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Wenn Das Wahrzeichen Fehlt

Wenn das Wahrzeichen fehlt

Es ist immer wieder überraschend, dass es auch in der hohen Zeit der Ansichtskarten von so vielen Straßen eigene Karten gegeben hat. Man fragt sich unwillkürlich, wer diese kaufen sollte. Die wenigen Anrainer sind wohl nicht ausreichend. Auch wenn man damals täglich mehrere Karten an Freunde und Verwandte schrieb, so gab es doch andere, vielleicht interessantere Motive. Vielleicht war das auch Grund, dass der Verlag Gregor Fischer in Innsbruck nicht auf Dauer überleben konnte.

Die hier im Jahr 1905 abgebildete Straße ist eigentlich für ein kleines, lokales Wahrzeichen bekannt. Der dazu gehörige Baum, eine Trauerweide, wurde erst vor wenigen Jahren durch eine jüngere Nachfolgerin ersetzt.

Rätsel ist es keins. Das Restaurant am linken Rand ist derzeit ein afghanisches. Man hört, dass es gutes Essen in großen Portionen gibt. Daneben hat die einzige (?) richtig große NGO, die in Österreich ihren Hauptsitz hat, ihren Verwaltungssitz.

Womit hat eigentlich die Firma „Petrzelka“ gehandelt? Und was zeigt das obere Foto?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; So-3-087)

Dieser Beitrag hat 36 Kommentare
    1. Dass der Verlag Gregor Fischer auch andere Ansichtskarten herausgab (und hier in erster Linie Wallfahrtsorte) ist z.B. aus
      https://ansichtskarten-lexikon.de/verlag-gregor-fischer-innsbruck-2901.html
      ersichtlich. Der Verlag Gregor Fischer verlegte aber in erster Linie Andachtsbildchen, Heiligenbildchen, aber auch Broschüren über verschiedene Wallfahrtsorte. Wenn man etwas weiter googelt, dann ist man ziemlich beeindruckt über den Umfang des Verlagsgeschehens.!
      Nebenbei: Eine Osterkarte aus diesem Verlag hat es sogar nach „innsbruck-erinnert“ geschafft https://innsbruck-erinnert.at/froehliche-ostern/
      Möglicherweise waren die Ansichtskarten von Wiltener Neubaustraßen eher eine Art Hobby.

  1. Zur Ergänzung: Der Absender der Karte und wohl auch der Adressat gehörten zur Katholischen Mittelschulverbindung Rhaetia zu Innsbruck an der BHAK Innsbruck.

  2. Zumal die Mittelschulverbindung Rhaetia 1907 gegründet wurde, war die Karte zur Zeit des Versands schon nicht mehr ganz taufrisch, nämlich mindestens 2 Jahre alt!

  3. Gut, dass man den schönen Brunnen damals vom Bahnhofsplatz nach Wilten übersiedelt hat. Am Bahnhofsplatz wäre er durch die Kriegseinwirkungen sehr wahrscheinlich der Zerstörung anheimgefallen.

    1. Herr Auer, bitte schauen Sie auf meine Kommentare zu Gregor Fischer schnell darunter.
      Ich weiß nur dass die Familie Fischer in der Heiliggeiststraße 8 wohnte, ich kannte Frau Gerda Fischer, die noch diesen Handel betreute und viel auf Geschäftsreisen zu österreichischen Wallfahrtsorten war.

