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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Schlangenmenschen

Schlangenmenschen

In einer Schlange zu stehen ist eine zwar oft unangenehme aber zumindest egalitäre Kulturtechnik, deren Regeln denkbar einfach sind: hinten anstellen, kein Vordrängeln. Über Grenzfälle, wie für jemanden den Platz zu halten, lässt sich natürlich streiten bzw. gab und gibt es wohl unzählige – auch handfeste – Diskussionen. In der Schlange zu stehen gehört für uns zum täglichen Brot, mal sind die Schlangen länger, in denen man wartet, mal kürzer. Während das Anstehen lange Zeit Ausdruck eines Mangels war und wir dieses etwa mit Lebensmittelausgaben in Krisenzeiten verbinden, ist in der Schlange zu stehen heute oft ein kleines Übel. Ja, oftmals ist dies fast schon Teil des Marketings und Ausweis darüber, wie begehrt ein Produkt oder eine Dienstleistung ist. Dann campen Menschen sogar vor Geschäften, wenn es etwa um den Verkaufsstart einer neuen Spielkonsole oder eines Turnschuhs geht. Man ist Teil einer Gruppe, teilt eine gemeinsame Erfahrung und diese dann im Internet: #dielaengsteSchlangederWelt #Warten #noCutsnoButsnoCoconuts

Gleichzeitig hat sich ein in unseren Breiten das in der Schlange stehen häufig in den virtuellen Raum verlagert und man hängt ewig in der Warteschlange einer Hotline – da stehe ich mir doch lieber meine Beine in den Bauch, als zum hundertsten Mal dieselbe Tonbandansage zu hören. Auch die Menschen auf dem Bild stehen noch ganz real in einer Schlange und warten darauf, ihr Geld wechseln zu können – noch so etwas, worauf wir heutzutage nur mehr selten warten müssen. Wissen Sie, wo die Menschen stehen?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-NE-3226)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Ich tippe einmal – wie wahrscheinlich die meisten – auf die Gegend direkt am bombendemolierten Hauptbahnhof. Und zwar am südlichen Eck des Hauptgebäudes, das ein wenig vor stand. Vorne steht wohl ein Taxi, schade dass man die im Hintergrund affichierten Abfahrtszeiten der Busse nicht lesen kann.
    Wie lange wohl der Vorrat an Wechselgeld reichte? Der Herr im Ledermantel schaut schon recht kritisch über die Schulter seines Vordermannes. Zu den verschiedenen Erscheinungsformen der anderen Leute am Foto kann man sich nette Geschichten ausdenken. Die vierköpfige Männergruppe berät unter Ausschluß des zum Aktentaschentragen mitgenommenen Hugos etwas Wichtiges, meine Vermutung: Wo gibts was zu trinken? Dann eine größere Gruppe, teils im alpinen Look, ernste Blicke, wie immer wenns ums Geld geht oder man sich nicht auskennt. Wo ist unser Hotel? Das Adler? Welcher Adler? Rot, schwarz oder golden? „Eigentlich wollte man uns abholen!“ liest der Derrick Klon vom Zettel, Harry daneben ist skeptisch, soll ich schon mal den Wagen..?

    Nit lustig: Der Invalide im Vordergrund. Sah man damals überall.

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