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Sim City Wilten

Sim City Wilten

Dieser Plan wurde hier schon einmal gepriesen. Da die Technik bekanntlich auch vor den Toren des Stadtarchivs nicht aufzuhalten ist, haben wir sie nun über eine georeferenzierte „map“ „gemappt“.
Für das eingehende Studium ist diese Fassung sehr praktisch. Wieder kann man die Überlagerungsintensität mit einem Schieberegler zu- und wegschalten.
Mittels Zoomfunktion kann man hier sogar die Hausnummern lesen. Hierbei gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Nach der Erstellung dieses Plans wurden die Hausnummern in vielen Straßen recht pragmatisch neu vergeben, um nicht zu viele a-b-c Zusatzhausnummern zu erzeugen. Ein Blick auf die westlichen Ausläufer der Franz-Fischer-Straße, jener Adresse, in der heute aus einem nicht näher bekannten Grund sehr viele Mitarbeitende des Stadtarchivs wohnen, zeigt zum Beispiel die Häuser Nummer 18, 20 und 22, die heute die Nummern 28, 30 und 32 tragen. Auch in der Müllerstraße wurde immer wieder neu ausgezählt. Verwendet wurde dabei das System rechts gerade, links ungerade Zahlen. Dass auch andere Konzepte Sinn machen, zeigt die lange geübte Berliner Praxis, rechts mit den niedrigen Zahlen anzufangen und links mit den höchsten wieder zurück zu sein. So konnte der aufmerksame Zeitgenosse ohne Ortskenntnis die Länge eine Straße mit einem Blick auf das dabei entstandene virtuelle U abschätzen. Das Problem in Berlin ist die fehlende Einheitlichkeit: 1929 wurde das System umgestellt, jetzt werden beide verwendet. Die armen Taxler!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. In den Innsbrucker Nachrichten vom 18. September 1893 heißt es über die damalige Situation:

    „Um die Mitte unseres Jahrhunderts zählte das Dorf
    Wilten nicht mehr als 116 Häuser mit 1295
    Einwohnern, die ganze Gemeinde hatte zur Zeit,
    als Stafflers Topographie von Tirol erschien,
    nicht mehr als 133 Häuser mit 1547 Bewohnern.
    Bis zum Jahre 1870 war der Baufortschritt und
    die Entwicklung des Ortes noch immer nicht be­-
    deutend, denn damals hatte die Gemeinde auch
    erst 172 Häuser mit 2575 Einwohnern aufzu­-
    weisen. Nun aber gieng es schneller, bei der
    Volks- und Häuserzählung vom Jahre 1880 fan­-
    den sich schon 214 Wohnhäuser mit einer Be­-
    völkerung von 4049 Personen. Aber auch da­
    mals bestand noch von den ganzen heutigen Straßen-
    Zügen und Häuser-Gevierten westwärts und gegen
    Südwesten von der Mosaik-Werkstätte und dem
    Hause Nr. 15 in der Müllerstraße nichts, gar
    nichts als die Kathedral-Glashütte, dann oben
    gegen Süden als weit vorgeschobener Posten der
    Templwirt und von da gegen die Müllerstraße
    herunter da und dort ein Haus in der heutigen
    Templstraße. Von der Andreas Hoferstraße,
    Speckbacher-, Schöpfstraße u. s. w. keine Spur,
    nur einsame Feldwege zogen zwischen den Wiesen
    und Türkenäckern hin. Heute steht dort ein mo­-
    dernes. elegantes Häuserviertel und bald werden
    auch die kleinen Lücken geschlossen sein, die mo­-
    mentan noch gegen das auch in der letzten Zeit
    erst errichtete dermatologische, pathologische und
    anatomische Institut hin offen sind. Entstehen
    doch ganze Häuserreihen mit breiten Straßen,
    Trottoirs etc., wo vor wenigen Monaten noch Kin­-
    der auf den frischgemähten Wiesen sich tummel­-
    ten!“

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