  4. Da im Text und in einem Beitrag von mir die Familie Fischer angesprochen wurde: Gregor Fischer war (Mit-) Besitzer der Devotionalienhandlung in der Heiliggeistraße / Leopoldstraße. Der Hauptartikel waren Rosenkränze, die von zahlreichen ‚Kettlerinnen‘ in Heimarbeit – besonders am Mieminger Plateau – hergestellt wurden. Die Firma hatte Verkaufsstellen in vielen Wallfahrtsorten Österreichs, so z.B. auch am Locherboden im Oberinntal.
    Zufällig machte ich gestern dort eine Wanderung und ich habe ein Foto vom alten Kiosk unterhalb des Kirchls gemacht.
    https://postimg.cc/dDTYmFPS

    Der Kiosk ist zwar nicht mehr im Betrieb (daneben steht ein neuer, größerer), aber mir wurde von der Pächterin erzählt, dass dieser Kiosk im Besitz der Familie Fischer war, vor einigen Jahren von der Gemeinde Mötz gekauft wurde und sogar unter Denkmalschutz steht. Im letztem Jahr wurde er, gemeinsam mit der Außenfassade der Kirche, restauriert.

    1. Entschuldige, Herr Auer, habe erst jetzt entdeckt, dass auch Sie einen Beitrag über Gregor Fischer eingestellt haben.

      Übrigens: Aus dieser Familie entstammt auch Bürgermeister Franz Fischer – ich weiß nur nicht genau, wie die Verwandtschaftsverhältnisse waren – Herr Auer, vielleicht wissen Sie mehr?

      1. Franz Fischer wurde am 1. November 1887 im Haus Heiliggeiststraße 8 geboren. Er ist Sohn von Alois Fischer, Handelsmann, und der Barbara geb. Innerebner.

        Mit dem auf der Postkarte genannten Gregor Fischer ist er vielleicht als Enkel, Cousin oder Neffe verwandt.

        1. Danke, Herr Auer! Jetzt ist mir auch etwas klar geworden: Frau Gerda bzw. ihre Schwester Margarethe haben mich öfters gefragt, wie es der Firma Innerebner und Mayer im ganzen Baugeschehen so ergeht. Es hat sie auch besonders gefreut, als ich 1953 meine Ferialpraxis bei dieser Firma machte, droben im Wasser- / E.Werk in Mühlau.

