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Selten Ist Noch Zu Oft

Selten ist noch zu oft

Ich glaube, dass ich nicht allzu falsch liege, dass diese Gasse früher so gut wie nie fotografiert wurde. Es ist keine repräsentative Gegend. Rechts lag eine Fabrik, die in einem kürzlich erschienenen Familien-Buch eine Rolle spielt. Links liegt ein Areal, das in der öffentlichen Wahrnehmung leider viel zu wenig bekannt ist. Hoffentlich bleibt es im jetzigen Ensemble erhalten und erhält eines Tages eine neue Funktion.

Im Hintergrund erkennen wir recht schnell die Gebäude des ehem. Adambräus, das Türmchen der ehem. Karmeliterkirche, das Puff sieht man nicht. Dort waren übrigens früher einmal zwei Etablissements angesiedelt, die später zum Doppelnamen führten. Und dann gab es noch das „Ostende“. Aber wir sind nicht hier, um über Dinge zu lesen, die wir nicht sehen.

Wer erinnert sich noch an die Schlosserei im Mittelgrund? Für die Datierung könnte uns das Gebäude der Österreichischen Bundesbahnen hilfreich sein.

Jetzt, wo ich so viele Ansätze mit der Bitte um Berichte und Erläuterungen in die Welt gesetzt habe, stellt sich noch die Frage, wie die Gasse eigentlich heißt, die nach meiner Vermutung so selten fotografiert wurde.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck – Kr/Ne-7789)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Diese Aufnahme zeigt die Karmelitergasse. Das 3-stöckige Haus hinter dem der Schornstein aufragt gibt es noch, inzwischen mit gelber Fassade und Flachdach. Der Schornstein ist ebenso verschwunden wie so manches andere.

  2. Ein wirklich schönes Foto!
    Auch der Link von Herrn Schönegger (Jänner 2021) sollte in Ehren gehalten werden, weil es die beiden Häuser rechts (13/13a) seit kurzem nicht mehr gibt.
    Aus dieser Perspektive dürfte also das Sudhaus etc. bald nicht mehr zu sehen sein …

  3. Wie der Schein trügen kann! Auf Grund des ordentlichen restaurierten Zustands der beiden kleinen, geradezu niedlichen Häuser 13/13a habe ich geglaubt, diesen Anblick ewig (auf die Restlebenszeit bezogen 🙂 ) genießen zu können.

    Die Karmelitergasse war, alten Plänen zufolge, in der Vor-Südringzeit viel länger, sie ging bis zur Einmündung der Neurauthgasse, ehe dieser Teil abgeschnitten und der Graßmayrstraße zugeteilt worden ist.

  4. Beinahe ist ein anderes Wort für überhaupt nicht, aber beinahe würden wir heute von der Memmingergasse reden. Als die Karmelitinnen nach Innsbruck kamen, zogen sie vorerst ins Memminger Schlössl ein, welches fürs Kloster erweitert und um die Kirche ergänzt worden ist.

    Dieses Schlössl wird den wenigsten bekannt sein (dem Archivpersonal natürlich schon, oder geht jetzt das Blättern los?), deshalb eine Erinnerung daran. Hier sieht man den Plan inklusive zweier auch nicht im Bekanntheitsgrad der Hof- und Schleifmühle stehender Sillkanalmühlen: https://postimg.cc/Q9rq1wq4

    1. Das ist ja interessant, Herr Hirsch, von diesem Memminger Schlössl höre ich zum ersten Mal. Und das Blättern ist auch gleich los gegangen. Es hätte mich interessiert, woher der Name kam, wann es errichtet wurde, wie es ursprünglich aussah, etc.. Bislang war ich damit nicht gerade erfolgreich, außer, dass es wohl auch einmal Neustifter Schlössl hieß. Die Suche geht also weiter.

      „Im Jnnsbrucker Karmelitinnenkloster verschied die ehrw. Laienschwester Maria Norberta (Anna) Tangl aus Flaurling, im 88. Lebensjahre und 63. ihrer Profeß. Die Verstorbene befand sich unter den ersten Tirolerinnen, welche in das im Jahre 1846 von einem Jnnsbrucker Bürger, dem Lithographien Johann Kravogl, gegründete und an Stelle des ehemaligen Memminger (Neustifter) Schlößl in Wilten errichtete Karmelitinnenkloster, eintraten.“ (IN vom 31. Juli 1914, Seite 6)

  5. Zuerst ein Quellenhinweis: Meine ganzen Weisheiten verdanke ich einer kleinen Festschrift der Karmelitinnen, „Ort der Stille in einer lauten Stadt“ 150 Jahre Karmel Innsbruck, 1996, Sr. Maria Annunziata vom Kreuz OCD, welche ich anläßlich eines Besuchs der öffentlich zugänglichen Kirche gekauft habe.

    Leider findet sich auch dort keine Abbildung des Memminger Schlössls, obwohl der Stifter Kravogl ein Lithograph war. Er hat auch Pläne des Gebäudes nach Graz geschickt, um den dortigen Karmelitinnen die Verzweigung
    nach Innsbruck anzubieten. Enthalten ist in der Schrift nur eine Litho Kravogls aus der Zeit des ersten Bauzustandes. Es ist gut möglich, daß der hintere Teil des Klosters noch einen adaptierten Rest des Schlösschens zeigt: https://postimg.cc/3y9R9wH6

    Das Schlösschen wurde, wie aus einer Kartenbeilage zu entnehmen ist, 1519 errichtet und ist am besten auf der Innstromkarte südlich des Adambräuareals zu sehen. Es muß ein würfelförmiges Haus mit einem schmaleren Vorbau an der Südseite gewesen sein.

    1. Danke, Herr Hirsch, für ihre Ergänzungen! Das Litho habe ich auch auf der Webseite vom Karmel gesehen. Es scheint wirklich die einzig vorhandene Darstellung zu sein, es gibt dort vom alten Kloster nur noch ein Bild der von den Bomben zerstörten Kirche.

      Man muss sich hier sicher von der Vorstellung eines herkömmlichen Schlosses verabschieden, zumal früher rel. schnell ein Haus als Schloss/Schlössl bezeichnet wurde, sobald es merklich größer als ein normales Gebäude war (vgl. Schneeburg-Schlössl).

      Eine nochmalige Suche in der Unterkircher Chronik – diesmal nach der Jahreszahl 1519 – verlief ergebnislos. Der einzige Hinweis (namentliche Nennung des Memminger Schlössls) steht hier nur im Zusammenhang mit der Ankunft der ersten Klosterschwestern.

      Ob der im Plan als „Alter Bestand“ bezeichnete Bereich bestehen blieb? Mir scheint er X-förmig durchgestrichen zu sein. Im nachfolgend verlinkten Bericht heißt es auch, dass die Schwestern bei ihrer Ankunft ein baufälliges Schlössl vorfanden. Bei dem von Ihnen erwähnten südseitigen Vorbau am würfelförmigen Haus könnte es sich um die ebenfalls dort beschriebene Schlosskapelle handeln. https://issuu.com/innsbruckinformiert/docs/_innsbruck_informiert_200911_nr11_gesamt/45

      Vielleicht wurde das ja die baufällige Substanz als erste Maßnahme so renoviert, dass die Schwestern zumindest halbwegs dort wohnen konnten. Neubau von Kirche und Kloster samt Kreuzgang war ja keine Angelegenheit von einigen Wochen (1847 Grundsteinlegung, 1848 Weihe). Und wenn schon renoviert, konnte auch integriert werden – rein hypothetisch natürlich.

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