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Punx Der Unfassliche

Punx der Unfassliche

Punx war der Künstlername des Magiers und Autors Ludwig Franz Wilhelm Hanemann, der als Sohn deutscher Eltern am 27. Oktober 1907 in Hartlebury (England) geboren wurde. Mit fünf Jahren zog er mit seinen Eltern nach Bremen, wo sein Großvater eine Brotfabrik besaß. Beruflich startete Hanemann als Schiffsjunge, wurde dann Lehrling in einem Kontor, danach arbeitete er als Vertreter für eine Firma, die Vervielfältigungsapparate vertrieb, später dann als Werbefachmann. Hanemann soll bereits in seiner Zeit als Schiffsjunge in Bombay von den Zauberkünsten eines Fakirs so begeistert gewesen sein, dass ihn dieses Metier nie mehr losließ. Er beschäftigte sich darauhin immer mehr mit Magie und Zauberei, übte unermüdlich die verschiedensten Tricks und trat ab den 1930er Jahren öffentlich auf. Ludwig Hanemann gestaltete seine Programme wie Theaterstücke: Er trat in den in mehrere Akte gegliederten Stücken in verschiedenen Charakteren auf: als Till Eulenspiegel, Baron von Münchhausen, Cagliostro und zum Schluss als Punx. Für die Schaffung eines neuen Stils der Magischen Kunst wurde Ludwig Hanemann 1948 der Dr.-Hofzinser-Ring – der höchsten Auszeichnung für Zauberkünstler – verliehen.

Ludwig Hanemann absolvierte 1949 eine Gastspielreise, die ihn auch nach Innsbruck führte. Am 4. Februar 1949 erschien der folgende kleine Artikel in der Tiroler Tageszeitung, der die Auftritte des Magiers Punx in Innsbruck ankündigte:

Einen Tag später, am 5. Februar 1949, wurde in der Tiroler Tageszeitung das Programm veröffentlicht, das auch eine Zaubermärchenvorstellung für Kinder vorsah:

Am 9. Februar 1949 wurde dann das folgende kurze Interview mit Ludwig Hanemann in der Tiroler Tageszeitung abgedruckt. Hier konnte man unter anderem erfahren, wie es zur Entstehung des Künstlernamens „Punx“ gekommen war:

Als Titelbild für diesen Artikel dient das Veranstaltungsplakat. Darauf sind zwei Porträts des Künstlers zu sehen: Speziell mit dem Bild in der linken oberen Ecke gelang es dem Fotografen den Zauberkünstler Punx sehr geheimnisvoll wirken zu lassen. Ansonsten ist das Plakat sehr textlastig gestaltet. Es befindet sich darauf sowohl der Hinweis, dass Punx im September 1948 für die Schaffung eines neuen Stils der Magischen Kunst die höchste Auszeichnung, den Dr.-Hofzinser-Ring, verliehen bekommen hatte als auch der Abdruck von Ausschnitten aus vier begeisterten Rezensionen, die in verschiedenen bekannten Printmedien erschienen waren:

Salzburger Nachrichten: Der Mozarteumssaal war ein glänzender Rahmen für dieses erste Divertimento einer Kunstgattung, die sich in ihrer jahrhundertealten Tradition nur selten mit solcher Gültigkeit manifestiert hat…

Demokratisches Volksblatt, Salzburg: Weniger die Zaubertricks selbst, die er zum Teil aus Indien mitgebracht hat, bestritten seine Kunst, als der Charme seiner Persönlichkeit… Das wohldurchdachte Programm verschwendete keine Minute… Wer dabei noch nicht an Zauberei glaubte, dem ist nicht zu helfen!

Salzburger Volkszeitung:… danken wir dem Gast aus Deutschland ohne Einschränkung, denn Punx gesehen zu haben, das ist eine schöne Erinnerung – wie an ein zaubervolles und doch vergnüglich freundliches Märchen.

Liliput, Nürnberg: Zauberer, sogenannte Zauberer gibt es genug, doch es gibt nur einen PUNX. Unter seinen Händen werden aus bloßen Tricks und Fingerfertigkeiten kleine Wunder, wundersame Geheimnisse und traumhafte Märchenerlebnisse.

In einem eingerahmten Textfeld links unten stehen alle weiteren wichtigen Informationen, wie der Veranstaltungsort (Musikvereinssaal), die Veranstaltungszeiten, die Kartenpreise und wo die Karten im Vorverkauf erworben werden konnten.

Von 1957 bis 1959 trat Ludwig Hanemann auch im Fernsehen mit insgesamt 46 kurzen Zaubervorführungen auf. Am 11. Februar 1996 starb er als weithin bekannter Zauberkünstler in München.

(Stadtarchiv Innsbruck, Pt-1280)

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