  5. Hallo Herr Roilo, hier habe ich einen Lebenslauf von Bürgermeister Franz Fischer:

    „Lebenslauf und Wirken des Bürgermeisters.
    Franz Fischer wurde in Wilten am 1. November
    1887 geboren als Sohn des Kaufmannes Alois Fischer,
    damaligen Geschäftsführers der Handelsfirma Gregor
    Fischer, sowie der Frau Barbara, geborene Inner­-
    ebner aus Bozen. Er besuchte die Handelsschule im
    Stifte Mehrerau bei Bregenz und kam dann zur Aus­-
    bildung in der italienischen Sprache nach Rovereto.
    Hernach betätigte er sich als erfolgreicher Reisender
    in der Firma Gregor Fischer sowohl im In- als im
    Auslande.
    In den Jahren 1913 und 1914 wurde er von der
    Militärbehörde als Kurier in der Schweiz verwendet,
    welche Stelle er mit großem Geschick und besonderer
    Umsicht versah. Nach dem Kriege wurde er mit seinen
    Brüdern Teilhaber der Firma Gregor Fischer.
    Im Jahre 1919 ab beteiligte er sich aber auch als
    Mitglied der Tiroler Volkspartei am öffentlichen Le­-
    ben, ließ sich noch im Frühjahr 1919 in den Ge­-
    meinderat der Stadt Innsbruck und später auch
    in den Landtag wählen, wo er sich als einer der
    eifrigsten und tüchtigsten, auch mit hervorragender
    Rednergabe ausgezeichneten Volksvertreter auf allen
    Gebieten betätigte.
    Als begeisterter Freund des Turnens und des
    Sports förderte er besonders den Christlich-
    deutschen Turnverein in Innsbruck, dessen
    ausübendes Mitglied er war und dessen Vorstand er
    wurde, ferner das übrige Sportwesen namentlich im
    Interesse der Jugend. Die Anlage des großen Sport­-
    platzes an der Sill, an dessen weiterer Aus­
    gestaltung zu einem Stadion er auch späterhin noch
    eifrig wirkte, sowie die schönste Sprungschanze
    Mitteleuropas auf dem Berg Isel ist vor allem seiner
    Tatkraft und Fürsorge zu verdanken. Sein sportliches
    Interesse betätigt er auch als Jäger.
    Auf wirtschaftlichem Gebiete ist sein hervorragend­
    stes Werk die Schaffung der Innsbrucker Herbst­
    messe, die sich von Jahr zu Jahr steigender Besucher­
    zahl erfreut und die für das Wirtschaftsleben Tirols
    von besonderer Bedeutung geworden ist. Seiner Tat­-
    kraft ist es hauptsächlich auch zu danken, daß Inns­
    bruck in der Reichenau einen Flugplatz erhielt.
    Unter den vielen Referaten, die er als Stadtrat
    seinerzeit innehatte, ist besonders das über das Land­
    gut R e i ch e n a u und die Alpe Frohneben zu er­
    wähnen. Die ständige Sorge um diese Güter, die
    unter seiner Patronanz einen großen Aufschwung ge­
    nommen haben, verursachte ihm viel Mühe und Ar­
    beit.
    Franz Fischer war schließlich in allen Fremden­-
    verkehrs- Angelegenheiten überaus rührig. Mit
    besonderer Begeisterung stellte er sich von allem An­
    fänge an in den Dienst der Tiroler Heimatwehr.
    In seine Amtstätigkeit fiel die Abhaltung der bll8-
    Wettkämpfe und der Internationalen Winter­
    sportwoche, die Innsbruck in aller Welt als Winter­
    sportplatz bekanntgemacht haben; die Herrichtung der
    Dogana (der alten Reitschule und der Lagerräume
    des Zollamtes) zu einem F e st s p i e l h a u s ist eine
    noch ihrer Erfüllung harrende Lieblingsidee des Wie­
    dergewählten.
    Als es sich um die Wahl eines Nachfolgers für
    Bürgermeister Greil handelte, wurde Franz Fischer
    von der Tiroler Volkspartei für das Bürgermeister­
    amt als Kandidat in Aussicht genommen und dann
    als zweiter Vizebürgermeister am 12. Juli 1923 durch­
    gesetzt. Am 15. Mai 1925 erfolgte seine Wiederwahl.
    Franz Fischer steht nun seit dem 27. Mai 1929 der
    Stadt als Bürgermeister, bzw. nach der Auf­
    lösung des Gemeinderates im Jahre 1934 als Regie­
    rungskommissär vor. Franz Fischer war nach
    der Wahl im Jahre 1929 der erste christlichsoziale Bür­
    germeister der Tiroler Landeshauptstadt. Bis zum
    Jahr 1929 leiteten die Großdeutschen die Geschicke der
    Stadt.
    Franz Fischer ist verehelicht mit der Tochter Mitzi
    des verstorbenen Kaufmannes Louis und der jetzigen
    Witwe Josefine Hepperger.“

  6. Gerne, Herr Roilo! Dazu ist mir noch folgendes bekannt: Der Firmengründer Gregor Fischer war ursprünglich Kurzwarenhändler und spezialisierte sich dann auf Devotionalien. Die Firma ist bereits in den 1860er-Jahren in Innsbruck tätig. Er starb 1882 mit 58 Jahren, hatte aber keine Kinder. Nachfolger wurde Alois Fischer, geboren 1850, vom Alter her wohl ein Neffe.

