich davon ein ummauerter und umzäunter größerer Garten bzw. kleinerer Park.
    7. Dieser liegt im Bereich der heutigen Gebäude Schmiedgasse 5, 7, 9 und 11. 100%ig bin ich zwar selbst noch nicht überzeugt, da mir der Platz für die Sill sehr knapp bemessen vorkommt, aber ich stelle meine Überlegungen einmal zur Diskussion.

    1. Lieber Herr Berktold! Das ist eine interessante Herangehensweise, danke fürs Teilen! Zu Punkt 2: Es wäre interessant, die Schlote einmal zu erheben. Mir fällt nämlich noch einer ein: Das Krematorium des Krankenhauses. Ich hatte ja bei diesem Bild als erstes an die Kaiser-Josef-Straße gedacht, aber das passt mit der Perspektive nicht.

      1. Lieber Herr Bürgschwentner! Da nun das Rätsel durch leider tragische Umstände endgültig geklärt ist, bleiben noch die Schlote übrig. Solch eine Aufstellung wäre sehr interessant! Gerade auf dem Panorama in http://innsbruck-erinnert.at/immer-wieder-faszinierend/ sieht man einige, die man nicht richtig zuordnen kann.
        Um welchen Schlot handelt es sich eigentlich bei unserem Bild?
        Mir fällt noch ein Schlot ein, der sogar noch intakt ist: Zwischen Karmelitergasse und Bahnhofsgelände (Karmelitergasse 21).

  3. Das könnten die Lebensdaten der gesuchten Theodolinda sein: *3.10.1866, Schwaz +8.7.1951, Innsbruck, vielleicht gerade frisch verheiratet, als der Schornstein am Sillkanal noch stand.

    1. Die Frage ist, ob die auf den Fotos dieser Serie abgebildete Linda tatsächlich eine Gräfin ist? Spricht die Kleidung dafür? Ich trau mir da keine Mutmaßungen zu…

  4. G.A.

    Danke für Ihre Fragen 🙂
    Bitte, betrachen Sie das Foto mit der Lupe …
    http://www.geocities.ws/arenas/studio/unbekannt-10/unbekannt-10.html

    Mein Gedanke
    Der Schlot „alleine“ ist nur ein Anhaltspunkt.
    Ausgehend vom Schlot bis zur Pappel gibt es ein Haus am Fotorand(Mitte). Diesen Punkt zu bestimmen, würde auch zur Lösung des Enigme/Geheimnis beitragen.
    Im Foto unten Rechts, gibt es eine Ansammlung von Fässern (Eher für Bier als für Wein Bestimmt…). Von einem Gasthaus. „Weiherburg-Hotelfachschule? Alpenzoo?“, ist da die Rede davon?

    Das Bild selbst ist von guter Qualität. Die verticalen Linien sind nicht verzerrt. Für dise Aufname, wurde da ein Folder Benützt?! Von Gratl: Maria Theresien Strasse?

    V.Glück
    @r

  5. Erst einmal großer Respekt vor Martin Schönherr, der die Lage so schnell wiedererkannt hat. Wobei sich ja der Büroausblick des Architekten mehr auf das vorherige Foto http://innsbruck-erinnert.at/terrassenblick-mit-den-augen-des-unbekannten-fotografen-xi/ bezieht, als auf dieses.
    Ich bin immer noch total fasziniert von diesem Bild. Diese Wechselbeziehung aus Vorstadt und Zentrum, aus Natur, Stadt und Industrie… Die mondäne (private!) Parkanlage im Hinterhof vor einem Kaminschlot! Die vielen Bäume in der Stadt, die das Foto wie eine Landschaftsmalerei aus der Romantik wirken lassen.
    Der Zaun im Vordergrund existiert übrigens heute noch, wie ich mich bei einem Blick in die Innenhöfe überzeugen konnte. Ansonsten dürfte sich der Ausblick von diesem Balkon stark verändert haben – „Verdichtung“ ließ inzwischen einige Bauten in diesem Geviert (oder ist es eher ein „Gedreit“, weil der Innenhof eine eher dreieckige Form hat?) entstehen.
    Das zentrale Haus mit Walmdach und Dachfenstern ist übrigens für Kollegen Niko Hofinger von Interesse. Schade, dass man aus dieser Perspektive nicht mehr davon sieht.

      1. Sehr aufschlussreich, diese Ansicht. Das Haus links erkennt man noch gut. Erker und Oberlicht gibt es noch heute.War übrigens jemand schon im Treppenhaus dieses Objekts – der Kunstkataster klingt vielversprechend: „Im Inneren eine durch eine Glashaube belichtete Wendeltreppe mit Gusseisengeländer.“

  6. G.A.

    Ich kann Ihnen nicht Folgen:
    Die Firma „Franz Baur“, die auch in Mühlau eine Fabrik hatte, wird hier nicht in diesen Bild dargestellt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Gross-Industrie_Oesterreichs_4_Franz_Baur_Soehne_98b-2.JPG

    Aber, hier sehen Sie den Kamin von der „Ersten Tiroler Arbeiter Bäckerei“ (ETAB). Im Bild ist auch der Silo von der Rauchmühle abgzbildet. (Nur ganz wenig. Das nächste merkmal im Bild ist die Nockspitze zu sehen.

