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Einer Für Die Auto-Freaks

Einer für die Auto-Freaks

Dass ein Mensch, der nicht einmal Autofahren kann, dieses Foto beschreibt, ist ausgeschlossen. Das wäre Frevel. Ehrlich gesagt war ich mir im ersten Moment nicht einmal sicher, ob wir die Vorder – oder die Rückseite präsentiert bekommen. Ein Blick auf das Lenkrad erübrigt alle weiteren Überlegungen. Trotzdem geht einem unwillkürlich das Wort „Sonntagsfahrer“ durch den Kopf.

Was aber abseits der Autos auf diesem Foto – von wann denn eigentlich? – fast schon rührend ist, ist der greifbare Stolz der Besitzer. Wäre der menschliche Nachwuchs in der Bildmitte würden die stolzen Eltern auch nicht viel anders schauen.

Der Herr rechts vom vorderen Auto dürfte der Fahrer oder Besitzer des schwarzen Autos sein. Verwunderlich, dass er in der beschaulichen Szene die Autotür offen gelassen hat. Das hintere, modernere Fahrzeug dürfte in einem Beige- oder Grauton lackiert sein. Das führt mich zur Frage, ab wann private Autos nicht mehr nur in schwarz ausgeliefert wurden? Ich würde vermuten Ende der 1950er Jahre.

Also, Vollgas für die Auto-Freaks!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Ich tippe auf einen DKW, die hatten solche unterteilten Heckscheiben. Es gab sie auch zweifärbig. Einer unserer Nachbarn hatte einen in – ich nenne es mal orangerot – mit einem beigen Dach. Er war mindestens ebenso stolz darauf, wie die Personen auf dem Titelbild. Das Kennzeichen sieht ein bissl nach Vitamin B aus.

  2. Nein, das Kennzeichen hat nichts mit Vitamin B zu tun, das stammt einfach aus der Zeit, in der die Zahl der Autos in Innsbruck derart gering war, daß vier Ziffern ausreichten. Es ist aber richtig, daß diese vierstelligen Nummerntafeln möglichst für die nachfolgenden AUtos übernommen wurden. Als dann wegen der besseren Sichtbarkeit (oder dem GEschäft des Herstellers des Reflexionsmaterials?) die neuen Nummerntafeln kamen, retteten manche das Familienerbstück durch ein Wunschkennzeichen. Wer weiß, vielleicht gibts heute ein I-T2090.

    Das helle Auto ist ein DKW, ein F91 Sonderklasse. Ob der dunkelfarbige moderner war, möchte ich so nicht sagen. Die Karosserie vielleicht, obwohl es diese DKW Stromlinie noch bis zum DKW 1000 der 60er Jahre gegeben hat. Jedenfalls trau ich mich zu wetten, daß der dunkle PKW noch die altmodische Kombination Frontmotor-Kardanwelle-Hinterradantrieb hatte. Der DKW hatte Frontantrieb und fuhr im Winter an den hängengebliebenen modernen Fahrzeugen vorbei.

    Noch ein Wort zum „Besitzstolz“ des Autofahrers. Die bis heute nicht wegzuleugnende Faszination des Autos lag weniger im Besitz sondern in der dem Besitzer mit dem Erwerb des Fahrzeugs zugefallenen, jederzeit verfügbaren, geradezu unendlich erscheinenden Mobilität. Natürlich mit vor allem damals schnell erreichten Grenzen. Man mußte teuer tanken, und es war damals durchaus möglich, daß man auf dem Weg nach Rimini den Gratten degradierten Prunkwagen unterwegs einmal reparieren lassen mußte. Wenn man sich mit Kleinigkeiten wie Zündkerzenwechsel oder Vergaser reinigen nicht selbst helfen konnte.

    Nicht-schwarze Autos gab es schon in den 50er Jahren.

    1. Den VW Käfer beispielsweise gab es schon 1938 in blaugrau (RAL 7011) zu kaufen.

      Nachdem ab 1939 aus bekannten Gründen eher die Erdfarben bei der Fahrzeuglackierung dominierten gab es ab 1948 den Käfer in einem satten Dunkelblau und ab 1949 auch in Bordeauxrot.

    2. Da habe ich mich zu wenig deutlich ausgedrückt, Herr Hirsch. Dass man damals aufgrund der vergleichsweise wenig angemeldeten Fahrzeuge noch mit vierstelligen Kennzeichen das Auslangen fand, ist mir schon klar. Ich meinte vielmehr die „runde“ Zahl. Vierstellig hätte ja auch einfach nur T 2.754 sein können, da macht T 2.090 schon mehr her 😉

      Ein Versicherungsangestellter, der für seine Kunden die Anmeldungsangelegenheiten bei der Zulassungsstelle erledigte, erzählte uns damals, dass er von vielen Autobesitzer darum gebeten wurde, ein möglichst „schönes“ Kennzeichen zu ergattern.

  3. Mit der Einführung der weisen EU-Kennzeichen wurde es auch möglich sich ein Wunschkennzeichen zu erkaufen.
    Diese hatten allerdings den Nachteil, daß sich ein Exekutivorgan ein solches leichter merken konnte, als eines mit einer
    willkürlichen Zahlenkombination. Es befriedigte halt meist das Ego.

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