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Raritäten Aus Der Sammlung Kreutz – IX

Raritäten aus der Sammlung Kreutz – IX

Ein besonderes Highlight der Herbstmesse 1955 war wohl dieser Zug. Damals noch (und schon wieder) eher exotisch war der elektrische Antrieb. Der Pilot stieg vorne auf eine Plattform und schloss damit einen Kontakt. Nur so konnte der Zug in Bewegung versetzt werden. Solche Fahrzeuge waren bei der Post und Bahn (?) zumindest bis 1990 in Betrieb. Zumindest so lange konnte ich das bei uns zu Hause am Bahnhof beobachten. Der Elektronantrieb muss recht kräftig gewesen sein, werden doch ca. 20 Personen damit in drei Wägen transportiert. Die Fachmenschen können dazu sicher viel mehr und viel sachverständiger berichten.

Doch zurück zur Herbstmesse 1955. Der Wiederaufbau hat seine schlimmsten Phasen hinter sich, die Wirtschaft beginnt zu boomen, nicht das Überleben steht an erster Stelle, sondern das Kaufen von Dingen, die man schon immer haben wollte. Vielleicht erinnert sich noch jemand an seine/ihren ersten Messebesuch?

Ob Messen heute noch zeitgemäß sind, kann und soll hier nicht beurteilt werden. Aber es stellt sich die Frage, ob eine solche Veranstaltung mitten in der Stadt stattfinden muss.

Die Erkenntnis „Kaffee Nosko ist doch der Beste“ gilt bis heute. Ob das zutreffend ist, muss man aber selber in Erfahrung bringen.

Die Firma des Albert Viecelli, Etzel-Straße 25, betrieb einen Handel mit landwirtschaftlichen Maschinen. Aber spätestens 1964 ist er bereits in Pension.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Slg. Kreutz)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Herrlich! Die Messehalle B ist immer wieder ein großartiges Architektur-Erlebnis. Diese Ausstellungshalle wurde ja ursprünglich für die Prager Landes-Jubiläumsaustellung 1891 gebaut und stand in Prag im Stadtteil Holešovice.
    Für die Tiroler Landesausstellung 1893 wurde das Stahlfachwerk der Halle zerlegt und in Innsbruck wieder sorgfältig zusammengebaut. Die Halle ist somit über 130 Jahre alt und eine der ältesten noch bestehenden und in Betrieb befindlichen Ausstellungshallen in Österreich.

  2. Ich kann mich noch erinnern, dass die ersten Herbstmessen nach dem Krieg dezentralisiert stattfanden. Zum Beispiel war die gesamte Mode in der Rennerschule (Pembaurstraßentrakt) untergebracht! Ich bin einmal dort hineingeraten!
    Nun – dorthin wird dieser Zug nicht gefahren sein. Aber ich glaube mich erinnern zu können, dass die Landwirtschaftsausstellung im Klosterkasernenhof / Sportplatz stattfand. Vielleicht war das die Verbindung für Gehfaule? Das heutige ‚Freigelände‘ gehörte ja noch den Eisläufern.

  3. Das abgebildete Zugfahrzeug ist kein mit Akkus angetriebener „ELKA“ wie sie bis zum Ende des letzten Jahrtausends bei Post und Bahn zum Transport von Paketen und Reisegepäck verwendet wurden sondern ein „Jenbacher Büffel“. Ausgestattet mit einem 1-Zylinder-Dieselmotor war der „Sound“ unverwechselbar…

    Die Büffel waren bei Post und Bahn ein direkter Vorläufer des oa. ELKA, sie wurden (und werden tw noch immer!) mit den verschiedensten Aufbauten versehen bei Gemeinden und Industriebetrieben für innerbetriebliche Transporte eingesetzt.
    Auch die Stadt Innsbruck hatte welche in ihrem Bestand, ich kann mich noch erinnern wie einer rund um 1990 mit einem Wasserfass auf der Ladefläche zum Blumengießen in der Innenstadt unterwegs war.

  4. Das Flair der Messe alter Prägung ist mit den schrittweisen Neubauten und Veränderungen verschwunden.
    Der endgültige Schlußstrich war die Auflassung der so vom Publikum so geliebten Weinlost, wo sich die ganzen Messe-Stenze beiderlei Geschlechts zum Umtrunk und kleinen Flirt trafen. Menschentypen, die man im schlichten ORF-Zelt nicht findet. Der Messestenz war über den Anlaß hinausgehend gut gekleidet, die Messestenzin gerne einwenig olala, meist zu zweit mit Freundin als gegenseitige Anstandsdame.