    Dessen Sohn Gregor Fischer, Bruder von Franz und Ernst, feierte im Jänner 1938 Silberne Hochzeit. In den Zeitungsarchiven heißt es:
    „Gestern feierte in der Wiltener Pfarr­-
    kirche Kaufmann Gregor Fischer, ein Bruder des Bür­-
    germeisters Franz Fischer und des Vizepräsidenten des
    Staatsrates, Landesführer der Vaterländischen Front Dr. Ernst Fischer, mit
    seiner Gattin Johanna, geb. Bickel, das Fest der silbernen
    Hochzeit.“

  7. Das ist der Nachruf von Alois Fischer, Seniorchef der Firma Gregor Fischer, gestorben 1929, welcher einen erhellenden Einblick in die Familienverhältnisse gewährt. Zwei Söhne wurden Priester:

    „Am Montag, 25. Februar, starb in Innsbruck-
    Wilten um halb 9 Uhr abends infolge einer wieder­-
    holten Lungenentzündung im 80. Lebensjahre Groß-
    Kaufmann Alois Fischer, Seniorchef der in ganz
    Altösterreich und den Nachbarländern weitbekannten
    und geschätzten Firma Gregor Fischer, Großhandlung
    in religiösen Bildern und Statuen, in Gebetbüchern
    und verschiedenen Andachtsgegenständen, sowie auch
    Großverkauf in Kurzwaren aller Art. Der Verstorbene
    hätte heuer in Bälde, nämlich am 21. März, sein 80.
    Lebensjahr vollendet und am 22. April mit seiner hin­
    gebungsvoll um ihn besorgten und bei der Kranken,
    pflege infolge Ueberanstrengung leider auch erkrankten
    Gattin Frau Barbara, geb. Innerebner, das gol­-
    dene Hochzeitsjubiläum feiern können, aber
    eine tückische doppelseitige Lungenentzündung zwang
    ihn vor kurzem aufs Krankenlager. Seine überaus
    starke Natur Überstand zwar den ersten Anfall, jedoch
    dem zweiten erlag der kräftig gebaute Greis uner­
    wartet rasch, jedoch wohlvorbereitet durch frühzeitigen‘
    Empfang der heiligen Sakramente. Obwohl er sich mit
    seiner gleich ihm jahrzehntelang unermüdlich im Ge­
    schäfte tätigen Gattin schon bald nach der Feier des
    40jährigen Hochzeitsjubiläums ins Privatleben zurück­
    gezogen hatte, blieb er wie früher ein opferfreudiger,
    aber meist stiller Förderer der katholischen Presse und
    der katholischen Bereinigungen aller Art, besonders
    der Wohltätigkeitsvereine und -Anstalten, der Kirchen
    und Klöster, ebenso aller patriotischen und zum allge­
    meinen Wähle wirkenden Organisationen. Seiner Fa­
    milie, die mit Recht als der erste und wichtigste Ver­
    ein für ihn galt, war er ein in Ernst und Liebe treu­
    besorgter frommer Hausvater, seinem weitausgebrei­
    teten Geschäfte ein unermüdlicher, für die Erweiterung
    und Festigung einsichtsvoll und ungemein tatkräftig
    arbeitender Kaufmann.
    Nach dem im Jahre 1882 erfolgten Tod des Grün­-
    derchefs Gregor Fischer berief dessen Witwe
    Anna, geb. Tirler (+ 1914) den Verblichenen zur Lei­
    tung und später zur Uebernahme des Geschäftes. Ge­-
    wissenhafte und tüchtige Mitarbeiter und Mitarbeite­
    rinnen, in deren Reihen an der Spitze feine rastlos
    tätige Gattin und später auch seine eifrigen Söhne
    und Töchter wirkten, trugen zum steigenden Ansehen
    und Blühen der Firma in hervorragender Weise bei.
    Der nach langem Tagewerk und verhältnismäßig
    nür kurzer Ruhezeit Heimgegangene wurde am 21.
    März 1849 in Trient geboren, führte zuerst das ehe­-
    malige Filialgeschäft der Firma in Bozen und ver­-
    mählte sich dort am 22. April 1879 mit der Tochter
    Barbara des Großgrund- und Weinhandlungsbesitzers
    Innerebner, mit welcher er in glücklichster Ehe lebte,
    bis jetzt der Tod eine Trennung herbeiführte, welche
    um so schmerzlicher erscheint, weil kaum mehr zwei
    Monate fehlten zur Feier des goldenen Hochzeitsjubi­-
    läums. Von den zehn Kindern, womit die Ehe geseg­-
    net war sind drei in zarter Jugend gestorben und der
    älteste Sohn Alois, welcher sich dem Priesterstande
    widmete, erlag im Jahre 1919 den Folgen eines Lei­-
    dens, das er sich als seeleneifriger Feldkurat an der
    italienischen Front im Weltkriege zuzog. Von den mit
    der Mutter trauernd Hinterbliebenen zwei Töchtern
    Anna und Maria und vier Söhnen führen zwei
    Söhne, Gregor und der an der Isonzofront als küh­-
    ner Offizier ausgezeichnete Dr. jur. Ernst die väter-­
    liche Firma. Der Zweitälteste Sohn Franz bewährte
    sich in der Kriegszeit als tüchtiger geheimer Kurier
    im Militärdienst und seit der Nachkriegszeit als Uner­-
    müdlich für das allgemeine Wohl in verdienstvollster
    Weise tägiger und allseits geschätzter katholischer
    Volksvertreter im Innsbrucker Gemeinderat und Ti­-
    roler Landtag, seit 1923 auch als zweiter Vizebürger-­
    meister in Innsbruck. Der jüngste Sohn O t h m a r,
    im Kriege als Standschütze schwer verwundet, widmete
    sich dem Priesterstande und wirkt derzeit als Stadt-
    pfarrkooperator in Innsbruck- St.Nikolaus. Der
    jetzige Kabinettsrat in Wien, Dr. G r o ß m a n n,
    früher Landesgerichtsrat in Innsbruck, ist ein Schwie­-
    gersohn des Verblichenen. Der frühere Teilhaber der
    Firma Riehl Und Innerebner, jetzt Innerebner und
    Mayr. Oberbaurat Dr. ing. Karl Innerebner. be­-
    kannt als hervorragender Fachmann im Bahnbau,
    Straßenbau und Wasserkraftbau, ist der jüngste Bru­-
    der der Witwe des Verblichenen.“

