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Rue Ste-Thérèse

Rue Ste-Thérèse

Auf der Weltausstellung in London im Jahr 1851 beehrte Queen Victoria die damals nagelneuen Stereofotografien mit besonderer Aufmerksamkeit. Dies löste eine Welle der Begeisterung für diese Form der Photographie aus. Die beiden Aufnahmen sind im Abstand der Augen von einander aufgenommen und vermitteln bei richtigem Abstand eine räumliche Tiefe. Viele von uns hatten als Kinder so kleine Gestelle, die man auf der Nase platzierte. Dazu hatte man meist eine Schachtel mit weiteren Aufnahmen. Das war sehr interessant. Heute sind Stereofotografien in dieser Form nur mehr etwas für Liebhaber.

Bei dieser Aufnahme sind die beiden Bilder aber recht weit auseinander. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich das bei diesen Fotos ausgeht.

Besonders fesch (und mir bisher unbekannt) ist der Orientierungs-Plan (?) am linken Bildrand. Links ein Stadtplan des damaligen Stadtgebietes, der bei der Datierung helfen könnte. In der Mitte eine Uhr und wohl ein Barometer. Den Inhalt des rechten Teils kann man nicht mehr erkennen. Vielleicht eine kurze Stadtgeschichte oder eine Erklärung der Sehenswürdigkeiten.

Ist vor dem Geschäft von C.A. Czichna ein Dobermann zu vermuten?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Von diesen französischen Stereokarten mit Innsbrucker Motiven gibt es interessanterweise eine ganze Serie von mehreren Fotografien.

    Sehr interessant auch die an der Orientierungstafel angebrachten Anzeigen, wohl ein Barometer und ein Thermometer. Vielleicht ist das runde Objekt auch eine Uhr.

  2. Das Bild könnte vor Juli 1899 aufgenommen worden sein, denn in den Innsbrucker Nachrichten vom 14. Juli 1899 heißt es in aufschlussreicher Weise:

    „Betreffs Anbringung von
    Bildern, welche zwei weitere alte Stadtthore dar­
    stellen, hat der Verschönerungsverein bereits die Erlaubnis er­-
    wirkt, das Bild des Georgenthores an der Ecke
    des Adamhauses am Eingang in die Herzog
    Friedrichstraße von der M. Theresienstraße aus,
    anzubringen, u. zwar wird dasselbe oberhalb der
    dort befindlichen Orientierungstafel in einer Weise
    angebracht, dass die Einfassung des Bildes mit
    der bis dahin auch renovierten Orientierungstafel
    in harmonischem Einklange steht.“

  3. Queen Victoria weilte 1888 für einige Stunden am Innsbrucker Bahnhof, um sich mit Kaiser Franz Joseph zu treffen. Davon gibt es auch interessante Bilder von der Begrüßung am Bahnsteig.
    Vorher war Queen Victoria einige Zeit in Italien und befand sich gerade auf der Reise zu ihrem Schwiegersohn Friedrich in Berlin, welcher auf Grund seiner schweren Krankheit nicht mehr lange lebte.

    Als die englische Königin Elizabeth in Innsbruck war, erwähnte sie diesen früheren Besuch ihrer Vorfahrin in einer Tischrede und zitierte dabei aus Queen Victorias Tagebüchern, worin sie Tirol und Innsbruck lobend erwähnte.

  4. Es ist ja lustig, daß man von der das Foto betitelnden Rue Ste-Thérèse überhaupt nichts sieht.

    Ich halte den rechten Teil der Orientierungstafel für eine Umgebungskarte von Innsbruck. Die Fischnalerchronik erwähnt im Teil 4, Seite 260, lediglich die Errichtung der (ersten) Tafel am Adamhaus, wie das „Donauhaus“ nach einem alten Besitzer genannt wurde, mit Datum 17. Juni 1885 ohne weitere Details.

    In den Innsbrucker Nachrichten vom 14. Juli 1899 wird von der Anbringung einer Abbildung des Georgentores oberhalb der Orientierungstafel berichtet. Da diese Abbildung fehlt, hat man somit eine Datumsobergrenze,
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=18990714&query=„orientierungstafel“+“verschönerungsverein“&ref=anno-search&seite=2

    1. Zur Systematik der Fischnaler-Chronik muss man wissen, dass sich die Datumsangaben der Chronik auf Ausgaben der Innsbrucker Nachrichten. Man suche also in der Ausgabe vom 17. Juni 1885, und voilà, man findet folgenden Artikel:

      „Eine Orientirungstafel von Innsbruck und Umgebung, auf Stein
      ausgeführt, und nebstdem meteorologische Instrumente enthaltend, ist dieser Tage
      an der Ecke des Adamhauses angebracht worden. Plan und Karte, über welche
      nur eine Stimme des Lobes geht, sind vor Allem zweckentsprechend, d. h. bis
      in die Details richtig gearbeitet und auch ihre Ausstattung ist eine solche, die
      jeden befriedigen muß. Die Tafel ist vom hiesigen Verschönerungs-Vereine
      aufgestellt worden, der sich damit unzweifelhaft ein großes Verdienst erworben
      hat, Plan und Karte wurden im Atelier Czichna verfertigt, neuerdings von der
      Leistungsfähigkeit dieser Firma ein schönes Zeugnis gebend.“

      1. Ergänze „Dass sich die Datumsangaben der Chronik auf Ausgaben der Innsbrucker Nachrichten“ *beziehen*. Da hat der Computer ein Wort gefressen.

  5. In Kombination mit den weiterführenden Recherchen von Herrn Hirsch zur Fischnaler-Chronik ergibt sich somit eine Entstehungszeit von 1885 bis 1899 für das Foto.
    Vielen Dank Herr Hirsch für die Hinweise!

    Das ist interessant, um auch viele andere Fotos dieser Häuser punktgenau datieren zu können.

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