skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Das Winterhilfswerk In Innsbruck?

Das Winterhilfswerk in Innsbruck?

Aus den Tiefen des Stadtarchivs haben wir vor kurzem eine Kiste mit allerlei Dingen geborgen. Darunter auch Bilder, Briefe und Dokumente eines Herrn Wedekinds. Dieser lebte und arbeitet als Arzt, in den 20ern und 30er Jahren in Innsbruck.

Nun aber zum Bild. Darauf zu sehen ein Pferdeschlitten im dichten Schneetreiben. Dahinter ein unübersehbares Schild mit der Aufschrift WHW, was für das Winterhilfswerk steht. In pathetischer Sprache darunter: „Dein Opfer in großer Zeit“. In dieser Organisation wurden während der NS- Zeit Geld- und Sachspenden für Bedürftige gesammelt. Als Gegenlohn bekam der noble Spender dann häufig eine Marke oder Ansteckbrosche mit den Initialen WHW.

Dieses Monument scheint riesig und auch eindrucksvoll. Fraglich ist aber ob diese Aufnahme in Innsbruck aufgenommen wurde oder aus einer anderen Stadt stammt. Vielleicht wissen Sie, liebe Leser:innen, ja mehr dazu.

Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-A-24774-3

(Katharina Wehl)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Beim Christbaum bei der Annasäule. Rechts vom WHW das Cafe Schindler, im schmalen Haus links davon heute der Tomaselli Eisverkauf.

    Es scheinen sich auch NS-Gegner wie mein Vater oder die Großmutter zur guten Tat verleiten haben lassen. Als Kind spielte ich mit den erwähnten Anhängern und Figürchen.

  2. „Zur guten Tat verleiten lassen“ ist eine sehr euphemische Formulierung. Angst hatte man davor, negativ aufzufallen. Und- wie schon gesagt!- die Kinder freuten sich über diese Anhänger.
    Ich erinnere mich gut, wie sich uns die beiden Sammlerinnen an der Ecke Taxispalais – Fuggergasse in den Weg stellten! Jedesmal, wenn wir vorbeigingen.
    Damals war ich noch keine 5 Jahre alt.
    Als „Bombenopfer“ wurden wir dann aufs Land „evakuiert“
    In Innsbruck bekamen wir erst 1950 wieder eine Wohnung.
    Und – siehe da! – als wir in der 3.Klasse Hauptschule fürs Rote Kreuz sammeln gehen „durften“ (während der Schulzeit) bekamen wir zum auffordernden Klappern dieselben Büchsen seligen Angedenkens in die Hand gedrückt. Rot lackiert hatte man sie inzwischen. Ja, ja, man wußte noch um den Wert des Sparens (und die Büchsen konnten nichts dafür, daß sie „mißbraucht“ worden waren)…..

  3. Ja, ich muß mich korrigieren: Die Sammlung war „für die Kriegsopfer“. Denn ein Herr, den wir „anklapperten“, sagte: „Ich bin selbst Kriegsopfer“… Haben wir uns halt entschuldigt.
    Später erzählte ich diese Episode einem Arbeitskollegen, der mit nicht ganz 20 Jahren ein Bein im Krieg verloren hatte – und er meinte:“Also – von mir hättets ihr decht eppas kriegt“
    Ja, die Erinnerungen kommen langsamer daher…

  4. Ja, ich muß mich korrigieren: Die Sammlung war „für die Kriegsopfer“. Denn ein Herr, den wir „anklapperten“, sagte: „Ich bin selbst Kriegsopfer“… Haben wir uns halt entschuldigt.
    Später erzählte ich diese Episode einem Arbeitskollegen, der mit nicht ganz 20 Jahren ein Bein im Krieg verloren hatte – und er meinte:“Also – von mir hättets ihr decht eppas kriegt“
    Ja, die Erinnerungen kommen langsamer daher…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back To Top
×Close search
Suche