  8. Ja, die Familie Fischer ist mit der Familie Innerebner nahe verwandt, daher das Interesse von Gerda und Margarethe Fischer an der Baufirma Innerebner und Mayr.
    Oberbaurat Dr. ing. Karl Innerebner war nämlich der Onkel mütterlicherseits von Bürgermeister Franz Fischer und seinen Geschwistern. Er war Jahrgang 1870 und starb 1970 im 101. Lebensjahr!

    1. Herr Josef – da Sie sich in der Familie Fischer anscheinend gut auskennen: Gehe ich nun richtig in der Annahme, dass der Vater von Gerda und Margarethe geb. Fischer Ernst Fischer war? Ernst hat zusammen mit seinem Bruder, Gregor „II“ (wenn man mit Gregor I den Firmengründer bezeichnet), die Firma Gregor Fischer weitergeführt – siehe Beitrag von Herrn Auer!
      Herr Auer wird inzwischen über Ernst Fischer auch allerlei wissen!

      1. Gerda und Margaretha waren die Töchter von Gregor Fischer II (1885-1968) und Johanna Bickel.

        Margaretha Fischer ist am 2. Dezember 1914 in Wilten geboren und heiratet am 17. Dezember 1938 in der Wiltener Basilika mit 24 Jahren Herrn Dr. Anton Roilo! Sie ist eine Großnichte von Oberbaurat Karl Innerebner. Gerda Fischer war die jüngste Schwester. Sie ist am 6. Jänner 1919 geboren. Es gab auch noch eine Schwester namens Johanna, geboren 1913.

        Ernst Fischer lebte von 1891 bis 1978. Er hatte zwei Töchter namens Erna und Charlotte.