    Hier ein Bild von „Sagen.at“ mit einen prachtvollen Panorame Bild von Ibk N/Ost. Übrigens, nehmen Sie sich die Zeit all diese Bilder die dort archiviert sind, anzuschauen. Es lohnt sich. von mehr als 6 000 gesammelte Foto’s verstecken sich so einige wundervolle Bilder. Mir bleiben noch etwa 2 400 Bilder, von eifrigen Bienen zusammengetragen wurden, die ich noch nicht gesehen habe.

    Viel Gluck

    @r

    http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php/photo/48379/size/big

    Nota bene : Sollten Sie einmal zur Arzlerstrasse kommen (Landstrasse 372),, vor dem „Navaperk“. So können Sie sicher den geographischen Punkt des Fotographen finden.

    1. Oha – Sie können mir nicht folgen?? Nun: Sie müssen halt meinen Link hernehmen und nicht Ihren falschen bzw. bei meinem zweiten Link das oberste Bild!! Dann sind’s nicht in Mühlau sondern eben am Sillkanal, wo Franz Baur’s Söhne begonnen haben! Somit können wir auch den ETAB Kamin und den Rauchmühlensilo vergessen. Und ja: Nockspitze passt!

  7. Meinen absoluten Respect für Sie Herr Roilo. Sie sind eine eifrige und mit vollem Wissen bestückt. Es war mir immer eine Freude wenn es neue Beiträge von Ihnen gab! Ich wünsche mir noch viele Beiträge von Ihnen und von INNSBRUCK ERINNERT SICH! 🙂

    An der Hallerstrasse hat es zwei grosse Fabriken gegeben:
    Eine Lodenfabrik, direkt an der Hallerstrasse, und eine Ziegelei, weiter hinten abgelegen. Dann anschliesend das Glände der Rauchmühlen (Igor Rauch, seiner Zeit) und dann erst die ETAB .. Ich beurteile nur die Foto’s. Persöhnlich war ich nie an diesen geo. Punkt. Ich würde gerne die Arzler Srasse benützen um mir ein Urteil zu geben. In der Vergangenheit wurden drei Foto gezeigt. Das dritte Foto ist Unauffindbar,. Was ich auch Verstehen kann.

    Hier eine Zusammenstellung der Bilder auserhalb vom Stadtkern Ibk’s. Es hat niemals ein Fabrik in der nähe der Uni.Strasse/Meinhardstrasse gegeben. Auch der Bodenprofil entspricht nicht, was oben angegeben wurde, auch gab nie Papeln in dieser Gegend… Dieser Weg war mein Schulweg: Altstadt/Dreiheiligen; einmal hin einmal her pro Tag. und das vier Jahre lang. Kurz vor der Schule, Kreuzung: Ing-Etzel-Strasse/Dreiheiligenstrasse gab es eine
    Bäckerrei, wo ich mir Täglichen für eine Schilling einen Brezenbruch gekauft habe. Für mich war die Welt selig bis zum Mittagessen.

    Habe ich etwas Falsches geschrieben, so bin ich etwas Humanes und kein Roboter.

    http://www.geocities.ws/arenas/studio/Loup/Fabrik-Hallerstrasse/hallerstrasse-41.html

    Danke
    Grüsse von Frankreich
    @r

    1. Schöne Grüße nach Frankreich! (???).
      Danke für Ihr Lob – hat mich sehr gefreut!

      Auch mein Schulweg war vier Jahre lang fast der Gleiche wie Ihrer, ich habe halt in der Früh am anderen Ende angefangen: (Pradl) – Dreiheiligen – Gymnasium Angerzellgasse, ab und zu bin ich auch durch die Museumstraße gegangen. Aber auch ich habe die Fabrik Franz Bauer Söhne nie gesehen – eh klar: Wir beide sind halt ein bissl zu spät auf die Welt gekommen. Übrigens: Sie war an der Ecke Museumstraße / Sillgasse (nicht Universitätstraße / Meinhardstraße, wie Sie schreiben!) und lag am damaligen Sillkanal.
      Vielleicht schauen Sie sich doch einmal die Firmengeschichte auf https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Franz_Baur%E2%80%99s_S%C3%B6hne (ich habe diesen Link schon weiter oben einmal eingestellt).

      An die kleine Bäckerei Ecke Ing. Etzelstraße – Dreiheiligenstraße kann ich mich noch gut erinnern, ich weiß nur nicht mehr den Namen. Als ich damals vorbeigegangen bin, hätte ich sicher keinen Brezenbruch erhalten, denn damals gab es gar keine Brezen! (1946 – 50), auch Semmel nur mit Brotmarken zu 50 Gramm, und das nicht immer!

      Gut erinnern kann ich mich noch an den Gestank vom Bürgerbräu her! Sie auch??

      Übrigens: Sollten Sie in Dreiheiligen zur Schule gegangen sein: Hier gab ich auch ein halbjähriges Gastspiel im Herbst 1943! Unsere Pradler Volksschule (heute Leitgebschule) wurde für andere Zwecke benötigt und zu Weihnachten 1943 durch Bomben zerstört!

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