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Stromtarife Des Elektrizitätswerk Innsbruck

Stromtarife des Elektrizitätswerk Innsbruck

Es gibt schöne Dinge im Leben und es gibt Stromrechnungen. Wir beschäftigen uns hier mit Zweiterem, genauer gesagt mit den Stromtarifen des EWI. Diese Broschüre (über die Grauslichkeit der Farbe sind wir uns wohl einig) wurde Ende des Jahres 1940 an Haushalte, Firmen und öffentliche Einrichtungen verschickt – in unserem Fall stammt sie aus den Gemeindeakten der damals (gerade) noch eigenständigen Gemeinde Igls.

Ab März 1942 konnte man als Privathaushalt zwischen zwei verschiedenen Tarifen wählen, wohl abhängig von der Anzahl der zu betreibenden Räume. Mit Tarif h8 zahlte ein/e InnsbruckerIn pro Raum 1 RM – mit dem Währungsrechner schnell umgerechnet ergibt das eine heutige Kaufkraft von 5,57€. Beim Arbeitspreis fielen als Kosten für eine kWh bei diesem Tarif 8 Reichspfennig an, in den Umrechner eingetippt immerhin ganze 44 Cent. Nun wissen wir ja, dass solche Umrechner eher Spielereien sind, die man mit großer Vorsicht genießen sollte und die Geldbeträge immer relativ zu sehen sind, daher noch ein anderer Rechenversuch:

Ein Handwerker verdiente nach Einführung der Reichsdeutschen Tarifordnung von 1939 zwischen 77 und 83 Pfennige pro Stunde. Berechnen wir (wohl etwas bescheiden) einen Arbeitstag mit acht Stunden, so verdient er etwa bei 6 RM 60 am Tag, im Monat also etwas unter 200 RM. Das klingt ja im Verhältnis noch relativ vernünftig, wenn man vielleicht 3 Räume zu einem Grundpreis je 1 RM zu betreiben hatte. Große Stromfresser wie etwa Kühlschränke in Privathaushalten waren aber wohl noch ein Privileg der Oberschicht…

(Stadtarchiv Innsbruck, FW-M-674)

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