        1. Danke, Herr Josef NN, für diese detaillierten Angaben! Warum mich die Familie Fischer so interessiert, haben Sie mit der Nennung von Dr. Anto Roilo offengelegt – er war mein Onkel, er war älteste der Geschwister Roilo, mein größtes Vorbild!
          Fragen hätte ich mehrere – z.B. in welchem Verwandtschaftsverhältnis war Gregor (I) mit Alois – Herr Auer konnte es nur andeuten.

  9. Es ist schon gewaltig, wie so ein beiläufig von Herrn Morscher hingeworfener Satz „Vielleicht war das auch Grund, dass der Verlag Gregor Fischer in Innsbruck nicht auf Dauer überleben konnte“ solch ein Ausmaß an Information über eine alteingesessene und angesehene Innsbrucker, eigentlich Wiltener, Bürgerfamilie nach sich zog.
    Ich schwebte hier immer im Dunklen. Margaretha Roilo geborene Fischer war ja meine Tante Grete (Grete deshalb, weil es bei den Roilos schon eine Gretl gab). Onkel Toni war immer mein großes Vorbild, er wusste in meinen Augen überall Bescheid, man konnte ihn alles fragen, er hatte ein unheimliches Allgemeinwissen, daneben war er auch ein Sportsmensch. Bergsteigen, klettern, Schi fahren – besonders im Tiefschnee und am Hafelekar – Schitourengeher. Im Winter war es normal, dass wir jeden Sonntag irgendwo in den Wipptaler / Brennerbergen eine Schitour machten. Da Tante Grete auch eine sehr sportliche Dame war (sie unterrichtete vor dem Krieg im Mädchengymnasium in der Sillgasse neben Mathematik auch Sport), war sie immer mit von der Partie. Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich oft zurückdenke!

  10. Jetzt ist wieder etwas Neues über die Herkunft der Familie Fischer aufgetaucht:

    Wie inzwischen in den Heiratsbüchern von Bozen eruiert werden konnte, stammt der Gründer Gregor Fischer I aus dem Oberinntal. Er ist am 12. Feber 1824 als Sohn des Krämers Paul Fischer und der Christina geb. Tangl in Tarrenz geboren. Am 7. Jänner 1857 heiratet er als Handelsmann in Bozen die 29-jährige Anna Tirler. Gregor Fischer starb wie bereits erwähnt 1882 in Wilten.

  11. Die Heiratsbücher von Bozen berichten:

    Am 22. April 1879 heiratet der Handelsmann Alois Ordak, Handelsmann in Wilten, die Barbara Innerebner. Er ist gebürtig aus Trient und der Sohn der Anna Fischer geb. Tirler. Möglicherweise wurde er im Trienter Gebärhaus „Alle Laste“ für ledige Mütter geboren. Später wurde führte er dann den Namen Fischer statt Ordak. Trauzeuge von Alois Ordak und Barbara Innerebner war sogar Gregor Fischer I.

    Bürgermeister Franz Fischer und Margarethe Roilo geb. Fischer würden als Nachkommen des Alois Fischer/Ordak somit eigentlich Ordak heißen.

  12. Bürgermeister Franz Fischer ist im Taufbuch von Wilten sogar als gebürtiger Franz Ordak eingetragen. Den Namen „Fischer“ bekamen er und seine Eltern erst später.

  13. Demnach waren Gregor Fischer I und Alois Fischer/Ordak keine Blutsverwandten. Eine Adoption gab es auch nicht, weil Gregor Fischer bereits 1882 starb und die Namensänderung erst nach 1887 erfolgte.

  14. Ein Wahnsinn, Herr Auer, was Sie alles gefunden haben! Ich habe ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich an ihre dafür aufgewendete Zeit denke. Ich bin ja schließlich der Verursacher dafür! Auf alle Fälle: Recht lieben Dank!!

    1. Gerne, Herr Roilo! Die Geschichte der Familie Fischer aufzurollen hat mir großen Spaß gemacht. Solche Fälle sind immer wieder interessant, weil es so viele unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse gibt.

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