    Gleich geblieben sind am ehesten noch die alte Messehalle 1 mit jahrzehntealten Erbkojen der immer gleichen Betriebe, sowie das im ersten Stock neben dem Obergeschoß der Halle 1 befindliche „Paradies der Hausfrau“ mit unermüdlich staubsaugenden, saftpressenden, gemüseschneidenden und pflaumenentkernenden Kleinunternehmern, die man sonst nirgendwo sah. Und deren Sprüche! Aufschreiben hätt man es sollen.

    Als Kind sind mir nur zwei drei Dinge wirklich in Erinnerung geblieben: Die Weiko Suppenproben, die es heute noch gibt, und die Lautsprecherdurchsagen kleiner Minidramen wie „Der Fahrer des Fahrzeugs mit der (typischen Landeier)nummer Sowieso wird gebeten, soforrrt zu seinem Fahrzeug zu kommen!“ oder „Die Eltern des kleinen Rudi mögen zur Informationskoje kommen um ihren Sohn abzuholen“. Letztere Ansage beruhigte mich sehr, wußte ich doch, wie auf den Verlust des Kontaktes zu meinen Eltern zu reagieren gewesen wäre. Im Mittelschulalter waren dann die beim Stand der Firma Sautter ausgestellten elektrischen, später elektronischen Tischrechner. Tatsächlich! 234×567 war 132678, und 5+4 überraschenderweise 9. Mit dem ewigen Vorsatz meines Vaters, das nächste Jahr doch einmal in der Weinkost das Schaschlik zu probieren, endete dann der Messebesuch.

    Über der Messe kreisten viele Jahre lang unermüdlich Kleinflugzeuge mit Werbebannern im Schlepp.

    @Herrn Roilo: An die landwirtschaftliche Ausstellung auf der Wiese des Klosterkasernareals kann ich mich gut erinnern. Es gab dort auch Haflinger und Kühe zu bestaunen. Was mich eine oben vergessene Kindhetserinnerung nachholen läßt, das „Traktorsitzen dürfen“ auf den im späteren Freigelände Nord aufgestellten Steyrern, Lindnern und so weiter. Ich hab bis heute noch keinen gekauft.

  5. Nachtrag zum besten Kaffee Nosko: Wie mir einst die Mutter eines Schulfreundes, eine ehemalige Nosko Mitarbeiterin, erzählt hat (laut Schulfreund zum hundertsten Mal), gab es einmal kurz nach dem letzten Krieg wegen des Werbespruchs eine saftige Klage bei Gericht. Nosko habe diesen Prozess aber gewonnen, anscheinend wegen des kleinen Wörtchens „doch“, welches juristisch spitzfindig dem Spruch die Allgemeingültigkeit nahm und ihn als Annahme interpretierbar machte.

    1. Sehr geehrter Herr Hirsch,
      an diese Klage wegen unlauteren Wettbewerbs kann ich mich auch erinnern, da dies in den Lokalen Medien berichtet wurde.
      Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich die Klage auf „doch“ oder „der Beste“ bezog.

      1. Es kam bei diesem Rechtsstreit nicht auf einzelne Wörter wie „doch“ oder „der Beste“ an, sondern darauf, ob es sich bei dieser Werbung im Zusammenhang betrachtet um eine „offensichtlich nicht wörtlich zu nehmende Anpreisung hochtönender Art oder um eine positive, mit dem Anspruch auf Gültigkeit auftretende Angabe über geschäftliche Verhältnisse“ handelt (siehe dazu meinen obigen Link zur Entscheidung des OGH). Dieser Entscheidung liegt das natürlich Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb in jener Fassung zugrunde, wie es 1958 in Geltung stand. Die gesetzlichen Bestimmungen wurden in den vergangenen 64 Jahren mehrfach novelliert, und auch Rechtsprechung erfuhr in dieser Zeit neue Entwicklungen.

        1. Jaaa, ich hab halt die Mutter meines Schulkollegen zitiert, entscheidend war, was man darüber geredet hat. Vielleicht hat es auch ihr Chef so interpretiert und in der Weise herumerzählt, jedenfalls ging es nach meiner Auslegung um den entscheidenden Faktor Evangelium oder Umgangssprache.

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